Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Stinkbombenernte in Dresden – Hans-Sachs-Straße wird von Ginkgo-Früchten befreit
Dresden Lokales Stinkbombenernte in Dresden – Hans-Sachs-Straße wird von Ginkgo-Früchten befreit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
09:41 26.11.2019
Die Früchte ähneln Mirabellen und heißen Silberaprikosen. Sie verströmen einen beißenden Geruch, der durch das klebrige Fruchtfleisch an Schuhen und am Autolack haften bleibt. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Langsam nähert sich der Korb der Arbeitsbühne der Baumkrone. Ein Mitarbeiter der Zentralen Technischen Dienstleistungen steuert das Gerät aus luftiger Höhe. Vorsichtig bugsiert er sich und den Korb zwischen Ästen und der Hauswand des Mehrfamilienhauses an der Hans-Sachs-Straße im Stadtteil Pieschen vorbei.

Endlich am Ziel. Mit einer Astsäge an einem Teleskopstock schlägt er auf einen Ast des vor ihm stehenden Ginkgobaums. Ein prasselnder Regen kleiner, aprikosenfarbener Früchte geht auf das Straßenpflaster nieder. Infernalischer Gestank macht sich breit.

Anzeige

Genügsame Allee-Bäume

Oben rüttelt ein Stadtmitarbeiter am Ginkgobaum, unten bläst ein anderer Laub und Früchte zusammen. Quelle: Anja Schneider

Dieses Schauspiel können die Bewohner der Hans-Sachs-Straße inzwischen jährlich beobachten. Immer, wenn die ersten Nachtfröste im November durchs Elbtal ziehen, kommen die städtischen Mitarbeiter und befreien die Bäume der Ginkgo-Allee von ihren Früchten. Diese werden unten eingesammelt und abtransportiert, bevor sich der aus ihnen strömende Mief allzu sehr festsetzt.

Anschließend sorgt ein Fahrzeug der Stadtreinigung für saubere Verhältnisse. Am Montag war der kleine Arbeitstrupp auf dem Straßenabschnitt zwischen Maxim-Gorki-Straße und Seumestraße unterwegs, am Dienstag sind sie dann unterhalb der Seumestraße beschäftigt.

Der ganze Aufwand ist einem Fehler geschuldet, den man im Dresdner Rathaus allerdings schon vor 100 Jahren beging. Denn obwohl die als lebende Fossilien geltenden Ginkgo-Bäume wegen ihrer Genügsamkeit bestens für Alleen geeignet sind, sind sie nur mit Vorsicht zu behandeln.

Butter- und Capronsäure

Denn weibliche Exemplare lassen immer im Herbst einen Hagel von Silberaprikosen – so heißen die Früchte – auf die Erde niederprasseln. Beim Aufschlag platzen die Früchte. Aus dem Fruchtfleisch läuft ein klebriges Gemisch aus Butter- und Capronsäure heraus, das an Autolack, Straßenpflaster und Schuhsohlen haften bleibt. Es ist die Ursache für den Gestank, den Nasenzeugen meist mit dem von Fäkalien vergleichen.

Deswegen werden eigentlich nur männliche Bäume gepflanzt – das hatten die Schöpfer der sonst beschaulichen Ginkgo-Allee an der Hans-Sachs-Straße nicht beachtet. Nachdem es im besonders ertragreichen Jahr 2009 den Bewohnern zu viel wurde und sie sich vielfach bei der Stadt beklagten, sorgt diese nun alle Jahre wieder für reine Luft.

Dass es auch anders geht, zeigt China. Nicht nur dort wird der Ginkgo geschätzt – als Heilpflanze und als Delikatesse. In Fernost ist es üblich, die Kerne der Silberaprikosen vom Fruchtfleisch zu lösen und zu rösten. Frei nach dem Motto: Nase zu und durch.

Von Uwe Hofmann

Forscher, Ex-Treuhänder und Alt-Politiker wollen Bilanz der in Ostdeutschland stark umstrittenen Anstalt ziehen. Unter dem Titel „Die Treuhand in der Diskussion“treffen sie sich am 10. Dezember 2019 im Deutschen Hygiene-Museum zum Expertengespräch über „Stand und Perspektiven der Forschung“.

26.11.2019

In einem Buch stellt Dietmar Sehn 50 Weihnachtsmärkte und Ausflugsziele in Sachsen rund um die Adventszeit vor. Trotz kleiner Mängel wird man beim Lesen in eine anheimelnde Stimmung versetzt, verspürt man den Drang, Hand an Bratäpfel, Pfefferkuchen und Glühwein zu legen.

08.12.2019

Bereits seit 1434 gibt es den weit über die Grenzen Dresdens bekannten Striezelmarkt. Seit Montag laufen die Aufbauarbeiten für den zum 584. Mal stattfindenden Weihnachtsmarkt. Wir haben uns auf dem Altmarkt umgesehen.

26.11.2019