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Lokales Trockenheit setzt Bäumen in Dresdner Parks heftig zu
Dresden Lokales Trockenheit setzt Bäumen in Dresdner Parks heftig zu
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12:28 31.08.2019
Bäumegießen im Blüherpark. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Ob am Straßenrand oder im Stadtpark: Die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre setzt den Bäumen heftig zu. Stadt- und Parkverwaltungen müssen sie immer öfter bewässern, wie eine Umfrage der dpa ergab. Doch vor allem den älteren Bäumen mit tiefer reichenden Wurzeln können sie so kaum helfen. Diese werden zudem gegen Krankheiten anfällig. Viele Bäume gehen deswegen verloren. Genau Zahlen liegen zumeist noch nicht vor.

Dürreschäden an Dresdner Bäumen

Auch im Großen Garten Dresden und im Schlosspark Pillnitz ist die große Trockenheit zu sehen. „Wir haben zwölf Bäume mit Rußrindenkrankheit gezählt“, sagte der Sprecher der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Uli Kretzschmar. Im vergangenen Jahr seien es sieben oder acht gewesen. Außerdem falle auf, dass die Baumkronen nicht mehr so dicht seien.

Rund 700 abgestorbene Bäume in Dresden

Fast 54.200 Bäume von 139 Baumarten an Straßenrändern und in Parks sorgen in Dresden für frische Luft. „Ihnen geht es nicht gut“, sagte der Sachgebietsleiter Straßenbäume, Steffen Löbel. In Stadtgebiet gebe es derzeit etwa 300 abgestorbene Straßenbäume sowie weitere 400 Bäume in den städtischen Grün- und Parkanlagen. Auch eine alte Rotbuche am Albertplatz hat die Hitze nicht überstanden. Krankheiten und Pilze hätten die geschwächten Bäume befallen. Wegen der Rußrindenkrankheit mussten etwa 80 Bäume gefällt werden. Vor allem Buche, Berg-Ahorn, Weiß- und Rotdorn und Eberesche sei es zu warm. Schon im vergangenen Jahr seien 7000 bis 8000 Bäume zusätzlich gewässert worden. Die Feuerwehr hat geholfen. In diesem Jahr waren es etwa 6000, davon 4000 Jungbäume. Bei etwa 20 Baumarten wird laut Löbel aktuell getestet, wie sie mit Hitze- und Trockenstress klar kommen.

Auch Bäume in Leipzig und Chemnitz leiden unter Trockenheit

In den Parkanlagen Leipzigs müssen in diesem Jahr die neu angepflanzte Stauden, Rosen, Junggehölze und zum Teil auch Jungbäume verstärkt gewässert werden. „Die Situation ist mit der des vergangenen Jahres vergleichbar“, sagte die Sprecherin der Stadtreinigung, Susanne Zohl. Während 2018 vor allem die Rasen und Kleingehölze der Trockenheit zum Opfer fielen, treffe es diesmal vor allem große Bäume wie Birken, Rot-Buchen, Berg-Ahorn und Kiefern. „Das sind die Spätfolgen der damaligen Dürre und der anhaltenden Trockenheit in tieferen Bodenschichten.“ Wie groß die Schäden seien, könne noch nicht gesagt werden. „Das gesamte öffentliche Grün ist mehr oder weniger stark betroffen.“

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Der Schlosspark Lichtenwalde bei Chemnitz gilt mit seinen 335 Wasserspielen als einer der schönsten Barockgärten in Deutschland. „Die Vitalität des gesamten Pflanzenbestands im Park leidet spürbar“, sagte die Chefin der Augustusburg-Scharfenstein-Lichtwalde Schlossbetriebe, Patrizia Meyn. Wegen des immer weiter steigenden Wasserbedarfs und der zunehmenden Anfälligkeit von Bäumen und Sträuchern für Krankheiten und Schädlinge steige Pflegeaufwand. Das gehe nicht ohne zusätzliche Mitarbeiter. „Deshalb brauchen wir für den Erhalt unserer Gartendenkmale zukunftsweisende Strategien und ein klares Investitionsbekenntnis der Länder und des Bundes.“ Meyn ist Mitglied im Vorstand des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland.

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Die Rhododendren etwa hätten weniger Blüten und seien 2018 und 2019 erstmals seit mehr als zehn Jahren mit Schläuchen bewässert worden. „Noch bis vor fünf Jahren war die künstliche Bewässerung von Rasenflächen und Parkbäumen die absolute Ausnahme.“ Bei der Erneuerung von Rasen- oder Pflanzflächen müsse unter anderem über steuerbare versenkbare Regner oder Tröpfchenbewässerung nachgedacht, ein Schlauchsystem oder ein Gießwagen neu angeschafft werden.

Bewässert werde mit Wasser aus dem Flüsschen Zschopau, sagte Meyn. Werde das Wasser dort weniger und schlechter, stehe der Fortbestand des gesamten Parks samt Wasserspielen auf der Kippe.

Chemnitz verliert 25.000 Bäume

Die Stadt Chemnitz hat den Zeisigwald und den Küchwaldpark nahe der Innenstadt. Der Stadtpark zieht sich bis ins Erzgebirgsvorland. Bei trockener Witterung sind Mitarbeiter des Grünflächenamtes mit drei Fahrzeugen mit 700-Liter-Tank unterwegs, wässern Sommerblumen, Stauden und Jungbäume. An manchen Tagen mussten die Wasserwagenzwischen acht und zehn Mal befüllt werden.

Für 2018 und 2019 geht die Stadt von einem Verlust von etwa 25.00 Bäumen aus. Das entspricht rund fünf Prozent. In diesem Jahr seien bisher 373 Bäume gefällt und 323 neu gepflanzt worden. Weitere 500 neue Bäume sind bis Ende nächsten Jahres geplant.

Von RND/dpa/iro

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