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Lokales Hotspot der Digitalisierung: TU Dresden plant Lehmann-Zentrum II
Dresden Lokales Hotspot der Digitalisierung: TU Dresden plant Lehmann-Zentrum II
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08:13 05.10.2019
Das Lehmannzentrum I beherbergt seit 2015 die größten und stärksten Supercomputer in Dresden. Quelle: dpa
Dresden

Nach dem Supercomputer-Komplex bekommt die TU Dresden ein zweites Lehmann-Zentrum für Digitalisierungsprojekte. „Lehmann II“ soll am Südende des Uni-Campus’, in zweiter Baureihe an der Nöthnitzer Straße entstehen. Das geht aus einer Ausschreibung des „Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement“ (SIB) hervor. „Wir haben jetzt grünes Licht für die Planungen“, bestätigte auch Forschungs-Prorektor Professor Gerhard Rödel auf DNN-Anfrage.

In dem rund 50 bis 60 Millionen Euro teuren Komplex will die TU rund 600 Programmierer, Supercomputer-Experten, Mobilfunk-Ingenieure, Software-Architekten und viele weitere Spezialisten konzentrieren, teilte Professor Wolfgang Nagel mit, der an der Uni das Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) leitet. „Wir wollen in dem neuen Lehmann-Zentrum die Digitalisierung der Universität voranbringen und Impulse für die Dresdner Industrie aussenden“, betonte er.

Geballte Kompetenz an einem Ort

„Das wird ein Hotspot für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz“, hofft auch Professor Rödel. „Was bisher auf dem Campus verstreut war, wird dort zu geballter Kompetenz zusammengefasst“, so der Prorektor.

Ins Lehmann-Zentrum II sollen beispielsweise das Mobilfunk-Forschungslabor „5G Lab Germany“ und der neue Mensch-Maschine-Exzellenzverbund „Center for Tactile Internet with Human-in-the-Loop“ (Ceti) einziehen. Unterkommen sollen aber auch Entwickler, die sich auf Software für Hochleistungsrechner, für energieeffiziente Systeme, Visualisierungen, Betriebsorganisation oder Smartphone-Apps spezialisiert haben. „Wir wollen damit die Anwendung neuer Software-Konzepte aus der Forschung in der Praxis stärken“, erklärte Professor Nagel. Auch ein Inkubator für ausgegründete Software-Firmen ist geplant.

1,2 Hektar großes Areal südlich hinter dem Fraunhofer-Institut

Wenn alles so klappt, wie sich die universitären Planer das vorstellen, könnten die ersten Wissenschaftler 2023 oder 2024 in den Neubau einziehen. Doch vor dem Baustart sind noch einige Hürden zu nehmen. Derzeit bereitet der Freistaat einen Wettbewerb vor, wie das neue Zentrum aussehen soll und wer es bauen soll. „Die Landeshauptstadt Dresden ist in die Vorbereitung einbezogen“, hieß es dazu aus dem Geschäftsbereich von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne).

„Das erforderliche Grundstück an der Nöthnitzer Straße ist unter anderen Gegenstand eines Grundstückstauschs zwischen Freistaat und Stadt Dresden.“ Dabei handelt es sich um ein 1,2 Hektar großes Areal südlich hinter dem Fraunhofer-Institut IWU und gleich neben dem Lehmann-I-Supercomputerkomplex.

Erster Transistor-Tischrechner der DDR

Hintergrund: Schon lange wollte die Uni ihr Lehmannzentrum erweitern oder ein zweites Zentrum bauen. Doch die weitere Expansion der Uni gen Süden ist aus stadtplanerischen Gründen umstritten. Als Kompromissformel zeichnet sich ab, dass der Freistaat nur noch die bereits begonnene zweite Gebäudereihe an der Südseite der Nöthnitzer Straße für die Uni komplettieren darf – unter anderem durch „Lehmann II“.

Nikolaus Joachim Lehmann und die ersten Elektronenrechner aus Dresden: Auf dem Foto sind Mitarbeiter von Prof. Lehmann am Rechenautomaten D2 aus dem Jahr 1959 zu sehen. Quelle: TU Dresden/Archiv

Ähnlich wie das Lehmannzentrum I, das seit 2015 die größten und stärksten Supercomputer der Stadt beherbergt, wird der neue Komplex den Namen des Dresdner Rechentechnik-Pioniers Nikolaus Joachim Lehmann (1921-1998) tragen. Der Mathematiker und Kybernetiker war Professor an der Technischen Hochschule (heute: TU) Dresden. Lehmann entwickelte unter anderem den ersten Transistor-Tischrechner der DDR: Der D4a gilt als Vorläufer der späteren PCs.

Von Heiko Weckbrodt

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