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Lokales Unischule Dresden: Darum geht es und das sind die Schulleiterinnen
Dresden Lokales Unischule Dresden: Darum geht es und das sind die Schulleiterinnen
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15:26 19.07.2019
Maxi Heß (Grundschule/li.) und Patricia Schwarz (Oberschule) werden die Schulleiterinnen an der Universitätsschule in Dresden sein. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Zum Schuljahresbeginn gibt es einen ganz besonderen Startschuss: An der Universitätsschule beginnt der Unterricht. Das Modellprojekt von Technischer Universität und Stadt Dresden ist bislang einmalig im Land. Die DNN fassen zusammen, worum es dabei geht.

Wozu dient das Projekt?

Die Universitätsschule soll den Unterricht der Zukunft erforschen. Sie biete eine Möglichkeit, die Schule der Zukunft zu denken und unter wissenschaftlicher Absicherung zu erproben, heißt es bei der TU Dresden. Sie wird Aus- und Weiterbildungsschule der Universität sein, also in der Lehrerausbildung eine Rolle spielen. Die Schule ist an der Cämmerswalder Straße 41 in Dresden angesiedelt.

Wie läuft die Schule?

Sie besteht aus einem Grundschulbereich und einem Oberschulbereich. Es sollen grundlegende Prozesse und Abläufe in der Schule überdacht und Alternativen erprobt werden. Dazu wird mit praktisch allen herkömmlichen Konventionen gebrochen. Es gibt keine Ferien, aber feste freie Zeit.

Die Digitalisierung soll eine Lehre ermöglichen, die ganz speziell auf den Bildungsstand des einzelnen Kindes abgestimmt ist. Es geht um die Entwicklung von Organisationsformen für fächerverbindendes, ganztägig rhythmisiertes Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen. Die Schule startet am 19. August wie alle anderen sächsischen Schulen, danach können die Eltern und Schüler ihre Urlaubstage individuell planen.

Gibt es Zensuren?

Zunächst ja. Die Universitätsschule soll aber eine Schule werden, die auf „Kompetenzrastern“, also Kompetenzstufen, beruht und eine Umwandlung von Kompetenzen in Noten erprobt. Diese Entwicklungsarbeit sei in den ersten Jahren zu leisten, bis dahin werde benotet.

Wer kann an der Universitätsschule lernen?

Die Universitätsschule betrachtet sich als Angebotsschule. Sie nimmt Schüler aus ganz Dresden auf. Für die Grundschule bedeutet das, dass nicht das Grundschulbezirksprinzip gilt, wie sonst üblich. Im Schuljahr 2019/20 werden in der Grundschule die Klassenstufen 1 bis 3 (drei Klassen 1, eine Klasse 2, eine Klasse 3) und in der Oberschule die Klassenstufe 5 (drei Klassen) unterrichtet. Die Schule geht mit etwa 200 Schülern an den Start.

Gibt es mehr Lehrer an der Schule als üblich?

Der Personalschlüssel für diese Schule gleicht dem der anderen Regelschulen in Dresden und Sachsen. Anfang Juli arbeitete das Landesamt für Schule und Bildung noch am Einstellungsverfahren für das Kollegium. Das Bewerberaufkommen sei „zufriedenstellend“ gewesen, hieß es aus der Behörde.

Wer leitet die Schule?

Der wissenschaftliche Kopf hinter dem Projekt ist Anke Langner. Die Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwergewicht inklusive Bildung leitet das Institut für Erziehungswissenschaft an der TU Dresden.

Anke Langner bei einem Infoabend für Eltern

Dr. Anke Langner ist die Initiatorin der Dresdner Universitätsschule. Quelle: Anja Schneider

Sie und ihr Team begleiten das Projekt aus Sicht der Wissenschaft. Als Schulleiterinnen wurden vom Landesamt Maxi Heß für die Grundschule und Dr. Patricia Schwarz für die Oberschule berufen.

Was sagt die Grundschulleiterin?

„Ich erwarte mir von diesem innovativen Schulversuch eine Art Leuchtturmeffekt, der in möglichst viele Schulen abstrahlt“, erklärt Maxi Hess. Wichtig ist ihr überdies, die Ausbildung zukünftiger Lehrer an der Schule zu etablieren. „Mich reizt als Grundschulpädagogin besonders die Arbeit in ganzheitlichen Projekten innerhalb der Schuleingangsphase.“

Zudem werde es bundesweit wohl das erste Mal möglich sein, eine Schule intensiv zu beforschen und empirisch zu belegen, wie und unter welchen Bedingungen Lernen gelingt. „Damit könnte unsere Schule wegweisend sein für die Etablierung einer gelingenden, nachhaltigen Lern- und Schulkultur.“

Welche Erfahrung bringt die Grundschulleiterin mit?

Maxi Heß ist 36 Jahre alt. Sie hat in Dresden Grundschullehramt studiert und hier auch ihr Referendariat absolviert. Sie war als Klassenlehrerin tätig und kann auf eine Lehrtätigkeit an verschiedenen Dresdner Grundschulen und im Ausland verweisen. Seit August 2016 war sie bei einem freien Bildungsträger als Grundschullehrerin beschäftigt und Mitglied der Schulleitung.

Wie beginnt die Grundschule?

Der erste Schultag für die 131 Grundschüler steht nach den Angaben von Maxi Heß unter dem Motto „Wir erobern uns die Schule“. Es ist der erste Tag von fünf „Ankommenswochen“, in denen„wir uns viel Zeit geben, das theoretische Konzept langsam mit Leben zu füllen“, erläutert Heß. „Dieser innovative Weg, den wir hier gehen, ist vor uns in dieser Form noch nie gegangen worden.“ Dies sei Privileg und große Herausforderung gleichermaßen.

Was sagt die Leiterin der Oberschule?

„Die Universitätsschule soll ein Lebensraum für Lernende und Lernbegleiter sein. Somit ist das Lernen in fächerverbindenden und jahrgangsübergreifenden Projekten für mich nur konsequent“, erklärt Patricia Schwarz. Die Universitätsoberschule starte mit etwa 80 Kindern des 5. Jahrgangs, die Vorbereitungen liefen planmäßig. Am ersten Schultag, am 19. August, starten die „Lernenden und ihre Lernbegleiter mit ihrem ersten Projekt, mit dem ein gemeinsames Fest am Nachmittag vorbereitet wird, zu dem dann auch die Eltern eingeladen sind“, erläutert die Schulleiterin.

Welche Erfahrungen bringt sie mit?

Patricia Schwarz hat in Greifswald und Leipzig Lehramt für Biologie und Chemie an Gymnasien studiert. Die 44-Jährige war Mentorin am sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra zu Meißen, Fachausbilderin für Biologie, Wettbewerbsleiterin „Jugend forscht“ in der Region Dresden-Ostsachsen und seit 2017 Mitglied der Steuerungsgruppe der Universitätsschule.

Von Ingolf Pleil

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