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Lokales Startschuss für sozialen Wohnungsbau
Dresden Lokales Startschuss für sozialen Wohnungsbau
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15:47 19.09.2018
Am Standort der früheren Konsum-Kaufhalle in Kleinzschachwitz entstehen die Sozialwohnungen. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Zwölf Jahre nach dem Totalverkauf des städtischen Wohnungseigentums hat die Stadt damit begonnen, wieder einen eigenen Wohnungsbestand aufzubauen. Für das erste kommunale Wohngebäude auf einer Freifläche in Kleinzschachwitz wurde am Mittwoch der erste Spatenstich begangen. In dem Wohngebäude an der Ulmenstraße werden bis Ende 2019 22 Sozialwohnungen entstehen.

Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) erklärte, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wohnen in Dresden (WiD) werde bis 2021 800 Sozialwohnungen errichten. „Kampfziel“ sei es, dass die Stadt bis 2025 über einen Bestand von 2500 Sozialwohnungen verfügt. Diese würden über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

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Die Rentnerin Vera Wuttke hat 24 Jahre in der Konsum-Kaufhalle gearbeitet, die auf dem Grundstück in der Ulmenstraße gestanden hat. Sie wagte einen Blick über den Bauzaun und sagte, sie sei froh, dass das Grundstück wieder bebaut wird. „Wir hoffen nur, dass es auch künftig friedlich bleibt bei uns“, erklärte sie die Sorgen der Anwohner.

Laut Kaufmann verfügt jeder sechste Haushalt in Dresden über die Voraussetzungen, mit einem Wohnberechtigungsschein in eine Sozialwohnung zu ziehen. „Wir bauen bedarfsgerecht für über 50 000 Haushalte Wohnungen, also für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel“, so die Sozialbürgermeisterin.

WiD-Geschäftsführer Steffen Jäckel erklärte, in dem Gebäude würden fünf Wohnungen für Singles, drei Wohnungen für Paare, sieben Wohnungen für vier Personen, drei Wohnungen für fünf Bewohner und vier Wohneinheiten für sechs Personen entstehen. Die Erdgeschosswohnungen sollen barrierefreie und rollstuhlgerecht ausgebaut werden, so Jäckel. Die Nettokaltmieten würden exakt auf dem Niveau der Kosten für die Unterkunft von Hartz-IV-Empfängern liegen: 6,76 Euro pro Quadratmeter für die Ein- und Zwei-Raum-Wohnungen, 5,70 Euro für Drei-Raum-Wohnungen und 6,32 Euro für die größeren Wohnungen. In wenigen Wochen könnten sich Interessenten im Sozialamt für die ersten WiD-Wohnungen anmelden, so Jäckel.

3,6 Millionen Euro investiert die städtische Gesellschaft in Kleinzschachwitz, rund eine Million Euro sind Fördermittel. 2,6 Millionen Euro finanziert die Ostsächsische Sparkasse. In den nächsten Jahren werde das Bilanzvermögen der WiD 130 Millionen Euro betragen, 30 Millionen Euro davon seien Fördermittel, erklärte der WiD-Geschäftsführer. „Wir haben eine klare Wachstumsstrategie.“

Die CDU-Stadtratsfraktion begrüßt sozialen Wohnungsbau. „Die WiD ist aber nicht in der Lage, die Versprechungen zu erfüllen, die Rot-Grün-Rot gemacht hat. Die neuen Wohnungen sind ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Peter Krüger. Linke-Fraktionsvorsitzender André Schollbach sprach von einem „Meilenstein für den sozialen Wohnungsbau in Dresden“. Grünen-Sozialpolitiker Michael Schmelich erklärte, die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit habe gegen den Willen der anderen Parteien eine neue Wohnungsbaugesellschaft gegründet. SPD-Stadtrat Michael Bäuerle bezeichnete das Gelände der ehemaligen Kaufhalle als idealen Platz für Wohnungsbau.

Von Thomas Baumann-Hartwig