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Lokales Könneritzstraße: Hier sollen mehr als 500 neue Wohnungen enstehen
Dresden Lokales Könneritzstraße: Hier sollen mehr als 500 neue Wohnungen enstehen
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18:11 24.01.2019
Im Flachbau, der früher die Kantine des VEB Energiebau beherbergt hat, laufen die Abrissarbeiten schon auf Hochtouren. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Das Grundstück am Bahnhof Mitte ist eingezäunt. Aus dem Flachbau dringt Baulärm. Ein Knirschen. Dann öffnet sich krachend ein Fenster und eine Baggerschaufel schaut heraus. Staub steigt auf. Der Abriss hat begonnen. Das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen SE schafft Platz für ein neues zentrales Wohnquartier mit bis zu 535 Wohnungen und einigen Gewerbeeinheiten.

Bürogebäude 1983 errichtet

„Eine interessante Tragwerkskonstruktion“, sagt Thomas Bolduan. Der Inhaber eines Ingenieurbüros betreut für die Deutsche Wohnen die Abrissarbeiten an der Könneritzstraße. 1983 wurde für den damaligen VEB Energiebau Dresden das achtstöckige Bürogebäude direkt am Bahnhof Mitte errichtet. Es handelt sich, so Bolduan, um einen Stahlskelettbau mit verglaster Fassade. „Terraflex“ nannte sich das Fasadenmaterial, das Sicht- und Wärmeschutz bieten sollte.

Deutsche-Wohnen-Sprecher Marko Rosteck, Projektleiterin Delia Kraaß und Abriss-Experte Thomas Bolduan (v.l.) in dem entkernten Bürogebäude. Quelle: Dietrich Flechtner

„Faktisch ist das Gebäude ungedämmt“, sagt der Ingenieur nüchtern. Im Winter eiskalt, im Sommer stickig heiß, so muss die Atmosphäre in den Büros gewesen sein. Die Architektur des Gebäudes ist, freundlich formuliert, schlicht. Wie ein Fremdkörper wirkt es in dem Viertel. „Wir betreiben Stadtreparatur“, sagt denn auch Delia Kraaß, die als Projektleiterin für die Deutsche Wohnen den Bau des neuen Wohnquartiers betreut.

Vor dem Bau steht der Abriss, und der hat in der ehemaligen Kantine begonnen. Kein einfaches Unterfangen. Auch ein Bunker aus Nazizeiten mit 1,65 Meter starken Decken muss beseitigt werden. „Die Betonträger werden zerkleinert und für den Bau der Straßen und Plätze wiederverwendet“, erläutert die Projektleiterin.

Ab März geht es dem Haus an den Kragen

Dem Bürogebäude soll es ab März an den Kragen gehen. Außen ist noch nichts vom bevorstehenden Abriss zu sehen. Innen haben Entkernungstrupps ganze Arbeit geleistet. Hunderte Neonröhren liegen zum Abtransport bereit, Toilettenbecken werden herausgerissen, Teppichboden wird gestapelt. Und an einer Wand, da ist sie noch zu sehen: Die klassische, gelb-grün gemusterte Tapete aus DDR-Tagen. „Einige DDR-Museen aus der Umgebung haben sich Sachen abgeholt“, sagt Bolduan.

„Bis August oder September wollen wir fertig sein“, erklärt Kraaß den Zeitplan. „Inclusive Tiefenentrümmerung.“ Nicht nur der Bunker befindet sich auf dem Grundstück, auch die Dresdner Stadtwerke GmbH haben Fundamente hinterlassen, die jetzt aufwendig beseitigt werden müssen.

Ein Fremdkörper verschwindet: Ab März beginnen die Abrissarbeiten am Bürogebäude Könneritzstraße 25. Der Neubau des Wohnquartiers soll 2020 beginnen. Quelle: Dietrich Flechtner

2017 hat die Deutsche Wohnen das Vorhaben von Projektentwickler Christoph Dross gekauft. „Im September 2017 ist der Bebauungsplan rechtskräftig geworden“, erklärt Marko Rosteck, Sprecher der Deutsche Wohnen. 5700 Wohnungen nennt das Berliner Unternehmen in Dresden sein eigen. „Unser Hauptmarkt ist Berlin, wir wollen aber auch in Dresden wachsen“, so der Sprecher.

Die städtebauliche Idee, den früheren Schützengarten mit dem Wohnquartier wieder entstehen zu lassen, hat Charme, findet Rosteck. Die Chance, in bester innerstädtischer Lage einer attraktiven Großstadt ein ganzes Quartier zu gestalten, biete sich nicht so oft. „Wir setzen nicht einfach Haus an Haus, sondern legen Wert auf eine individuelle städtebauliche Figur“, verspricht Rosteck.

Fünf Prozent Sozialwohnungen vereinbart

Das Quartier besteht aus 13 Planungsabschnitten, drei Architekturbüros planen die einzelnen Gebäude, die zwischen vier und sieben Etagen hoch sein werden. Wobei es zu früh sei, Entwürfe zu präsentieren. „Wir sind in Leistungsphase zwei und arbeiten gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt am Erscheinungsbild des Quartiers.“

Mietwohnungen sollen am Bahnhof Mitte entstehen, mit der Stadtverwaltung wurde vor Jahren ein Anteil von fünf Prozent Sozialwohnungen vereinbart. „Es ist noch zu früh, über Mietpreise zu sprechen. Aber unsere Zielgruppe sind Menschen aus der Mitte der Gesellschaft“, so Rosteck. 2020 soll der Bau beginnen, der auch drei einzelne Tiefgaragen mit rund 200 Stellplätzen beinhaltet. Die Deutsche Wohnen investiere einen dreistelligen Millionenbetrag.

Vom Dach des Bürogebäudes bietet sich ein fantastischer Blick auf die Dresdner Altstadt. „Den werden viele unserer Mieter haben“, verspricht Rosteck.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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