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Lokales Städtebahn rollt zum Schulstart wieder
Dresden Lokales Städtebahn rollt zum Schulstart wieder
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17:08 16.08.2019
Fahrgäste der Städtebahn Sachsen dürfen sich über einen Teilerfolg in den Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter, Verkehrsbund Oberelbe und Deutscher Bahn freuen. Quelle: Daniel Förster
Dresden

Nach Wochen des Stillstands kommt wieder Bewegung auf die lahm gelegten Zugstrecken der Städtebahn Sachsen. In den vergangenen Tagen und Wochen arbeiteten Insolvenzverwalter, der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und die Deutsche Bahn (DB) hartnäckig an einer schnellen Lösung, da zu Beginn des neuen Schuljahres 2019/2020 mit einem deutlich erhöhten Fahrgastaufkommen gerechnet wird.

Pünktlich zum Schulstart: Teilerfolg für die Städtebahn

Am Freitagnachmittag verkündeten sie zumindest einen Teilerfolg: Pünktlich zum Schulstart nimmt die Städtebahn Sachsen den Zugbetrieb auf zwei von vier Strecken wieder auf. Die seit dem 25.Juli still stehenden Züge von Dresden nach Kamenz (RB 34) und von Heidenau nach Altenberg (RB 72) fahren dann wieder planmäßig. „Der Fahrplan auf diesen Linien entspricht dem Angebot vor dem Insolvenzantrag“, erklärt Insolvenzverwalter Stephan Laubereau, der am 7. August die Aufgaben des Geschäftsführers übernommen hatte.

Ab Montag werden insgesamt acht Züge eingesetzt. Parallel dazu rollen die vom VVO organisierten Ersatzbusse zunächst weiter. Über die mögliche Einstellung des Busverkehrs informiert der VVO im Verlauf der kommenden Woche. Für die Instandhaltung der wieder eingesetzten Züge ist vorübergehend die Deutsche Bahn- Tochtergesellschaft DB Regio AG zuständig. Derweil wurde ein neuer Eisenbahnbetriebsleiter eingestellt, der bereits früher bei der Städtebahn Sachsen beschäftigt war. Zugleich wurden die rund 90 Städtebahn-Mitarbeiter über die aktuelle Lage informiert und ihre Gehälter pünktlich zum 15. August ausgezahlt. Laut Aussage des Insolvenzverwalters seien sie „hochmotiviert“, den Zugbetrieb wieder aufzunehmen.

Vorbereitungen laufen „auf Hochtouren“

In den nächsten Tagen wird auch die neue Website der Städtebahn Sachsen online gehen. Dort finden Fahrgäste wieder alle Infos zu den Strecken und Fahrplänen. Aktuell landen Besucher der abgeschalteten Städtebahn-Homepage noch automatisch auf der Google-Startseite.

Die Strecke von Dresden nach Königsbrück (RB 33) sowie die Verbindung von Pirna nach Neustadt und Sebnitz (RB 71) sollen ebenfalls in Kürze wieder von der Städtebahn Sachsen bedient werden. Hierzu laufen die Vorbereitungen nach Aussage des zuständigen Insolvenzverwaltungsunternehmens Pluta „auf Hochtouren“. Wann genau auch die verbliebenen zwei Strecken wieder bedient werden, will Insolvenzverwalter Laubereau erst in der kommenden Woche bekanntgeben.

Am 28. Juli hatte der VVO den Vertrag mit der Städtebahn gekündigt, die einen Tag später vorläufige Insolvenz anmeldete. Ursache des überraschenden Städtebahn-Stillstands war ein Streit mit dem Eigentümer der nur gemieteten Triebwagen. Entlang der Städtebahn-Strecken steigen laut VVO täglich 10 000 Pendler ein und aus.

Städtebahn-Aus: Was bisher geschah

Am 25. Juli, einem Donnerstag, standen alle Triebwagen der Städtebahn Sachsen still. Die Nachricht traf viele Pendler überraschend, die Städtebahn hatte das plötzliche Aus vorher nicht angekündigt. 90 Städtebahn-Mitarbeiter standen vor verschlossenen Türen und Zügen. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) organisierte einen Ersatzverkehr mit Bussen, der ab dem Nachmittag griff. Der VVO forderte die Städtebahn auf, unverzüglich den Verkehr wieder aufzunehmen.

Hintergründe der Betriebseinstellung werden bekannt: Die Städtebahn hatte sich mit dem Leihgeber der Dieseltriebwagen Alpha Trains derart verkracht, dass dieser die Leasingverträge gekündigt hatte. Die Städtebahn steht seither ohne Züge da.

Am 28. Juli, drei Tage nach Einstellung des Verkehrs, kündigt der VVO den eigentlich noch bis 2024 laufenden Verkehrsvertrag. Damit wird der Weg frei für eine Notvergabe der Verkehrsleistung an ein anderes Unternehmen. Es sei eine Frage von Wochen, nicht aber Monaten, bis wieder Züge fahren, heißt es vom VVO.

Am 29. Juli wird bekannt, dass die Städtebahn Sachsen insolvent ist. Insolvenzverwalter ist der Aschaffenburger Anwalt Stephan Laubereau. Er nimmt Gespräche mit allen Beteiligten auf mit dem Ziel, so bald wie möglich wieder Städtebahnzüge fahren zu lassen. Die Gesellschaft, in der die Städtebahn-Werkstatt bei Ottendorf-Okrilla verankert ist, gehört zwar nicht zum insolventen Betriebsteil, trotzdem werden die Mitarbeiter dort entlassen.

Von Aaron Wörz

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