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Lokales Totes Baby in Niederau: Mutter zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt
Dresden Lokales Totes Baby in Niederau: Mutter zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt
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18:24 06.11.2019
Anwohner trauerten um das tote Baby. Quelle: Tino Plunert/Archiv
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Dresden/Niederau

„Ein Neugeborenes ist das hilfloseste Wesen überhaupt, es braucht dringend Fürsorge. Sie haben Ihr neugeborenes Kind schutzlos an einem kalten Tag bei Temperaturen um 0 Grad dem Tode preisgegeben“, erklärte Richter Martin Uebele der Angeklagten Nicole R. Die 32-Jährige wurde am Mittwoch wegen Totschlags vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt.

Sie hatte am 3. Dezember 2017 in Niederau einen kleinen Jungen zur Welt gebracht und ihn unversorgt auf einem Feld abgelegt. Der Kleine erfror. Einige Tage später wurde der tote Säugling gefunden. Bei einer großangelegten Suche nach der Mutter kam man durch eine DNA-Probe auf die Angeklagte.

Ein Lehrling hat am Donnerstagnachmittag ein totes Neugeborenes in Niederau gefunden. Der junge Mann machte den grausamen Fund gegen 13.30 Uhr während der Reparatur eines Zaunes auf einem Feld nahe der Kirchstraße.

Über das Warum und Wieso kann nur spekuliert werden

Die 32-Jährige legte zwar ein Geständnis ab, da die Öffentlichkeit aber während der Verhandlung häufig ausgeschlossen wurde, kann über das Warum und Wieso nur spekuliert werden. Offenbar blieb die Tat aber auch für alle anderen ein Rätsel, denn Nicole R. hielt sich sehr bedeckt. „Sie haben sehr wenig zu ihrer Motivation und den näheren Umständen gesagt. Die Tat bleibt auch für die Kammer nicht nachvollziehbar“, erklärte Uebele.

Auch der Kindsvater und dessen Familie haben nie eine Antwort bekommen. Er und die Angeklagte lernten sich im Februar 2017 kennen, sie zog mit in das Haus seiner Eltern und wurde, so der Richter, „mit offenen Armen und sehr herzlich empfangen.“ Schnell wurde Nicole R. schwanger, verheimlichte dies aber allen – auch ihrem Freund. Warum?

Weder privat noch beruflich hätte es Probleme gegeben

Sie hätte weder privat noch beruflich Probleme bekommen. Sie verdrängte die Schwangerschaft auch vor sich selbst, suchte keinen Arzt, kein Krankenhaus auf. Wenn sie das Kind nicht behalten wollte, warum hat sie es nicht anonym in einer Klinik zur Welt gebracht und adoptieren lassen? Das hatte sie Jahre zuvor einmal getan – sie wusste also, dass es diese Möglichkeit gibt.

Aber als die Wehen einsetzten, fuhr sie nicht in die fünf Minuten entfernte Klinik, sondern brachte das Baby im Auto zur Welt, wickelte es in Handtücher, legte oder warf – das konnte nicht geklärt werden – das hilflose Wesen auf einen Acker, fuhr nach Hause und erfand für den Kindsvater eine Ausrede für ihr Fortbleiben.

Von Monika Löffler

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