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Lokales Tuberkulose-Tests fast abgeschlossen – ein neuer Krankheitsfall
Dresden Lokales Tuberkulose-Tests fast abgeschlossen – ein neuer Krankheitsfall
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15:54 15.12.2017
Im Rahmen der Tuberkulose-Tests an den Dresdner Hoga-Schulen ist eine weitere TBC-Erkrankung erkannt worden. Quelle: dpa
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Dresden

Im Rahmen der Tuberkulose (Tbc)-Tests an den Dresdner Hoga-Schulen ist eine weitere Tbc-Erkrankung erkannt worden. Die betroffene Person befinde sich in stationärer Behandlung und erhält Antibiotika. Es gebe bislang aber keine Hinweise, dass die betroffene Person ansteckend sei, teilte das Gesundheitsamt mit. „Es ist so, dass nicht alle Formen der Tuberkulose überhaupt andere anstecken können. Nur die offene Form überträgt den Erreger über die Ausatemluft“, erklärt Amtsarzt Jens Heimann. Seit September sind oder waren mindestens drei Personen an den Hoga-Schulen an einer ansteckenden Tuberkulose erkrankt.

Am Donnerstagabend seien die letzten der 900 Schüler untersucht worden. Davon seien bislang 769 Blutproben ausgewertet. In 53 Fällen habe es ein positives Testergebnis gegeben. Das bedeute aber noch nicht, dass die Krankheit dann auch ausbreche.

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Wenn ein Test positiv ausfällt, werden Betroffene noch am gleichen Tag telefonisch kontaktiert und bekommen eine Überweisung zum Röntgen, teilte die Stadt mit. Dieses kann durch die Kooperation mit Röntgenpraxen und der Uniklinik gleich am nächsten Tag durchgeführt werden. Anhand des Röntgenbildes der Lungen stellen die Fachleute in der Regel sofort fest, ob weitere Tests erforderlich sind.

Auch präventive Therapie kann Nebenwirkungen haben

Ist das Röntgenbild unauffällig, wird die Person umfangreich beraten und bekommt eine mehrmonatige medikamentöse Prävention durch Antibiotika empfohlen. „In dieser Zeit gibt es aus medizinischer Sicht keinerlei Einschränkungen für das tägliche Leben und den Kontakt zu Freunden, Bekannten und Familie“, so Heimann. Nach Angaben des „Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose“, auf die das Gesundheitsamt verweist, wird die präventive Behandlung in der Regel mit einer 9-monatigen Einnahme von Isoniazid durchgeführt. Zu den möglichen Nebenwirkungen des Wirkstoffs können nach Herstellerangaben Leberentzündung, Schwindel und eine toxische Wirkung auf das zentrale und periphere Nervensystem gehören.

Zeigt sich allerdings am Röntgenbild, dass die Tuberkulose bereits ausgebrochen ist, wird der Patient sofort stationär aufgenommen und muss eine sechsmonatige Therapie mit verschiedenen Medikamenten beginnen, die aber zum Großteil ambulant erfolgen kann. Typischerweise ist eine Tuberkulose-Erkrankung mit Husten verbunden. Um zu ermitteln, ob die Tbc-Erkrankung ansteckend ist, wird im Labor der Hustenauswurf des Patienten analysiert.

Mitte kommender Woche werden die letzten Befunde der jetzt abgeschlossenen Untersuchung erwartet.

Die Kritik an der Informationspolitik des Gesundheitsamts lässt nicht nach. Betroffene Eltern beschwerten sich, dass sie an der Hotline des Gesundheitsamts veraltete Informationen erhielten und ihnen dort von keinem neuen Erkrankungsfall berichtet wurde.

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Von Stephan Lohse und Tomke Giedigkeit

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