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Lokales Tokios Trauma – Eiichi Kido spricht in der Frauenkirche über die Bombardierung Tokios
Dresden Lokales Tokios Trauma – Eiichi Kido spricht in der Frauenkirche über die Bombardierung Tokios
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12:29 19.02.2018
The industrial section of Tokyo along the Sumida River is pictured in this aerial view showing wartime destruction, 1945. (AP Photo) | The industrial section of Tokyo along the Sumida River is pictured in this aerial view showing wartime destruction, 1945. (AP Photo) Quelle: picture alliance / AP Images
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Dresden

Die Bombardierung Tokios im März 1945 gilt als einer der opferreichsten, konventionellen Bombenangriffe der Menschheitsgeschichte. Der japanische Politologe Eiichi Kido spricht darüber am Dienstag, dem 20. Februar, 19.30 Uhr, in der Dresdner Frauenkirche (Eingang F/Unterkirche/Neumarkt). Sein Vortrag »Tokio. Das Inferno am 10. März 1945 und heute« ist Teil der Reihe »Städte im Krieg – Städte für den Frieden«, zu der die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden gemeinsam mit dem Dresdner Geschichtsverein einlädt.

Von Dezember 1944 bis August 1945 war Tokio über 30-mal das Ziel US-amerikanischer Luftangriffe. Die Stadt Tokio bildete zusammen mit Kawasaki, Yokohama die Metropolregion Kanto. Das Ballungsgebiet bot 20 Prozent der Bevölkerung von Japan ein Zu Hause. Obwohl das vorrangige Ziel der Luftangriffe die Zerstörung der tokioer Industriebetriebe war, lagen am Kriegsende über 50 Prozent der Stadt in Trümmern, waren 100000 Tote zu beklagen und 2,8 Mio Menschen obdachlos. Nachdem die Bombardierung der Industriestandorte abgeschlossen war, zielten die folgenden Angriffe mit Brandbomben auf die vornehmlich aus Holz gebauten Wohnviertel und die darin lebende Zivilbevölkerung. Mehr als 4 Mio Menschen flohen oder wurden evakuiert. Die sechs massiven Flächenbombardements ließen eine höhere Opferzahl beklagen als die schweren Luftangriffe in Europa, sogar die der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Eine gesamthumane Katastrophe.

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Kido engagiert sich unter anderem gegen die wachsende Militarisierung und nukleare Aufrüstung Japans. Musikalisch wird der Abend am 20. Februar von der japanischen Pianistin Hideyo Harada umrahmt. Der Eintritt ist frei.

Von Carolin Seyffert