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Lokales Turmbau in der Dresdner Heide: So steht es um den Wiederaufbau des Wolfshügelturms
Dresden Lokales Turmbau in der Dresdner Heide: So steht es um den Wiederaufbau des Wolfshügelturms
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15:54 04.10.2019
Die Reste des Wolfshügelturms in der Dresdner Heide. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Rund 40 Interessenten haben am Donnerstagvormittag in der Dresdner Heide die Ruine des Wolfshügelturms besucht. Sie nahmen teil an der ersten Führung zu den steinernen Überresten, die der Verein für den Wiederaufbau des Turms organisiert hat. Der Verein besteht seit knapp einem Jahr und konnte an der Ruine erste Fortschritte vermelden.

TU-Labor prüft Material für den Wiederaufbau

Mittlerweile hat es Kernbohrungen gegeben, mit denen der Zustand des Sockels überprüft werden soll. Er ist der einzige Teil des Turms, der stehenblieb, als er kurz vor Ende des Krieges von der deutschen Wehrmacht gesprengt wurde. So sieht es jetzt an der Stelle auf dem Wolfshügel auch noch aus: Betonbrocken liegen umher und sind im Innern des runden Unterbaus zusammengefallen, die Reste des Bauwerks sind gesperrt, Graffiti zieren die Mauern.

Die Ruine des Wolfshügelturms zieht vor allem Geschichtsinteressierte, Abenteurer und Sprayer an. Zum Tag der Deutschen Einheit bot der Verein für den Wiederaufbau des Turms erstmals eine Führung an.

Inzwischen beschäftigt sich am Institut für Massivbau der TU Dresden auch eine Diplomandin in ihrer Arbeit mit dem Turm. Sie wird betreut von Dr.-Ing. Sebastian Wilhelm, der als Bauingenieur und Statiker auch die alten Turmbaupläne sichtete und die Kernbohrungen auswertet. Untersucht wird auch, ob und wie es möglich ist, auf dem Eisenbeton des Fundaments mit Baumaterialien von heute weiterzubauen. Die Materialdichte wird derzeit geprüft im Otto-Mohr-Labor des TU-Instituts.

Ein Modell des historischen Wolfshügelturms gibt es schon. Quelle: Dietrich Flechtner

Denn das ist eine Besonderheit des Wolfshügelturms: Er ist eines der ersten Bauwerke aus Eisenbeton – der wurde dann von Steinmetzen nachgearbeitet, sodass er eine Natursteinoptik erhielt. Urheber war kein geringerer als Stadtbaurat Hans Erlwein. Die sorgfältige Gestaltung hob auch Vereinsvorsitzender Peter Lames (SPD), Dresdens Finanzbürgermeister, hervor. Viele architektonische Einflüsse seien hier „zu einem ganz eigenen Projekt verschmolzen“.

500 000 Euro für den Wiederaufbau

Zunächst soll der Sockel soweit ertüchtigt werden, dass eine Plattform errichtet werden kann. Von dort aus soll wieder ein Blick hinunter in die Stadt und auch ins Innere des Turmsockels möglich sein. „Wenn es in einem Jahr die nächste Führung zum Turm gibt, sollte die Plattform fertig sein“, kündigte Wilhelm an. Schon ab Anfang 2020 plant allerdings „igeltour Dresden“ geführte Wanderungen durch diesen Teil der Dresdner Heide.

Angesetzt für den Wiederaufbau des rund 25 Meter hohen Turms sind zunächst 500.000 Euro. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir zusammenbekommen, was wir brauchen werden“, sagte Lames. Erste Spenden mit Beträgen von 500 bis 1000 Euro seien eingegangen, erklärte SPD-Ratsmitglied Kristin Sturm, die die Turm-Initiative wesentlich auf den Weg gebracht hat. Auch stehe man in Verhandlungen mit möglichen Sponsoren. Die Bäckerei Walther auf dem Weißen Hirsch etwa verkauft seit einiger Zeit ein „Turm-Brot“ – ein Euro von jedem Brot geht an den Verein.

Von Bernd Hempelmann

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