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Lokales Streik: Flughafen Dresden streicht 26 Flüge
Dresden Lokales Streik: Flughafen Dresden streicht 26 Flüge
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13:52 15.01.2019
Die Flugtafel zeigt es: 26 von 46 geplanten Flügen wurden am Dienstag ein Opfer des Streiks.
Die Flugtafel zeigt es: 26 von 46 geplanten Flügen wurden am Dienstag ein Opfer des Streiks. Quelle: Uwe Hofmann
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Dresden

Die Transparente sind eingerollt, die Westen verpackt. Am Dienstagmorgen hat auch auf dem Flughafen Dresden der Warnstreik des Sicherheitspersonals begonnen. Einige Dutzend Mitarbeiter hatten lautstark ihren Unmut über die schleppenden Tarifverhandlungen kundgetan, dann ging es für sie per Bus nach Leipzig zu einer zentralen Veranstaltung der Flughäfen Dresden, Leipzig/Halle und Erfurt-Weimar. Zurück blieb: eine große Leere. Von sechs Flügen, die bis 9 Uhr angesetzt waren, startete nur der um 8.50 Uhr nach Düsseldorf.

Peter Poppitz und Tochter Charlotte waren vier Stunden vor Abflug aus Eisenach angereist und mussten warten. Allerdings nicht vor der Sicherheitskontrolle sondern am Check-in-Schalter. Quelle: Anja Schneider

Viele Flüge, das hatte die Flughafengesellschaft bereits am Montag mitgeteilt, wurden wegen des bundesweiten Streikgeschehens gestrichen. 26 von 46 geplanten Flügen fielen in Dresden aus. Die betroffenen Fluggäste wurden dazu von ihren Airlines, Reisebüros oder im Internet informiert, so dass kaum einer vergebens zum Flughafen kam. Das Aufkommen der verbliebenen Flüge habe man ohne Probleme bewältigen können, so Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen-AG.

Die Passagiere, die abheben konnten, mussten freilich einen großen Aufwand betreiben. „Wir wurden vom Reisebüro informiert, dass wir sechs Stunden vor Flugbeginn hier zu sein hätten“, sagte etwa Marita Gärtner aus Lauchhammer. 13.20 Uhr sollte ihr Urlaubsflieger zur portugiesische Insel Madeira abheben, gegen 9 Uhr wartete sie schon auf dem Flughafen. Nicht vor der Sicherheitskontrolle, sondern vor dem Check-in. Die Fluggesellschaft hatte es mit der Abfertigung offenbar nicht so eilig. Im Vertrauen darauf, dass das verbliebene Personal der Sicherheitskontrollen – meist Bundesangestellte – das durch die Streichungen geringe Flugaufkommen schon bewältigen werde.

„Es ist natürlich ärgerlich, dass wir so früh anreisen und jetzt am Check-in warten müssen“, sagt Peter Poppitz. Er war mit seiner Tochter am frühen Morgen aus Moorgrund bei Eisenach angereist. „Naja, ich habe Urlaub“, will sich die Mitreisende Gärtner nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Es ist nur schade, dass ich ihn hier auf dem Flughafen verbringen muss.“

Marita Gärtner und Eduard Richter waren sechs Stunden vor Abflug angereist. Sie nahmen’s mit Humor. Quelle: Anja Schneider

Ob sich das Streichkonzert auch am Mittwoch fortsetzt oder sich die Lage nach den Streiks, die insgesamt acht Flughäfen in Deutschland – darunter die wichtigen Drehkreuze Frankfurt/Main, Düsseldorf und München – betreffen, rasch wieder normalisiert, wusste Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen-AG am Dienstag nicht zu beantworten. Er empfiehlt allen Reisenden, sich bei ihren Fluggesellschaften zu informieren.

Von Uwe Hofmann