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Lokales Streit um den Sportplatz im Dresdner Südpark
Dresden Lokales Streit um den Sportplatz im Dresdner Südpark
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12:57 12.11.2019
Blick über den Südpark. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Einhundert Seiten Text, ei­nige Fotos, Karten und Tabellen – au­genscheinlich ein dröger, fetter Packen, aus dem aber im Wortsinn eine blühende Landschaft erwachsen soll. Monatelang haben die Mitarbeiter am Bebauungsplan für den Südpark gefeilt, der das große Ganze bis ins kleinste Detail hinein re­gelt.

Vieles darin ist unstrittig, birgt wenig Konfliktpotenzial. Und doch gibt es einen Knackpunkt: Denn die Frage, ob in dem 37 Hektar großen Areal auch ein Platz für den Vereinssport mit entstehen darf, sorgt schon länger für großen Streit.

Lärm und Versiegelung sind Kritikpunkte

Vor etwa eineinhalb Jahren hatte die Stadt die Bürger mit an den Tisch geholt, um gemeinsam in einer Art Werkstatt auszuloten, was sich die Dresdner für ihren neuen Park vorstellen – und was nicht. Schon dort trugen einige Teilnehmer Einwände gegen die Idee vor, im Südpark eine Sportanlage für den Vereinssport zu errichten.

Sie fürchten Lärm durch den Trainings- und Spielbetrieb und Probleme mit den im Umfeld ohnehin knappen Parkplätzen. Zudem wurde auf eine Versiegelung von Grünflächen verwiesen.

Die neue Treppe im Südpark Dresden im Oktober 2019 Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten

Fußballer ohne eigenen Platz

Im März 2018 beschäftigte sich schließlich der Ortsbeirat Plauen mit dem Thema Südpark – und stimmten schon damals mehrheitlich dafür, „dass Überlegungen zur Einordnung von Flächen für den Vereinssport auf dem Areal des Südparks nicht weiterverfolgt werden“. Die Stadtverwaltung wollte von den Plänen für eine Vereinssportanlage allerdings ungern abrücken. „Den beteiligten Ämtern ist es wichtig, ein Großspielfeld mit Funktionseinrichtungen auf dem Gelände des Südparks zu platzieren“, hieß es Anfang 2019.

Wichtig ist das der Verwaltung vor allem auch deshalb, weil es im Dresdner Süden hinten und vorn an Flächen für den Vereinssport mangelt. Von einem dringenden Bedarf ist die Rede. Konkret lässt sich das beispielsweise an der Situation des USV TU Dresden festmachen. 2010 verloren die Fußballer des Vereins ihren Sportplatz an der Nöthnitzer Straße, absolvieren seitdem Trainings- und Punktspiele auf fremden Plätzen, sind aktuell im Sportpark Ostra untergekommen.

Der Park bedeckt ein großes Gebiet – ist dort auch Platz für Vereinssport? Quelle: Stadtverwaltung Dresden

Grüne und Linke äußern Bedenken

Eine Identifikation mit der Sportstätte, ein richtiges Vereinsleben mit eigenen Räumen sei dort aber nicht möglich, klagen die Mitglieder. Ein Problem, das auch der Verwaltung bestens bekannt ist. Nun hoffen die Verantwortlichen, mit einem Sportplatz im Südpark Abhilfe schaffen zu können. Entsprechend haben die Ämter die Anlage mit in ihren Entwurf des Bebauungsplans eingearbeitet – im Bereich oberhalb der Fernwärmeleitung, an­grenzend an die TU-Gebäude an der Südhöhe, in denen sich die Professur für Agrarsystemtechnik befindet.

„Dem mehrfach geforderten Verzicht auf eine Sportfläche wurde in Abwägung privater und öffentlicher Belange nicht ge­folgt, da gleichermaßen auch die Herstellung einer Sportanlage vorgetragen wurde“, heißt es zur Be­gründung in der Beschlussvorlage zum Entwurf des Bebauungsplans, über den der Bauausschuss bereits Ende November entscheiden soll. Im übrigen soll die Anlage nicht nur dem Vereinssport, sondern „auch dem unorganisierten Sport“ dienen.

