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Lokales Konflikte mit Radfahrern – Baustelle an der Kötzschenbroder Straße braucht Wachschutz
Dresden Lokales Konflikte mit Radfahrern – Baustelle an der Kötzschenbroder Straße braucht Wachschutz
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09:08 13.09.2019
Ein Sicherheitsmann achtet auf der Kötzschenbroder Straße darauf, dass Radfahrer nicht über die Baustelle huschen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Dass es auf einer Baustelle laut werden kann, das kennt Heiko Nytsch. Er arbeitet bei der Stadtentwässerung Dresden und ist als Projektleiter für die Kanalsanierung auf der Kötzschenbroder Straße zuständig. „Dass hier Radfahrer Fußgänger anschreien, weil die sich auf dem Fußweg bewegen – das habe ich so noch nicht erlebt“, sagt er.

Seine Baustelle blockiert auf einem Kilometer den entlang der Kötzschenbroder Straße verlaufenden Elberadweg – und das führt offenbar zu heftigen Konflikten. Seit zwei Monaten ist dort deshalb ein Wachschutz im Auftrag der Stadtentwässerung unterwegs.

Durch diese Stahlrohre rauscht jetzt das gesamte Abwasser der Dresdner Neustadtseite nach Kaditz. Quelle: Anja Schneider

Dabei ist die Baustelle auch ohne Verkehrskonflikte schwierig genug. Auf enger Straße hinter der Pieschener Flutschutzwand muss der Neustädter Abfangkanal erneuert werden, in dem sich alle Abwässer sammeln, die auf der Neustädter Seite in Richtung Kläranlage Kaditz fließen. So kurz vor der Kläranlage hat der Kanal gewaltige Ausmaße, variiert sein Durchmesser zwischen 2,10 und 2,40 Meter.

„Es war sehr schwierig, hier die Genehmigungen für die Wasserhaltung zu erlangen“, sagt Thomas Werner, der als Projektleiter für die Planung des Vorhabens verantwortlich ist. Er meint die Umleitung für die Abwasserströme, die während der Kanalsanierung ja irgendwie weiter nach Kaditz fließen müssen. Sie werden durch dicke Stahlrohre geleitet, die auf dem Geh- und Radweg entlang der Baustelle verlaufen.

Baustelle ist vier Monate im Verzug

Seit Oktober 2018 wird gebaut, nachdem die Stadtentwässerung eineinhalb Monate auf die Genehmigung warten musste. Dann gab es Probleme mit den fünf Schächten, die für die Wasserhaltung gegraben werden mussten. „Wir sind überraschend auf Felsen und Fundamente gestoßen“, sagt Projektleiter Nytsch.

Inzwischen rauscht das Abwässer durch die oberirdischen Stahlrohre, vier Monate Bauverzug werden sich aber wohl nicht mehr aufholen lassen. „Wir wollen jetzt mit zwei statt einer Kolonne die neuen GFK-Rohre in den alten Stampfbetonkanal legen“, sagt Nytsch. Er hofft, dadurch wenigstens einen Monat wieder aufzuholen. Statt Ende des Jahres sollen die Arbeiten nun im Februar 2020 fertig sein. Möglich, dass deshalb das Budget von 7,4 Millionen Euro nicht genügt.

Planungs-Projektleiter Thomas Werner, Bauleiter Philipp Kühne und Bau-Projektleiter Heiko Nytsch (v.l.) auf der Baustelle. Quelle: Anja Schneider

Zumal auch der Wachschutz bezahlt werden muss. „Den haben wir, um die Radfahrer vor sich selbst zu schützen“, sagt Projektleiter Nytsch. Man habe sich nach Absprache mit der Straßenverkehrsbehörde viel Mühe gegeben, um den Fußverkehr aufrecht zu erhalten und eine Umleitung für Radler über die Sternstraße ausgewiesen. „Von dort geht ja dann der Elberadweg in Richtung Kaditz weiter“, sagt Nytsch.

Viele hielten sich dran, viele auch nicht, darunter einige sehr renitente. Sie fahren auf dem Gehweg, den die Bauleute freihalten, damit die Grundstücke und die anliegende Gastronomie stets erreichbar sind. „Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass Radfahrer auf dem Gehweg nichts zu suchen haben, aber dennoch haben wir jetzt noch einmal extra Schilder aufgehängt“, sagt Nytsch.

Radler kommen Baufahrzeugen ins Gehege

Problem sind dabei nicht so sehr die möglichen Zusammenstöße mit Fußgängern. „Die Engstellen sind eigentlich gut einsehbar“, sagt einer, der dort auf seinem Arbeitsweg entlang radelt. Die Baumaschinen, die kurz nach der Franz-Lehmann-Straße von einem Grundstück über den Gehweg auf die Baustelle rollen, sieht man jedoch nicht. „Sie fahren im 90-Grad-Winkel auf die Baustelle – da kann weder der Baggerfahrer den Radler sehen noch der Radler den Bagger sehen“, sagt Nytsch.

Die neuen Rohrsegmenten haben einen Durchmesser von 80 bis 100 Zentimeter und werden in den bestehenden Kanal aus Stampfbeton eingezogen. Quelle: Uwe Hofmann

Ein Problem, das in nächster Zeit häufiger auftreten kann. Denn nun werden nach und nach die Rohrsegmente aus Glasfaserverstärktem Kunststoff in den mehr als 110 Jahre alten Bestandskanal eingeschoben. Die Segmente lagern im hinteren Teil des Grundstücks und müssen über die enge Ausfahrt auf die Baustelle gebracht werden. Die drei Sicherheitsleute, die Radler allerdings nur ansprechen dürfen, werden deshalb noch genauer hinsehen müssen.

Mitte 2020 wird der nächste Abschnitt gebaut

Gibt es eigentlich überall diese Probleme mit Radfahrern, die durch die Baustelle rauschen? „Das hatten wir auch an anderer Stelle schon – verrückte Bauzäune, Vandalismus, uneinsichtiges Verhalten“, sagt Nytsch. Aber auf der Kötzschenbroder Straße sei das jetzt richtig gefährlich. „Nur der Umsicht unserer Bauarbeiter ist es zu verdanken, dass hier noch kein Unfall passiert ist“, sagt er. Er appelliere an die Vernunft der Radfahrer. „Vielleicht wäre es anders, wenn wir in offener Bauweise arbeiten, weil dann jeder sehen würde, was hier alles passiert“, sagt er. Da jedoch viele Arbeiten im Untergrund ablaufen, halten manche die Baustelle für ruhend – und verhalten sich entsprechend sorglos.

Damit dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Den ab Mitte 2020 soll auf der elbnahen Straße, die dann Böcklinstraße heißt, auf 1,5 Kilometern bis zur Kläranlage weitergebaut werden. Knackpunkt dieses Abschnitts ist eigentlich die Unterquerung der viel befahrenen Washingtonstraße. Der Umgang mit dem Radverkehr kommt dazu.

Von Uwe Hofmann

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