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Lokales TU-Studie: Ausländische Fachkräfte fühlen sich in Dresden größtenteils wohl
Dresden Lokales TU-Studie: Ausländische Fachkräfte fühlen sich in Dresden größtenteils wohl
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23:31 09.09.2015
Von Stephan Lohse
Dresden wirbt um internationale Fachkräfte - und die, die kommen, fühlen sich in Dresden meist wohl. Quelle: dpa

Wie eine jetzt vorgestellte Studie ergab, gibt es gleichwohl noch viel Luft nach oben.

Mehr als jeder Dritte hat Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit machen müssen. So fühlten sich beispielsweise viele bei der Wohnungssuche diskriminiert. Vier Prozent, und damit zehn Personen, wurden Opfer körperlicher Gewalt. Besonders betroffen waren Menschen, die aus Afrika, dem Nahen und mittleren Osten und aus Asien kamen – also diejenigen, die nicht wie ein typischer Mitteleuropäer aussehen. 15 Prozent der befragten „Nicht-Weißen“ gaben an, Angst vor körperlicher Gewalt zu haben.

Befragt wurden zwischen November und Dezember insgesamt 352 ausländische Mitarbeiter von großen Dresdner Unternehmen wie GlaxoSmithKline, Novaled oder Globalfoundries, von Forschungseinrichtungen wie dem Helmholtz-Institut in Rossendorf, dem Dresdner Leibniz-Institut, Frauenhofer- und Max-Planck-Instituten, der Uniklinik oder der TU Dresden. Hinzu kommen Interviews mit Firmenverantwortlichen, die für die Anwerbung von Fachkräften verantwortlich sind.

Wolfgang Donsbach, Leiter des Institutes für Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden. Quelle: Stephan Lohse
So spiele Fremdenfeindlichkeit eine wesentliche Rolle bei der Jobsuche wie bei der Suche nach Mitarbeitern. Von denen, die sich gegen Dresden entscheiden, geben 14 Prozent die Fremdenfeindlichkeit als Grund an. Ein klarer Standortnachteil für Dresden, wie Wolfgang Donsbach, Leiter des Institutes für Kommunikationswissenschaft, bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag warnte.

Es gebe allerdings auch Grund zur Freude. So sei in den vergangenen zwei Jahren die Zufriedenheit der Fachkräfte mit dem Ausländeramt deutlich gestiegen. Auch die Integration der neuen Mitarbeiter durch die Arbeitgeber habe sich seit 2010 deutlich verbessert, zeigen die Zahlen.

Insgesamt fühlen sich laut Studie 34 Prozent der Befragten komplett wohl in Dresden, nur acht Prozent fühlen sich nicht wohl. In der Gesamtbevölkerung sind 62 Prozent glücklich und nur drei Prozent unglücklich.

Es gebe noch viel Raum zur Verbesserung, urteilte Donsbach. Sein Schluss: Dresden brauche noch viel mehr Fachkräfte von außen. Denn viele Dresdner seien nicht ausländerfeindlich sondern schlicht unsicher. Auch Anthony Hyman, Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik, sah die Ergebnisse der Studie grundsätzlich positiv. Sie zeige, dass die meisten Dresdner doch aufgeschlossen seien, so der Wissenschaftler.

Stephan Lohse

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