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Lokales Zoff um Hochpunkt: Denkmalschützer setzen sich durch
Dresden Lokales Zoff um Hochpunkt: Denkmalschützer setzen sich durch
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10:54 05.10.2019
Nun ist nichts mehr zu sehen: Die blaue Fläche oben zeigt das Verwaltungszentrum vom Bismarckturm aus geblickt. Quelle: Landeshauptstadt Dresden
Dresden

Klarer Punktsieg für das Landesamt für Denkmalpflege: Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau hat jetzt mehrheitlich den geänderten Bebauungsplan für den Ferdinandplatz gebilligt. Wichtigster Punkt: Die Verwaltung musste den geplanten Hochpunkt für das neue Verwaltungszentrum streichen. Auf eine Höhe von 43 Metern hatte sich der Stadtrat nach langer Debatte Anfang des Jahres geeinigt. Doch die Denkmalschützer legten ihr Veto ein.

Der Dresdner Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) und Landeskonservator Alf Furkert verhandelten. Das Ergebnis: 34 Meter darf das Gebäude hoch werden und keinen Meter höher. Damit unterschreitet der Neubau die Firsthöhe des Neuen Rathauses am Dr.-Külz-Ring um zwei Meter.

Neubau soll unbedingt 2025 eingeweiht werden

Holger Zastrow (FDP) forderte, Furkert vor einem Beschluss in den Ausschuss zu zitieren und ihn zu den Gründen für die Ablehnung des Hochpunktes zu befragen. Daraufhin erklärte Schmidt-Lamontain, das sei prinzipiell möglich, aber der Sache nicht dienlich. Jede weitere Verzögerung gefährde das Verfahren für den Neubau, der unbedingt 2025 eingeweiht werden müsse. Sonst stünden 1400 Rathaus-Beschäftigte buchstäblich auf der Straße. Die Bieter für Planung und Bau des Gebäudes würden allmählich abspringen, so Schmidt-Lamontain.

Die Stadt könne durchaus auf ihrem Standpunkt beharren und die Planungsleistungen mit Hochpunkt ausschreiben. Dann aber werde es mit hoher Sicherheit zum Rechtsstreit mit dem Landesamt kommen – Ausgang ungewiss. Schlimmer noch: Ein Normenkontrollverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Bautzen könne Jahre dauern. Jahre, die die Stadt nicht habe. Sie müsse das Verfahren jetzt rechtssicher vorantreiben.

Budget: 139 Millionen Euro

Die Argumente des Baubürgermeisters verfehlten ihre Wirkung nicht – der Bebauungsplan ging durch den Ausschuss. Die Verwaltung kann jetzt mit den Bietern in Dialog treten und schließlich eine Arbeitsgemeinschaft aus Planern, Architekten und Bauunternehmen beauftragen. Für den Neubau steht ein Budget von 139 Millionen Euro zur Verfügung.

In den Ausschuss wird das Landesamt dennoch kommen – die Ausschussmitglieder baten für eine der nächsten Sitzungen um eine Debatte mit den Denkmalschützern. Künftig sollen die Verfahren transparenter ablaufen. „Wir sind in eine Zwangssituation geraten, die unsere Entscheidungsfreiheit stark eingeengt hat. Das war fast eine Zumutung“, erklärte Thomas Löser, baupolitischer Sprecher der Grünen.

Er habe 43 Meter als vernünftige Lösung empfunden. „Das hätte Spielraum für eine gute Architektur gelassen. Mit der Begrenzung auf 34 Meter vergeben wir uns sehr viel.“ Auch eine Auswertung mit dem Stadtplanungsamt soll es geben. Zunächst war ein bis zu 60 Meter hoher Turm in Aussicht gestellt worden. „Das war nie und nimmer genehmigungsfähig“, erklärte Löser. „Solche Unstimmigkeiten wie beim Ferdinandplatz dürfen sich nicht wiederholen.“

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