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Lokales Stadtsportbund kritisiert Sportstättenbetrieb
Dresden Lokales Stadtsportbund kritisiert Sportstättenbetrieb
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14:00 22.03.2018
Das Dach der Margon-Arena, die Spielstätte der DSC-Volleyballdamen ist, muss für rund zwei Millionen Euro saniert werden. Quelle: Stephan Lohse/Archiv
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Dresden

Die Kritik war vernichtend: „Das geplante Vorgehen der Stadt schränkt Selbstständigkeit, Selbsttätigkeit und Selbstverwaltung der Sportvereine stark ein“, erklärte Lars-Detlef Kluger, Präsident des Stadtsportbundes Dresden. Die Landeshauptstadt habe kürzlich bekanntgegeben, langfristig bestehende Verträge mit Dresdner Sportvereinen auslaufen zu lassen. Die Vereinsvertreter hätten sich einstimmig dagegen ausgesprochen.

Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) erklärte, es sei nicht zutreffend, dass langfristig bestehende Mietverträge mit Sportvereinen auslaufen sollen. „Wo Vereine das wünschen, kommt eine solche Gestaltung nach wie vor in Betracht“, erklärte er auf Anfrage der DNN. Zielstellung sei es, mit unterschiedlichen Modellen die Vereine auch langfristig nicht schlechter, sondern im überwiegenden Fall besser zu stellen. „Dabei müssen wir aber auch die vorhandenen Einsparpotenziale beachten, was der Stadtsportbund in seiner Erklärung vernachlässigt“, so Lames.

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So soll es durch die Anpassung der Verträge künftig möglich sein, dass Vereine Sportanlagen betreiben, der Eigenbetrieb Sportstätten aber generell Verträge zum Beispiel zu Strom, Wasser, Wartungs- und Pflegeleistungen für alle Anlagen schließt. So könnten bessere Bedingungen ausgehandelt werden, das käme den Vereinen zugute. Zu den so erzielten Einsparungen kämen Steuervorteile hinzu, so Lames. „Dieser Aspekt wurde jahrelang nicht hinreichend beachtet.„ Der Sportbürgermeister kündigte Gespräche mit den betroffenen Vereinen an.

Rückendeckung erhält Lames von Thomas Blümel, Sportpolitiker der SPD-Fraktion. Blümel verweist auf einen anstehenden Stadtratsbeschluss zur Vermietung der Margon-Arena an den Stadtsportbund am heutigen Donnerstag. Mit der Änderung sei es möglich, bei der für den Sommer geplanten Sanierung des Daches 700 000 Euro Vorsteuerabzug zu sparen. „Das ist bei einem Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro viel Geld. Es wäre grob fahrlässig, darauf zu verzichten.“

Kritik kam von Torsten Schulze, sportpolitischer Sprecher der Grünen. Er befürchtet, dass das Engagement vieler ehrenamtlich Tätiger nachlässt, wenn der Eigenbetrieb die Regie über die Sportstätten übernimmt. „Ob die Steuervorteile diesen Verlust rechtfertigen, wage ich zu bezweifeln“, erklärte Schulze gegenüber DNN.

Von Thomas Baumann-Hartwig