Ob im Südpark eine Vereinssportstätte entstehen darf, entscheiden die Stadträte. Quelle: Anja Schneider

Bedenken kommen von Grünen und Linken. Die Plauener Linke-Stadträtin Anna Holowenko, die auch schon im Ortsbeirat ge­gen den Sportplatz gestimmt hatte, führt allen voran die Versiegelung der Flächen ins Feld: „Das würde aus meiner Sicht den Park schon stark beeinträchtigen.“

Auch bei den Grünen überwiegen die Zweifel. „Wir wollen uns den Sport nicht verschließen“, stellt Jens Georgi (Grüne) klar, der im Plauener Stadtbezirksbeirat sitzt. Trotzdem gebe es im Fall des Südparks gleich mehrere Gründe, wa­rum die Grünen die Pläne skeptisch sehen. Auch Jens Georgi verweist auf die Versieglung, die durch das Spielfeld, Parkplätze, Funktionsgebäude und Zufahrten zu erwarten sind. Und: Eine Sportanlage vertrage sich nicht mit der Vorstellung von einem Park. Bei der Bürgerbeteiligung habe sich schließlich „ei­ne Mehrheit für eine naturnahe Ge­staltung ausgesprochen“.

So sieht der Plan für den Südpark aus

Das Gebiet umfasst rund 37 Hektar – erstreckt sich praktisch über den gesamten Hang zwischen Nöthnitzer Straße und Kohlenstraße, Westendring und Bergstraße. Damit ist der Südpark fast doppelt so groß wie der Waldpark.

Die Pläne sehen vor, die Flächein einen riesigen Landschaftsparkzu verwandeln – mit Möglichkeiten für Erholung, Sport und Freizeit. Geplant sind ein neues, umfangreiches Wegenetz, Spielplätze, Aussichtspunkte, Angebote für den Freizeitsport (unabhängig von der Anlage für den Vereinssport) und Flächen, die fürs Urban Gardening genutzt werden können.

Auch die Naturspielt eine wichtige Rolle: So sollen auf der Fläche Wald, Biotope und Streuobstwiesen zu finden sein. Bisher in dem Bereich für die Landwirtschaft genutzte Felder sollen mit einbezogen werden.

Eine Gastronomieist ebenfalls vorgesehen: Die Stadt verfolgt dabei die Absicht, das Pinguincafé auf dem Gelände wieder aufzustellen. Der Pavillon stand bis März 2017 im Dresdner Zoo. Als Standort sieht der Bebauungsplan einen Bereich in der Nähe des angedachten Vereinssportplatzes vor.

Der Baustartfür die ersten Wege im Südpark ist bereits erfolgt. Seit Sommer entstehen die ersten beiden Wege. Dazu zählt auch eine Treppe, die Besucher des Parks auf eine Aussichtsplattform führt.

Wie lange es dauert, bis der Park fertig ist, bleibt zunächst offen. In jedem Fall will die Stadt das Vorhaben schrittweise und über mehrere Jahre voranbringen. Weil im aktuellen Haushalt kein weiteres Geld vorhanden ist, können weitere größere Maßnahmen ohnehin erst frühestens ab 2021 erfolgen – sofern der Stadtrat das dazu nötige Geld einstellt.

Interessen der Gemeinschaft

Gemeinsam haben Grüne und Linke aber keine Mehrheit – zumal sich Vertreter von CDU, SPD und FDP für die Sportanlage aussprechen. Für den Unionsstadtrat Ingo Flemming ist der Platz „ein wichtiger Aspekt“ – und zugleich „eine Selbstverständlichkeit“. Schließlich seien dem USV seinerzeit im Dresdner Süden die Sportplätze weggenommen worden. Auch die Liberalen begrüßen aus sportpolitischer Sicht die Anlage, wie Stadtrat Holger Hase sagt. Er respektiere durchaus andere Standpunkte, mahnt aber, „Partikularinteressen nicht vor die der Gemeinschaft zu stellen“.

Spannend ist derweil auch die Haltung der SPD. Noch im damaligen Ortsbeirat hatten sich die Vertreter gegen die Anlage ausgesprochen. Nun sieht Dana Frohwieser, Chefin der SPD-Fraktion im Stadtrat und seit Mai auch Mitglied im Plauener Bezirksbeirat, im Vereinssport „keinen Widerspruch zum Park“. Das Argument mit dem Lärm hält sie nicht für stichhaltig, schließlich befinde sich im direkten Um­feld der geplanten Anlage keinerlei Wohnbebauung. Um die Versiegelung des Bodens möglichst gering zu halten, könne beispielsweise bei den Parkplätzen auf Rasensteine zurückgegriffen werden.

Von Sebastian Kositz

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