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Lokales Keine Batteriezüge auf Dresdner Nebenstrecken – noch nicht
Dresden Lokales Keine Batteriezüge auf Dresdner Nebenstrecken – noch nicht
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15:57 15.10.2019
Die Studie zeigt den Zugtyp Talent 3 als Batteriezugvariante. Der Triebwagen holt sich den Strom aus der Oberleitung – und kann dank im Dach eingebauter Batterien mit der darin gespeicherten Energie auch auf Gleisen ohne Fahrdraht rollen. Quelle: PR/Bombardier Transportation
Dresden

Batteriezüge sollen die langsamen und lauten Dieseltriebwagen auf den Nebenstrecken in und um Dresden ablösen – das ist eine Idee des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO).In einer Studie ließ der Verkehrsverbund untersuchen, ob sich Batterietriebzüge auf Strecken in die Westlausitz, ins Osterzgebirge und in die Sächsische Schweiz einsetzen lassen. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Warten, bis die Technik fortschreitet

Lediglich die Linie Dresden-Königsbrück kann von den Batterietriebzügen genutzt werden, ohne dass dafür extra in die Infrastruktur investiert werden muss, hat die von Zughersteller Bombardier und der Technischen Universität (TU) Berlin geführte Untersuchung ergeben. Auf der Strecke Dresden-Kamenz wäre eine Ladestation in der Lessingstadt notwendig. Auf der Strecke zwischen Pirna und Sebnitz ist sowohl eine Ladestation in Neustadt als auch die Elektrifizierung des Gleises 4 am Bahnhof in Pirna Voraussetzung für den Einsatz der Züge. Auf der Müglitztalbahn wäre eine Ladestation in Glashütte einzurichten sowie die Elektrifizierung des Abschnittes zwischen Geising und Altenberg nötig.

Getestet wurde der Einsatz von einem Batterietriebzug Talent 3 von Bombardier, der unter Oberleitung als auch als Elektrotriebzug auf oberleitungsfreien Strecken fahren kann. Diese Bemu („Battery Electrical Multiple Unit“) genannten Fahrzeuge waren während des Tests so unterwegs, als würden sie im regulären Fahrplan verkehren. „Auch Wendezeiten, Umlaufpläne und Sitzplatzkapazitäten entsprachen den aktuellen Gegebenheiten“, erläutert Stefan von Mach, Technischer Leiter des Projektes von Bombardier.

Die Studienmacher empfehlen dem VVO nun, auf Zeit zu spielen. „Diese Ergebnisse spiegeln den derzeitigen Stand der Batterietechnologie wider“, sagt Professor Dietmar Göhlich von der TU Berlin. In den kommenden Jahren würden sich Akku-Kapazitäten weiter verbessern, so dass sich der Aufwand für neue Infrastruktur reduziere.

Brennstoffzellen im Fokus

Deshalb setzt der VVO bei der nächsten Beauftragung für den Betrieb der vier Regionalstrecken zunächst weiter auf Dieseltriebwagen. Nachdem durch die überraschende Insolvenz der Städtebahn der Betrieb auf den Strecken plötzlich geruhthatte und Transdev per Notvergabe als neuer Betreiber eingesprungen ist, wird nun die reguläre Vergabe der Verkehrsleistung von 2021 bis 2031 vorbereitet. „Dabei werden wir noch einmal auf die Dieseltriebwagen setzen“, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper.

Das hat den Vorteil, dass es billiger ist. Andererseits werden die derzeit eingesetzten Desirio-Dieseltriebwagen gar nicht mehr hergestellt. So muss sich ein neuer Betreiber gegebenenfalls auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Ein Streit zwischen Zugleihgeber Alpha Trains und Städtebahn Sachsen war zudem ausschlaggebend für das Aus des Zugunternehmens. Der Leihgeber saß am längeren Hebel – Dieseltriebwagen sind inzwischen ein rares Gut.

Beim VVO sieht man das Studienergebnis mit gemischten Gefühlen. Man wolle die Zeit nutzen, um weitere Technologien zu untersuchen, sieht VVO-Sprecher Schlemper durchaus Positives. Deshalb sollen demnächst Brennstoffzellen erprobt werden. 2031 wolle man dann ganz konkret moderne Antriebssysteme von den Zugunternehmen einfordern, so Schlemper. Dann sei das Ende der Dieseltriebwagen gekommen.

Positiv beurteilt die Studie übrigens die Elektrifizierung der Strecke von Dresden über Arnsdorf nach Kamenz, die im Zuge des seit Langem geforderten elektrischen Ausbaus der Trasse nach Görlitz mit erfolgen soll. Gegenwärtig laufen dafür die Vorplanungen. Ein Fahrdraht würde sich, auch in Teilen der Strecke nach Kamenz, positiv auswirken, das habe die Studie ganz klar ergeben, sagt Christian Schlemper. „Die Batterietechnik ist in diesem Sinne auch nur eine Brückentechnologie.“ Von einer Elektrifizierung der Strecke lasse man nicht ab.

Von Uwe Hofmann

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