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Lokales Tausende demonstrieren in Dresden für Flüchtlinge
Dresden Lokales Tausende demonstrieren in Dresden für Flüchtlinge
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19:37 09.09.2015
Rund 5000 Demonstranten ziehen durch Dresdens Innenstadt.
Rund 5000 Demonstranten ziehen durch Dresdens Innenstadt. Quelle: DNN
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Begleitet von zahlreichen Polizisten versammelten sie sich zunächst am Hauptbahnhof und zogen dann von dort aus durch die Stadt.

Unter dem Slogan „Es reicht! Schutz für Geflüchtete statt Verständnis für Rassisten“ hatte das Bündnis Dresden Nazifrei dazu gemeinsam mit zahlreichen anderen Initiativen in ganz Deutschland aufgerufen. Vor dem Polizeipräsidium und vor der Staatskanzlei von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gab es Zwischenkundgebungen. Beobachter schätzten die Zahl der Teilnehmer auf rund 5000, darunter auch zahlreiche Familien mit Kindern.

"Wir stehen auf der Seite der Geflüchteten", teilten die Organisatoren mit. Der Schutz der Geflüchteten müsse im Mittelpunkt stehen, nicht Verständnis für Rassisten. Heidenau müsse der Anfang vom Ende der Welle rechter Gewalt sein. Sie riefen die Teilnehmer auf, Nazis und Rassisten offensiv entgegenzutreten, ihnen zu widersprechen, ihnen weder die Straße noch das Wort zu überlassen. "Die Saat von Pegida geht auf", warnten sie. Dresden sei zentraler politischer Ort der aktuellen Auseinandersetzung und daher gezielt für die Demo gewählt.

Einige Teilnehmer hielten Zettel und Schilder hoch, auf denen sie auf je einen der vielen Angriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte verwiesen. Die Demonstration stand unter dem Eindruck der rechtsradikalen Ausschreitungen vor einem Flüchtlingsheim in Heidenau vor gut einer Woche und der Debatte um ein Versammlungsverbot in der Kleinstadt unweit von Dresden. Die Demo war nach dem Willkommensfest in Heidenau der zweite Teil. Hatte man sich dort um das Wohl der Flüchtlinge gekümmert, stand am Samstag die Kritik an der Politik im Mittelpunkt. Vor allem der sächsischen Landesregierung warfen die Organisatoren "kalkuliertes Staatsversagen" vor.

Die Veranstaltung verlief friedlich. Eine Ausnahme bildeten drei Vermummte, die in der Neustadt Beutel mit einer dunklen Flüssigkeit gegen das Sozial- und Integrationsministerium warfen.

Am Ende der Demonstration konnten die Teilnehmer noch ein Doppelkonzert genießen. Das Rap-Duo "Zugezogen Maskulin" sowie Max Herre zusammen mit Chefket beendeten den Demo-Nachmittag in Dresden.

Im Anschluss an die Demonstration sind rund 400 Flüchtlingsunterstützer vor die Asylbewerberunterkunft in Heidenau gezogen. Zusammen mit zahlreichen Flüchtlingen tanzten sie auf der Straße und riefen zu Solidarität auf. Gegner der Unterkunft oder rechte Demonstranten waren in der Umgebung nicht zu sehen. Zwischenfälle gab es laut Polizei nicht.

dpa/ttr/sl