Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Uni-Sportplatz in Strehlen: Sachsen lässt nach Kriegsbomben suchen
Dresden Lokales Uni-Sportplatz in Strehlen: Sachsen lässt nach Kriegsbomben suchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:58 04.09.2019
Schon seit Jahren liegt der Sportplatz an der Teplitzer Straße brach. Quelle: Dietrich Flechtner/Montage: DNN
Dresden

Eigentlich hätte der Ball auf dem Sportplatz an der Teplitzer Straße längst wieder rollen sollen. Doch stattdessen türmen sich auf der An­lage des Universitätssportzentrums in Strehlen weiterhin nur Schutthaufen. Bereits Ende 2015 wollte der Freistaat Sachsen den Platz sanieren lassen, immer wieder musste das Vorhaben aber verschoben werden.

Auch der zuletzt fürs Frühjahr des Jahres ge­plante Baustart platzte, weil ein neues Problem auftauchte. We­gen möglicher explosiver Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg muss nun erst mit viel Aufwand der Untergrund der Sportanlage durchleuchtet werden.

Geflüchtete fanden auf Uni-Sportplatz Obdach

Die Sanierung des Platzes – bislang ist das eine unendliche Ge­schichte: Im Februar 2015 hatten Arbeiter ei­nen Schaden an einem unter der An­lage verlaufenden Fernwärmekanal festgestellt. Eindringendes Oberflächenwasser hatte zu Unterspülungen geführt – nicht zuletzt auch einer der möglichen Gründe dafür, dass sich der Platz schon damals mehr und mehr in einen holprigen Acker verwandelte. Im Herbst 2015 wollte Sachsen die An­lage deshalb sanieren lassen.

Angesichts der vielen Menschen, die zur gleichen Zeit als Geflüchtete ins Land kamen, musste der Freistaat seine Pläne aber erst einmal hinten anstellen und errichtete auf der Anlage in Windeseile aus Volksfestzelten eine Notunterkunft. Bis zu 350 Menschen fanden so auf dem Uni-Sportplatz ein Obdach.

Ende 2015 kamen auf dem Gelände zeitgleich bis zu 350 Geflüchtete unter – in eilig aufgestellten Festzelten. Quelle: Archiv/Arno Burgi/dpa

Doch auch im Anschluss klemmte die Säge: Fachleute hatten den Platz erneut unter die Lupe ge­nommen. Sie stellten fest, dass nicht nur durch die Verankerung der Zelte weitere Schäden aufgetreten waren, sondern auch der Untergrund des Platzes nicht besonders tragfähig ist. Der Grund: Dort wurden vor allem Trümmer und Schutt verbaut. Also musste der Freistaat erneut umplanen.

Explosive Er­be des Weltkrieges nicht auszuschließen

Immerhin hatten die Bauarbeiter in der Zwischenzeit erste Handgriffe erledigen können. So verschwanden unter anderem die Kunststoff- und Ascheoberflächen. Doch dann stellten sich die Untersuchungen zu mö­glichen Blindgängern auf dem Ge­lände einmal mehr als schwieriger als angenommen heraus.

Ge­meinsam hatten Planer und Ex­­­­perten vom Kampfmittel­be­sei­ti­gungs­dienst in einer intensiven Re­cherche und Sichtung von Fotomaterial das Areal überprüft. Das Er­gebnis: Es sei nicht auszuschließen, dass nicht doch noch ir­gendwo unter dem Platz das explosive Er­be des Weltkrieges schlummert. „Vielmehr besteht für das gesamte Baufeld weiterhin die Möglichkeit des Auffindens von Kampfmitteln“, heißt es vom zu­ständigen Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB).

Kosten für die Sanierung steigen weiter

Deshalb muss nun vor Ort mit al­ler Akribie gesucht werden. Ab An­fang Oktober werden Spezialisten mit Bohrern das Gelände durchlöchern, um die Lage im Untergrund sondieren zu können. Im An­schluss müssen die Löcher wieder mit Fließboden verfüllt werden. Eine Aufgabe, die nach aktueller Einschätzung ein halbes Jahr dauern wird. Im An­schluss, so sagt SIB-Sprecher Tobias Lorenz, sollen die eigentlichen Sa­nierungsarbeiten am Sportplatz oh­ne Verzug weiterlaufen.

Die Kosten für die Sanierung steigen derweil weiter. Zuletzt war noch die Sum­me von zwei Millionen Euro ge­nannt worden, inzwischen rechnen die Planer mit zweieinhalb Millionen Euro. Das Plus resultiert vor al­lem aus der Verfüllung der Bohrlöcher. Kommt nicht noch mehr dazwischen, könnte der Sportplatz Angaben des Freistaats zufolge ab September 2020 wieder genutzt werden können.

Lesen Sie dazu auch:

Verrechnet: Dresdens teure Asylunterkünfte

Warum die SG Gittersee seit April auf einem halbfertigen Spielfeld sitzt

Im Abseits: Warum die Fußballer vom USV TU keinen neuen Sportplatz finden

Von Sebastian Kositz

Sie sorgten an Dresdner Tankstellen für Angst und Schrecken, jetzt müssen sie sich vor Gericht verantworten. Seit Mittwoch wird einem Mann und einer Frau wegen mehrerer Überfälle auf Zapfstationen am Landgericht der Prozess gemacht.

04.09.2019

Autofreies Terrassenufer, Rabatte fürs DVB-Abo und ein Fußverkehrskonzept: Zur Europäischen Mobilitätswoche lässt sich Dresden viel einfallen. Im Zentrum der Aktionswoche steht dieses Mal der Fußgänger.

04.09.2019

Ein unscheinbarer Keller im Messegelände Dresden weckt das Interesse US-amerikanischer Touristen. Einige reisen sogar extra nach Dresden, um ihn zu besichtigen. Ein Tourguide führt sie dorthin – doch warum das Ganze?

04.09.2019