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Lokales Städtebahn – Ende der Woche fällt die Entscheidung, ob die Züge wieder fahren
Dresden Lokales Städtebahn – Ende der Woche fällt die Entscheidung, ob die Züge wieder fahren
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10:12 07.08.2019
Zugeigentümer Alpha Trains hat die Städtebahn-Triebwagen inzwischen auf einem gesicherten Gleis in Dresden-Friedrichstadt zusammengezogen. Als sie noch auf der Strecke herumstanden, wurden sie von Vandalen beschmiert. Quelle: Roland Halkasch
Dresden

Ende dieser Woche entscheidet sich, ob die Städtebahn Sachsen kurzfristig den Betrieb auf den derzeit verwaisten Strecken von Dresden nach Königsbrück und Kamenz, von Pirna nach Sebnitz und auf der Müglitztalbahn wieder aufnimmt. Das teilte Stephan Laubereau mit, der seit vergangener Woche vorläufiger Insolvenzverwalter der Städtebahn ist. Er sei zuversichtlich, „wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“

Das tun sie jedoch nicht. Das behauptet zumindest Torsten Sewerin, Geschäftsführer der Städtebahn. Er wirft Alpha Trains, dem Leihgeber der bis Ende Juli von der Städtebahn eingesetzten Züge, vor, die Verhandlungen zu torpedieren. „Dem Vernehmen nach möchte Alpha Trains lieber eine ausgestellte Bürgschaft von 1,75 Millionen Euro ziehen, als die Fahrzeuge wieder rund um Dresden einzusetzen“, sagt er. Der Leihgeber würde die 15, inzwischen auf einem Gleis am Bahnhof Friedrichstadt zusammengezogenen Dieseltriebwagen des Typs Desiro lieber anderswo einsetzen als auf den Strecken der Städtebahn – aus wirtschaftlichem Eigeninteresse.

Städtebahn-Chef überrumpelt Insolvenzverwalter

Alpha Trains kommentiert diese Vorwürfe auf DNN-Anfrage nicht. Insolvenzverwalter Laubereau spricht von einer „einseitigen Sichtweise des Geschäftsführers“. Er ruft dazu auf, wieder auf eine sachliche Ebene zurückzukehren. Es handelt sich um einen seltenen Vorgang: Die Städtebahn befindet sich zwar in einem vorläufigen Insolvenzverfahren, bei dem der Geschäftsführer im Amt bleibt. Üblicherweise sprechen Insolvenzverwalter und Chef aber alle Äußerungen ab und überraschen sich nicht gegenseitig.

Auch beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) zeigt man sich verwundert. Ihn hat Sewerin aufgefordert, Druck auf Alpha Trains auszuüben. Man werde die Gespräche zwischen Insolvenzverwalter und dem Zugleihgeber nicht kommentieren, hieß es auf Anfrage. Der VVO konzentriert sich momentan ohnehin auf anderes. In den nächsten Tagen laufen Gespräche mit drei Unternehmen, die per Notvergabe die alten Städtebahn-Strecken übernehmen wollen. In den nächsten Wochen sei mit einer Vergabe zu rechnen. Bis dahin könnte die Städtebahn interimsweise wieder fahren – wenn Insolvenzverwalter Laubereau eine Einigung erzielt. Sollten die Züge aus Dresden abgezogen werden, würde das allerdings im Verfahren zum Problem. Genug eigene Triebwagen für den Betrieb hat wohl nur die Deutsche Bahn.

Städtebahn-Aus: Was bisher geschah

Am 25. Juli, einem Donnerstag, standen alle Triebwagen der Städtebahn Sachsen still. Die Nachricht traf viele Pendler überraschend, die Städtebahn hatte das plötzliche Aus vorher nicht angekündigt. 90 Städtebahn-Mitarbeiter standen vor verschlossenen Türen und Zügen. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) organisierte einen Ersatzverkehr mit Bussen, der ab dem Nachmittag griff. Der VVO forderte die Städtebahn auf, unverzüglich den Verkehr wieder aufzunehmen.

Hintergründe der Betriebseinstellung werden bekannt: Die Städtebahn hatte sich mit dem Leihgeber der Dieseltriebwagen Alpha Trains derart verkracht, dass dieser die Leasingverträge gekündigt hatte. Die Städtebahn steht seither ohne Züge da.

Am 28. Juli, drei Tage nach Einstellung des Verkehrs, kündigt der VVO den eigentlich noch bis 2024 laufenden Verkehrsvertrag. Damit wird der Weg frei für eine Notvergabe der Verkehrsleistung an ein anderes Unternehmen. Es sei eine Frage von Wochen, nicht aber Monaten, bis wieder Züge fahren, heißt es vom VVO.

Am 29. Juli wird bekannt, dass die Städtebahn Sachsen insolvent ist. Insolvenzverwalter ist der Aschaffenburger Anwalt Stephan Laubereau. Er nimmt Gespräche mit allen Beteiligten auf mit dem Ziel, so bald wie möglich wieder Städtebahnzüge fahren zu lassen. Die Gesellschaft, in der die Städtebahn-Werkstatt bei Ottendorf-Okrilla verankert ist, gehört zwar nicht zum insolventen Betriebsteil, trotzdem werden die Mitarbeiter dort entlassen.

Von Uwe Hofmann

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