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Lokales Uniklinikum Dresden veröffentlicht neue Krebsstudie
Dresden Lokales Uniklinikum Dresden veröffentlicht neue Krebsstudie
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08:58 01.12.2015
Privatdozent Dr. Nuh Rahbari ist der Erstautor der Studie.
Privatdozent Dr. Nuh Rahbari ist der Erstautor der Studie. Quelle: Uniklinik Dresden
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Dresden

Ein wissenschaftliches Team um die Dresdner Chirurgen Dr. Nuh Rahbari, Dr. Ulrich Bork und Dr. Sebastian Schölch hat herausgefunden, dass Lebermetastasen von Patienten mit Dickdarmkrebs intakte Tumorzellen in die Blutbahn streuen. Dabei spielt die Größe der durch Dickdarmkrebs gebildeten Lebermetastasen eine entscheidende Rolle. Die Tumorzellen in der Blutbahn können dann für weitere Fernmetastasen, wie zum Beispiel in der Lunge, sorgen.

Die Spezialisten der Viszeral- Thorax- und Gefäßchirurgie am Uniklinikum Carl Gustav Carus führten dazu im Rahmen einer Studie eine postoperative Überwachung und gegebenenfalls eine postoperative Chemotherapie bei Patienten durch, denen große Metastasen entfernt wurden. Für die Studie überprüfte man bei über 100 Patienten die Blutwerte und untersuchte die zirkulierenden Tumorzellen in unterschiedlichen Teilen des Blutes während einer Operation. Dabei wurden die frei zirkulierenden Tumorzellen vor und nach Durchfluss der Leber in Pfortader und Lebervene ermittelt. So konnten die Forscher aufzeigen, dass die Lebermetastasen selbst intakte Tumorzellen freisetzen. "Das spricht in unseren Augen für eine stärkere postoperative Überwachung von Patienten mit großen Lebermetastasen und, wegen des besonders hohen Risikos einer weiteren Streuung, gegebenenfalls für eine postoperative Chemotherapie", unterstreicht Dr. Nuh Rahbari, Erstautor der Studie.

Das angesehene Fach-Journal "Annals of Surgery" veröffentlichte die Studie bereits online. Metastasen bilden die häufigste Todesursache bei Dickdarmkrebs. Das Verständnis von metastasischer Aktivität hat maßgeblichen Einfluss auf die individualisierte Krebsbehandlung in der Zukunft.

DNN