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Lokales Sunfire-Chef Aldig: „Jumbojet wird nicht mit Batterien fliegen“
Dresden Lokales Sunfire-Chef Aldig: „Jumbojet wird nicht mit Batterien fliegen“
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14:00 05.02.2019
Nils Aldag, Geschäftsführer des Energieunternehmens Sunfire, hält einen Behälter mit alternativem Kraftstoff in der Hand. Die Dresdner Firma hat einen klimaneutralen Rohölersatz entwickelt. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Dresden

Das Dresdner Energie-Unternehmen Sunfire hat mit Blick auf die Energiewende mehr politische Unterstützung für synthetische Kraftstoffe gefordert. „Das Thema schiebt man auf die lange Bank“, sagte Mitgründer und Geschäftsführer Nils Aldag. Wenn man Wasserstoff und E-Fuels die gleiche Chance geben würde wie batterieelektrischer Mobilität, könnte man den Kohlendioxid-Ausstoß gerade im Transportsektor erheblich minimieren, so Aldag. E-Fuels sind künstliche Kraftstoffe, die idealerweise aus erneuerbarem Strom hergestellt sind.

Dresdner Pilotanlage war nicht rentabel

Rein elektrische Antriebe können den Bedarf nach Einschätzung des Sunfire-Chefs nicht decken. „Man wird einen Jumbojet nicht mit Batterien fliegen können, zumindest nicht in absehbarer Zeit.“ Es müsse daher einen Mix aus beiden Technologien geben. Sunfire setzt auf klimaneutrale Gase und Kraftstoffe. Das Prinzip: Per Elektrolyse wird aus Wasser und erneuerbarem Strom zunächst Wasserstoff erzeugt. In Verbindung mit CO2 wird dann „e-Crude“ produziert – ein Erdölersatz, aus dem synthetisch Kerosin oder Diesel hergestellt werden kann.

Fünf Pilot- und Demonstrationsanlagen unterhält Sunfire bundesweit, unter anderem im Stahlwerk in Salzgitter, an einer Tankstelle in Karlsruhe oder in Werlte für Autobauer Audi. Zudem ist Sunfire maßgeblich an einem norwegischen Großprojekt beteiligt, bei dem künftig rund 8000 Tonnen Erdölersatz jährlich an Autobauer, Zug- und Flugzeugbauer geliefert werden. Mit der Menge könnten eigenen Angaben zufolge etwa 13 000 Autos versorgt werden.

In der Dresdner Pilotanlage – 2014 unter bundesweitem Aufsehen in Betrieb genommen – wurden bisher mehr als drei Tonnen Erdöl-Ersatz zu Testzwecken produziert. Mittlerweile ist sie allerdings stillgelegt. Aufgrund hoher Strompreise war ein Betrieb nicht weiter rentabel. Für die Herstellung von Ökosprit müsste das Unternehmen grünen Strom zumindest zu Herstellerkosten und ohne Umlagen beziehen können, forderte Aldag. In einem Land wie Norwegen etwa sei das kein Problem. „Und da sprechen wir noch gar nicht von Subventionen.“ Zudem müsse dringend geklärt werden, aus welchen Quellen CO2 für die Herstellung genutzt werden dürfe.

Ziel: Die klimaneutrale Mobilität der Zukunft

Für Aldag liegen die Vorteile synthetischer Kraftstoffe auf der Hand: Die vorhandene Infrastruktur an Tankstellen und Raffinerien könnte genutzt werden, auch Motoren müssten nicht umgerüstet werden. Zudem seien E-Fuels über Wochen und Monate speicher- und lagerbar.

Der Nachteil: E-Fuels haben Experten zufolge nicht so einen hohen Wirkungsgrad, zudem ist die Herstellung teuer. Liegen die Kosten für einen Liter grünen Kraftstoff derzeit bei zwei Euro bis 2,50 Euro, könnten sie aber langfristig auf bis zu 85 Cent pro Liter gesenkt werden, schätzte Aldag. Zum Vergleich: 50 bis 60 Cent pro Liter kosten derzeit fossile Kraftstoffe. Der Verband der Automobilindustrie sieht in Verbrennungsmotoren, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, einen „vielversprechenden Weg, um die Klimaziele zu erreichen. Sie könnten zusätzlich zu alternativen Antrieben eine weitere Option für eine „klimaneutrale Mobilität der Zukunft“ sein.

Zu Jahresbeginn hatte das luxemburgische Technologie-Unternehmen Paul Wurth 25 Millionen Euro in Sunfire investiert. Gemeinsam mit dem neuen Gesellschafter will Sunfire Kunden in der energieintensiven Stahlbranche gewinnen. Mit grünem Wasserstoff etwa könnte die CO2-Emission in der Stahlerzeugung erheblich gesenkt oder sogar auf Null heruntergefahren werden, so Aldag. Mit dem Geld will die Firma weiter wachsen und ihre Produktion kommerzialisieren.

Rund 130 Mitarbeiter beschäftigt Sunfire derzeit in Dresden und Mecklenburg-Vorpommern. Zudem denkt das Unternehmen über eine Produktion in der Lausitz nach. An der sächsischen Landeshauptstadt hält es aber fest.

Von Christiane Raatz

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