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Lokales Transdev übernimmt Strecken der insolventen Städtebahn
Dresden Lokales Transdev übernimmt Strecken der insolventen Städtebahn
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13:45 16.09.2019
Ob Transdev als Mitteldeutsche Regiobahn oder unter einem anderen Namen auf den Städtebahn-Strecken fahren wird, ist noch nicht bekannt. Quelle: Archiv
Dresden

Für die Zugstrecken der Städtebahn Sachsen gibt es einen neuen Betreiber. Nach der plötzlichen Betriebseinstellung und Insolvenz des Unternehmens hat der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) per Notvergabe die Transdev-Regio-Ost-GmbH bis Ende 2021 mit dem Betrieb des Dieselnetzes betraut.

Die Transdev-GmbH ist die Tochter der französischen Transdev Group und unter dem Namen Mitteldeutsche Regiobahn sowie als Eigentümer des Regionalbusses Oberlausitz im VVO-Gebiet aktiv. Das Unternehmen hatte unter allen Bewerbern ein Angebot abgegeben, „das der Haushalt des VVO in den kommenden zwei Jahren verkraften kann“, wie es der Meißner Landrat Arndt Steinbach (CDU) in seiner Funktion als stellvertretender VVO-Verbandschef formuliert.

VVO zahlt für Betrieb „einige Millionen Euro“ im Jahr mehr

Genaue Zahlen benennt der VVO nicht, aber der Betrieb auf den Strecken zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, durch das Müglitztal nach Altenberg sowie zwischen Pirna und Sebnitz kostet nun bis Ende 2021 „einige Millionen Euro pro Jahr mehr“, als die Städtebahn laut Vertrag bekommen hätte, wie VVO-Sprecher Christian Schlemper sagt.

Begründet wird das mit der kurzfristigen Vergabe und der relativ kurzen Betriebszeit. Hinzu kämen gestiegene Gehaltskosten, die insbesondere für am Arbeitsmarkt rar gewordene Triebwagenführer und Zugbegleiter anfallen, wie Steinbach anfügt.

Der VVO hatte der Städtebahn den Verkehrsvertrag gekündigt, nachdem diese infolge von Streitereien mit dem Leihgeber ihrer Desirio-Dieseltriebwagen einfach den Betrieb eingestellt hatte. Einige Wochen gab es einen Ersatzverkehr mit Bussen, ehe der inzwischen eingeschaltete Insolvenzverwalter Stephan Laubereaudafür sorgte, dass die Städtebahn bis zur Neuvergabe wieder auf ihre gewohnten Strecken zurückkehrte.

Transdev muss Personal übernehmen

Das bleibt jetzt erst einmal auch so. Es dauere „mehrere Wochen“, bis Transdev übernehmen könne, sagt VVO-Sprecher Schlemper. Noch im Herbst solle es jedoch soweit sein. Grund für den langen Vorlauf ist unter anderem die Personalübernahme, die der VVO bei der Vergabe zur Bedingung gemacht hat. Transdev hat allen Städtebahn-Mitarbeitern ein Angebot zu machen, das diese dann vier Wochen bedenken können.

Klaus-Peter Schölzke von der Gewerkschaft deutscher Lokführer (GDL) zeigt sich zufrieden, dass die Städtebahn-Mitarbeiter von einem Unternehmen mit dem Bundesrahmentarifvertrag der GDL übernommen werden. „Die Zeit der Unsicherheit geht damit zu Ende“, sagt er.

Ob Transdev als Mitteldeutsche Regiobahn fährt, ist noch nicht klar

Unklar ist, wieviel Fahrgäste von dem Wechsel bemerken werden. Der Fahrplan soll in jedem Fall beibehalten werden, ebenso die bekannten Desirio-Dieseltriebwagen. „Vielleicht merken sie es nur an einer anderen Uniform“, sagt Schlemper. Denkbar sei auch, dass Transdev nicht unter dem eigenen Namen Mitteldeutsche Regiobahn fährt, sondern die Städtebahn Sachsen zumindest eine Zeit lang als Subunternehmer weiter beschäftige.

Gleichzeitig mit der Notvergabe hat der VVO beschlossen, die reguläre Vergabe für den Zugbetrieb ab 2021 anzugehen. Für die Ausschreibung wird etwa ein Jahr gerechnet, ein weiteres wird dann dem beauftragten Betreiber eingeräumt, um sich vorzubereiten. Der Verkehrsverbund geht davon aus, dass bei der regulären Ausschreibung wieder billigere Angebote abgegeben werden, weil dann ein längerer Zeitraum zur Debatte steht.

Die jährliche Zugleistung auf den ehemaligen Städtebahn-Strecken umfasst rund 1,9 Millionen Zugkilometer. Im Netz sind täglich knapp 10 000 Fahrgäste unterwegs.

Von Uwe Hofmann

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