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Lokales Tradition gerettet: Die 14. Erich-Kästner-Rallye kann stattfinden
Dresden Lokales Tradition gerettet: Die 14. Erich-Kästner-Rallye kann stattfinden
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09:30 22.04.2019
Die Rallye hat Tradition – hier fassen Polizei und Kinder bei der 5. Diebesjagd 2010 gemeinsam die Diebe. Quelle: Carola Fritzsche
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Dresden

Es ist erst April und dennoch läuft die Organisation der 14. Erich-Kästner-Rallye schon auf Hochtouren – auch wenn die beliebte literarisch-theatralische Gaunerjagd für Kinder erst am 4. Juli stattfindet. Wieder haben sich viele Schulklassen auf die 400 Plätze angemeldet.

Ringen um die Förderung

„Leider mussten wir etwa der Hälfte der Schulen, die sich anmelden wollten, absagen“, erklärte Dirk Strobel, künstlerischer Leiter der Rallye. „Wir versuchen, eine Ausgewogenheit zwischen den Schulen, bei denen man schon von einer Tradition bei der Teilnahme an der Rallye sprechen kann, und denen, die sich ganz neu anmelden, zu erreichen. Das ist nicht leicht“, meinte der künstlerische Leiter. Der Fokus liege aber klar bei den Schulen aus dem Dresdner Stadtgebiet.

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Immerhin sei man froh, dass die Rallye überhaupt stattfinden kann – denn es gab laut Strobel ein schweres Ringen um die städtische Förderung des Theaterpädagogischen Zentrums Sachsen, das die Rallye gemeinsam mit dem Erich-Kästner-Museum veranstaltet. Von der Förderung in Höhe von 7500 Euro fließen nämlich 2500 Euro in die Finanzierung der Rallye.

2019 ist ein besonderes Kästner-Jahr

„Seit 2001 arbeiten wir kontinuierlich in Sachsen in den Bereichen kulturelle Bildung, Forumtheater und zielgruppenorientierte Theaterformen. Wir erreichen mit unseren Projekttagen, Werkstätten und Aufführungen etwa 3000 Menschen jährlich, seit 2006 gibt es jedes Jahr die Rallye – da ist es seltsam, wenn uns durch die Kulturverwaltung vorgeworfen wird, wir würden nur Projekte machen und uns deswegen die institutionelle Förderung gestrichen werden soll“, erklärte Walter Henckel, Geschäftsführer des Theaterpädagogischen Zentrums Sachsen.

Glücklicherweise sei die Debatte Strobel zufolge nun für das erste durchgestanden: „Der Kulturausschuss ist der Empfehlung der Verwaltung nicht gefolgt und die Finanzierung ist auch dank vieler Sponsoren sicher“, sagte Strobel. Das sei für die Organisatoren der Erich-Kästner-Rallye umso wichtiger, da es sich bei 2019 um ein besonderes Jahr handelt: Der berühmte Dresdner Autor hätte am 23. Februar seinen 120. Geburtstag gefeiert und auch sein vielleicht bekanntestes Buch „Emil und die Detektive“ wird 90 Jahre alt.

Die Werke „Das doppelte Lottchen“ und „Konferenz der Tiere“ werden beide 70 Jahre alt. „Wir werden uns in der Rallye auch auf diese Geburtstage beziehen und müssen ohnehin einige Stationen neu gestalten“, verriet Strobel. Es bleibt also auch bei der diesjährigen Diebesjagd spannend.

Von Annafried Schmidt