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Lokales Teure Nachwehen einer Trennung
Dresden Lokales Teure Nachwehen einer Trennung
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13:12 28.05.2019
Wegen Beleidigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen wurde Jens E. am Montag zu einer Geldstrafe verurteilt. Quelle: dpa/Uli Deck
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Dresden

„Sie sind erwachsene Menschen, die solche Sachen doch selbst klären sollten. So etwas gehört nicht vor Gericht“, erklärte Richterin Birgit Keeve dem Angeklagten. Jens S. nickte zustimmend, offenbar hatte der 48-Jährige vergessen, dass wegen ihm das Amtsgericht bemüht werden musste, weil er sich nach der Trennung von Frau L. ziemlich daneben benommen hatte.

Die beiden arbeiteten im selben Unternehmen und hatten sich im Februar 2017 in der Firma kennen- und lieben gelernt. Die Affäre war von kurzer Dauer, da Jens E. wohl zu besitzergreifend, Frau L. zudem verheiratet war und ist. Wer sich da eigentlich von wem getrennt hat, konnte nicht geklärt werden – die einst Liebenden stritten sich nicht nur auf Facebook, sondern auch vor Gericht heftig.

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Facebook ist kein rechtsfreier Raum

Es spricht einiges für die Version von Frau L., denn der Angeklagte veröffentlichte nach der Trennung auf Facebook – für jedermann einsehbar – Bilder und böse Beleidigungen und bezeichnete sie als „Schlampe“oder „Nymphomanin“. Unter einem Foto von ihr, dass sie im Krankenhausbett zeigt, schrieb er „Abtreibung“. Sie erwartete Nachwuchs von ihrem Mann und war wegen einer Eileiterschwangerschaft in der Klinik. „Herr E. war aber der felsenfesten Überzeugung, dass ich von ihm schwanger gewesen sei. Das hat er auch überall behauptet.“

Das Bild hatte sie ihm auf sein Drängen hin geschickt, ihm aber nicht gestattet, es zu veröffentlichen. Ein Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz, das das Recht am eigenen Bild regelt. Aber wie so viele andere dachte wohl auch der Angeklagte, Facebook ist ein rechtsfreier Raum und wenn sie ihm ein Bild schickt, kann er damit machen, was er will. Als es weitere böse Nachrichten von ihm gab und sie Ärger in der Firma hatte, ging sie zum Betriebsrat und zur Polizei.

Wegen Beleidigung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen wurde Jens E. am Montag zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 35 Euro verurteilt.

Von Monika Löffler

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