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Lokales Turner kämpfen um ihre Trainingsstätte Klotzsche
Dresden Lokales Turner kämpfen um ihre Trainingsstätte Klotzsche
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12:18 12.02.2019
Trainer David Göhler ist stolz auf seine Sportler und will die Trainingsstätte unbedingt erhalten. Quelle: Lars Müller
Dresden

Gut 40 Sportler vom Vorschulalter bis zur Studentin powern sich an diesem frühen Abend in der Sporthalle in Dresden-Klotzsche unweit des Flughafens aus. Sie trainieren Boden- und Geräteturnen, die Kleinsten toben einem Ball hinterher und haben sichtlich Spaß dabei. Wie lange solche Trainings noch möglich sind, steht jedoch in den Sternen, bedauert David Göhler.

Er ist ehrenamtlicher Trainer und hat vor zwei Jahren den Verein Turn Team Klotzsche aus dem Dresdner Sportclub 1898 ausgegliedert. Der 42-Jährige hat sich dem Breitensport verschrieben. Unter dem Dach des neuen Vereins trainieren rund 150 Turner, Akrobaten, die Dresdner Tricking-Crew, Parcours-Freaks und Tänzer der international renommierten Breakdance-Vereinigung The Saxonz.

Turner mit breitem Kreuz und guten Argumenten

Die Stadt Dresden will sich allerdings in den nächsten Jahren von der kombinierten Schwimm- und Turnhalle trennen. „Ein Alternativstandort wurde uns bisher nicht angeboten“, so Göhler. Dabei werde die Halle von verschiedenen Vereinen sieben Tage die Woche genutzt - „von hunderten Sportlern“, betont er. Das Turnteam will die ungewisse Zukunft der Halle öffentlich machen. Im Rathaus müsse man erkennen, dass gewachsene soziale Strukturen mit Schließung in Gefahr wären.

Stadträte hat Göhler schon kontaktiert, auch Finanzbürgermeister Peter Lames ist als Zuschauer zu einem öffentlichen Training eingeladen. Die Turner sind nicht auf Krawall gebürstet, wollen lieber einen Kompromiss mit der Stadt finden. Aber sie wollen sich auch nicht unterbuttern lassen. Ein breites Kreuz haben sie bekanntlich und Argumente für die Halle.

Göhler bedauert, dass der Verein im Ungewissen gelassen werde. Auch wenn die Räumung der 1936 eingeweihten und als Baudenkmal geschützten Halle erst in ein paar Jahren droht, so wollen die Sportler endlich die Gründe wissen.

Es gibt eine Firma, die sich für das Grundstück interessiert. Mehr wissen die Turner nicht. Mehr verrät auch die Stadt nicht: Es gebe Interessenten, aber noch keine konkreten Pläne, so die Stadtverwaltung auf Anfrage der DNN. „Die Situation der Turnhalle in der Schwimmhalle Klotzsche muss im Zuge der Ablösung des Sportkomplexes geklärt werden“. Es müsse eine geeignete Ausweichfläche gefunden werden, so die Stadtverwaltung. „Dabei ist eine Trennung vom Ersatzneubau der Schwimmhalle (Betreibung Dresdner Bäder GmbH) von der Spezialturnhalle (Betreibung Eigenbetrieb Sportstätten Dresden) vorgesehen.“

Eine ungewöhnlich bunt gemischte Fitnessgemeinschaft

Vom Turn Team hieß es dazu: Man verstehe gut, wenn sich die Stadt um Wirtschaftsansiedlungen bemüht, dabei dürften aber die Bürger nicht vergessen werden.

Göhler gibt zu bedenken: Sportgeräte, riesige Spezialmatten und eine sogenannte Schnitzelgrube – eine mit Schaumstoff gefüllte Sprunggrube – all das kann nicht einfach in einer Schul- oder Vereinssporthalle dazu gestellt werden. Das scheitert schon am Platz.

Deshalb wollen Göhler und seine Mitstreiter für den Erhalt „ihrer“ Halle kämpfen. Kürzlich haben sie mit Unterstützung der Sparkasse eine Crowdfoundig-Aktion zur Finanzierung einer mit Luft gefüllten Trainingsmatte gestartet. Das kann durchaus als Symbol dafür interpretiert werden, dass man an eine Zukunft der ungewöhnlich bunt gemischten Fitnessgemeinschaft glaubt.

Turner Anton Steiner beispielsweise, der regelmäßig als Gast in der Halle trainiert, schwärmt von der lockeren Atmosphäre, dem Zusammenhalt und dem ungezwungenen und doch respektvollen Umgang miteinander. Das finde man so nicht überall. Deshalb kämen sogar Sportler aus Kamenz, Meißen oder Possendorf nach Klotzsche.

Wer sich selbst fürs aktive Trainieren interessiert, sollte einfach beim Training in der Halle vorbei schauen. Infos zum Crowdfounding für die Airtrack-Matte gibt es unter: www.99funken.de/turn-team-klotzsche

Von Lars Müller

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