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Lokales Streit um Handy-Fahrt eines Notars
Dresden Lokales Streit um Handy-Fahrt eines Notars
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11:06 28.03.2018
Kaum eine Verkehrsordnungswidrigkeit wird auf deutschen Straßen so häufig begangen wie das Hantieren mit Smartphones oder Handys am Steuer.
Kaum eine Verkehrsordnungswidrigkeit wird auf deutschen Straßen so häufig begangen wie das Hantieren mit Smartphones oder Handys am Steuer. Quelle: dpa
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Dresden

Kaum eine Verkehrsordnungswidrigkeit wird auf deutschen Straßen so häufig begangen wie das Hantieren mit Smartphones oder Handys am Steuer – auch wenn jeder weiß, dass das verboten ist. Es ist wohl die Gewohnheit immer und überall erreichbar zu sein oder andere erreichen zu können.

Am 19. Juni 2017 wurde Dr. Christoph Hollenders aus dem Verkehr gezogen. Er soll, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, mit einem Smartphone am Ohr bei einer Verkehrsüberwachung an der Kreuzung Bautzner Straße/Fischhausstraße aufgefallen sein. Das gab ein Ordnungsgeld über 60 Euro und einen Punkt, der Notar legte Einspruch ein.

Verstoß vor Ort eingeräumt

Früher war der Honorarkonsul für Süd-Korea nicht so scheu, auch nicht als es um den Streit um Dinglingers Weinberg mit dem Dresdner Denkmalschützer Prof. Nadler ging, am Dienstag zog er sich schnell zurück und ließ seinen Anwalt machen. Der räumte die Fahrereigenschaft seines Mandanten ein, „aber der Sachverhalt ist nicht so gewesen, wie er dargelegt wird“, erklärte der Verteidiger.

Den Handyverstoß hatte Hollenders aber offenbar schon vor Ort eingeräumt. „Er sagte uns, er habe mit seiner Kanzlei telefoniert, da er dort sein Portemonnaie liegen gelassen habe“, erzählte ein Beamter.

Filmmaterial soll beschafft werden

Da Dr. Hollenders keine Geldbörse und keine Papiere dabei hatte, konnte er sich nicht ausweisen. „Er sagte, dass er in der Funktion eines Generalkonsuls unterwegs sei und deshalb eine gewissen Immunität genieße“, erinnerte sich der Beamte. Die Polizisten fragten in der Staatskanzlei nach, erhielten die Bestätigung für das Amt, allerdings mit dem Hinweis, dass dies keine Auswirkungen auf den Straßenverkehr hätte. So erstatteten die Beamten Anzeige.

Der Handyverstoß, so der Polizist, sei auch von einem Beamten gefilmt worden. Allerdings wussten davon weder der Richter noch der Verteidiger. Die Aufnahmen sollen nun beschafft werden, der Prozess wurde ausgesetzt.

Von Monika Löffler