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Lokales Psychische Beschwerden? TU Dresden will Problemen vorgreifen
Dresden Lokales Psychische Beschwerden? TU Dresden will Problemen vorgreifen
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11:42 08.05.2019
Burnout, Depression, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen sind nach einer Studie der Swiss Life mittlerweile die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit in Deutschland (Symbolbild). Quelle: picture alliance/dpa
Dresden

Prüfungsangst, mangelndes Selbstwertgefühl, Depressionen, Alkohol-, Drogen- oder Online-Sucht sowie Zweifel am Studium sind Gründe, die manche Studierende an die Grenzen ihrer mentalen Belastbarkeit bringen: Mehr als eintausend angehende Akademiker nahmen im vergangenen Jahr Kontakt mit der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) des Dresdner Studentenwerks auf.

Zusätzliche Beratungsstelle

Dazu kommen über 500 Hochschulmitarbeiter, Dozenten, Fachberater, Mitarbeiter und Angehörige, die im gleichen Jahr an die Beratungsstelle herantraten. Dabei ist die PSB nicht die einzige Anlaufstelle für Belastungs- und Konfliktberatung an der Universität. Das Gesundheitsmanagement der TU Dresden stellt zusätzlich eine psychologische Beratung sowie verschiedene Trainings- und Gruppenangebote bereit.

„Wir arbeiten hier mit dem Kopf und nicht körperlich, deshalb müssen wir uns als Arbeitgeber zwangsläufig mit dem Thema psychische Gesundheit auseinandersetzen“, erklärt Dr. Andreas Handschuh, Kanzler der TU Dresden. Um die bereits vorhandenen Maßnahmen zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen von Studierenden und Universitätsbeschäftigten zu erweitern, unterzeichnete Handschuh im Namen der TU Dresden am Dienstag, 7. Mai, einen Kooperationsvertrag mit der Krankenkasse AOK Plus.

Beratung mit Hilfe von elektronischen Medien

Bis zum Herbst 2022 haben Studierende und Beschäftigte an der TU die Möglichkeit, neben klassischen Maßnahmen zur Prävention von psychischen Erkrankungen auch neue Innovationen aus dem Bereich des sogenannten „E-Mental-Health“ zu nutzen. Die Anwendung neuer Medien bei der Behandlung und Vorbeugung psychischer Erkrankungen ist Teil der Forschung von Corinna Jacobi, Inhaberin der Professur „Klinische Psychologie und E-Mental Health“ an der TU Dresden.

„Die Interaktion findet dabei nicht konventionell von Angesicht zu Angesicht statt, sondern mit Hilfe von elektronischen Medien. Das stellt für viele Betroffene eine geringere Schwelle dar, sich ort- und zeitunabhängig mit ihren psychischen Problemen auseinanderzusetzen,“ erklärt sie. Ziel des Forschungsprojektes ist es, Studierende und Beschäftigte in die Lage zu versetzen, bereits selbst erste Symptome psychischer Beschwerden zu erkennen.

Zusammenarbeit von Uni und Krankenkasse ist Pilotprojekt

Für den Vertragspartner AOK Plus bietet die Kooperation darüber hinaus eine seltene Gelegenheit, direkten Zugang zu Daten aus dem akademischen Feld zu erhalten, um daraus eigene Maßnahmen für die Krankheitsprävention zu entwickeln. „Die enge Zusammenarbeit von Theorie und Praxis in diesem Forschungsbereich ist ein Pilotprojekt“, unterstreicht TU-Kanzler Handschuh.

Forscherin Jacobi betont in diesem Kontext zudem ausdrücklich, dass gewonnene Kenntnisse und neu entwickelte Maßnahmen nicht nur exklusiv dem Kooperationspartner AOK Plus bereit stehen werden. Wie wie alle anderen wissenschaftlichen Ergebnisse sollen diese auch der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Von Aaron Wörz

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