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Lokales Tafel-Vorfall: Gegenwind für Dresdner CDU-Stadträte
Dresden Lokales Tafel-Vorfall: Gegenwind für Dresdner CDU-Stadträte
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12:40 24.10.2016
Symbolbild  Quelle: Archiv/Vladimir Zaplakhov
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Dresden

 Die Ankündigung der CDU-Stadträte Peter Krüger und Angela Malberg, die Ablehnung der Zusammenarbeit mit dem Verein Dresdner Bürger Helfen Obdachlosen und Bedürftigen e.V. durch die Dresdner Tafel im Stadtrat zu thematisieren, stößt auf breiten Widerspruch. Der Tafel-Vorsitzende Andreas Schönherr wollte nicht mit dem im Sommer neugegründeten Verein zusammenarbeiten, weil dieser nur Deutschen Unterstützung zukommen lassen will. Daraufhin wurde ihm von einem der Vereinsmitglieder auf Facebook der Tod gewünscht. Unter diesem Post hatte Malberg eine Überprüfung der Tafel angekündigt. Krüger pflichtete ihr bei.

„Das Verbreiten von Unwahrheiten durch die CDU-Stadträte Malberg und Krüger über den Satzungszweck der Dresdner Tafel und ihr unüberlegtes Beipflichten unter einem Post, welcher dem Chef der Dresdner Tafel den Tod wünscht, sind ein politisches Desaster“, teilte Linken-Stadtrat Nobert Engemaier am Donnerstagabend mit. Dass die CDU-Stadträte nun vorgeben den Post nicht gelesen zu haben, sei weder glaubwürdig noch eine klare Distanzierung vom Autor und seinen Falschbehauptungen. Es sei Aufgabe des gesamten Stadtgesellschaft, Wirrköpfen, welche Lügen und Todeswünsche verbreiten, entgegenzutreten, so Engemaier.

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Michael Schmelich, Sprecher des Kreisverbandes der Grünen und Stadtrat, fand ähnlich scharfe Worte: „Zur Ahnungslosigkeit von Frau Malberg möchte ich eigentlich gar nichts sagen“, sagte der Politiker und fügte hinzu, „wir sollten uns als Stadtrat auf den sozialpolitischen Bereich konzentrieren und nicht versuchen Einfluss auf Freie Träger zu nehmen. Von diesem Bashing gegen die Tafel halte ich in jedem Fall überhaupt nichts“.

SPD-Stadtrat Vincent Drews, der im Sozialausschuss sitzt, in dem das Thema nach dem Willen von Krüger und Malberg zur Sprache kommen soll, zeigt sich verwundert über seine CDU-Kollegen: „Die Tafel erhält derzeit keine Mittel von der Stadt. Also gibt es auch nichts zu diskutieren. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass wir Förderungen nicht von ideologischen Standpunkten abhängig machen sollten“.

FDP-Stadtrat Jens Genschmar, der ebenfalls im Sozialausschuss sitzt, und Mitbegründer des besagten Vereines ist, war wie schon am Donnerstag nicht für die DNN zu erreichen. Jan Donhauser, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, wollte sich am Freitag gegenüber den DNN noch nicht konkret zur Sache äußern. Er kündigte jedoch an, das Gespräch mit Malberg und Krüger zu suchen, um den Sachverhalt abschließend bewerten zu können.

Von hh

Nachtrag der Redaktion: Die Dynamo Fan Tankstelle, über deren Facebook-Seite Jens Genschmar ein BVB-Trikot von Sebastian Kehl zu Gunsten seines Vereines versteigern lassen wollte, distanzierte sich am Wochenende vom Disput des Obdachlosenvereines mit der Tafel. Betreiberin Simone Saloßnick wolle das Geld nun stattdessen den Kindern und Jugendlichen der Arche Radebeul zu Gute kommen zu lassen und ihnen ein Fussballnachmittag im Dynamo-Stadion ermöglichen. "Sebastian Kehl, sein Verein und ich als Tankstelle möchten in keinster Weise damit etwas zu tun haben", teilt Saloßnick mit.

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