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Lokales Streit um Skiweltcup am Elbufer hält an
Dresden Lokales Streit um Skiweltcup am Elbufer hält an
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12:00 29.08.2018
Die Ski-Weltcup 2018 lockte viele Besucher nach Dresden. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Die Dresdner Linken bekräftigen ihre Ablehnung des Skiweltcups am Elbufer. „Wir werden das geschlossen ablehnen“, erklärte Linken-Fraktionschef Andre Schollbach am Dienstag in Dresden.

Am Donnerstag soll der Stadtrat über die neuerliche Förderung der Veranstaltung entscheiden. Mitte Januar hatten die Wettkämpfe des internationalen Skiverbandes FIS im Ski-Langlaufsprint erstmals am Elbufer stattgefunden. 300 000 Euro Förderung hatte die Stadt dafür zugesagt, die gleiche Summe stellte der Freistaat in Aussicht. Insgesamt veranschlagten die Veranstalter, zwei bekannte ARD-Journalisten, 1,2 Millionen Euro Kosten für das Ereignis. Neben den Steuergeldern wird mit Einnahmen aus Werbung, TV-Rechten, Sponsoren und Tickets kalkuliert.

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Schollbach bekräftigte die Kritik der Linken auch für die Neuauflage im Januar 2019, für die die Stadt fast 400000 Euro locker machen will. Der Linken-Politiker, der auch im Landtag sitzt, warf dem Land vor, statt der angekündigten 300000 Euro „in aller Heimlichkeit“ letztlich 328000 Euro ausgegeben zu haben. Sowohl die Steigerung bei der Stadt für kommendes Jahr als auch die Erhöhung beim Land für dieses Jahr gehen unter anderem auf Mehrwertsteuerzahlungen zurück. Die Stadt will zudem 30000 Euro für den Schulsport zusätzlich beisteuern (DNN berichteten).

Schollbach verwies auf die 8600 LKW-Kilometer, die für den Transport des Kunstschnees vom Flughafen zum Elbufer und die Anlieferung des Naturschnees aus Oberwiesenthal notwendig gewesen seien und sprach von einem „Wahnsinns-Aufwand“. Da der Freistaat speziell für die Förderung des Skiweltcups seine Förderbestimmungen geändert hatte (DNN berichteten), warf Schollbach dem Land eine „Lex-Ski-Weltcup“ vor. Grundsätzlich sei das Ereignis „weder nachhaltig noch vernünftig“. Auch die Argumentation mit dem Werbeeffekt für die Stadt wies Schollbach zurück. Dresden sei Kunst- und Kulturstadt und sollte sich beim Einsatz der Steuergelder auf seine Stärken konzentrieren.

Am Vortag hatte Kai Schulz, amtierender Geschäftsführer der Dresden Marketing GmbH, auf die Effekte für das Stadtmarketing verwiesen. Veranstalter aus Russland und Skandinavien würden das Angebot von Spezialreisen zum Ski-Weltcup ins Auge fassen. Positiver Nebeneffekt des Weltcups seien unzählige Minuten, in denen die Dresden-Kulisse in verschiedenen Ländern der Erde im Fernsehen zu sehen sei.

Eine Mehrheit für die Förderung am Donnerstag im Stadtrat gilt als sicher, da neben CDU und FDP/Freie Bürger auch die SPD Zustimmung signalisiert haben. Grüne und Linke lehnen das Vorhaben ab. Schollbach rechnet nicht mit einer Überraschung: „Da bin ich Realist.“

Von Ingolf Pleil