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Lokales Stadtarchiv zeigt kleinen Querschnitt des fotografischen Schaffens von Jörg Schöner
Dresden Lokales Stadtarchiv zeigt kleinen Querschnitt des fotografischen Schaffens von Jörg Schöner
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18:28 22.10.2019
Jörg Schöner während der Eröffnung seiner Ausstellung im Stadtarchiv Dresden. Hinter ihm Fotos vom Taschenbergpalais. Quelle: Foto: Catrin Steinbach
Dresden

Eindrucksvolle Fotos in einer neuen Ausstellung im Stadtarchiv nehmen die Besucher mit auf eine Zeitreise – vor allem in Dresden, aber nicht nur. Die Aufnahmen stammen allesamt von dem Dresdner Fotografen Jörg Schöner.

Er hat sich auf Industrie- und Architekturfotografie spezialisiert, begleitete fotografisch nicht nur den Wiederaufbau des Taschenbergpalais und der Frauenkirche, sondern dokumentierte mit der Kamera noch viele andere bekannte Dresdner Gebäude. Einen Namen machte er sich ebenso mit seinen Aufnahmen von der Görlitzer Altstadt.

Zudem besuchte er viele Länder der Erde und brachte natürlich von dort Aufnahmen mit. Ganz besonders angetan hat es ihm Georgien. Ein Land, das er über mehr als 50 Jahre hinweg zig Mal bereiste. Eine Auswahl seiner Fotos, die dort entstanden, veröffentlichte er jüngstin seinem Bildband „Georgien und der Kaukasus. Auch wenn er von sich selbst sagt, er sei kein „People-Fotograf“ – in Schöners Sammlung finden sich durchaus auch Fotos mit Menschen.

2018 Übergabe von 32 000 Fotos an das Stadtarchiv

Der heute 75-Jährige gebürtige Dresdner Jörg Schöner hatte 2018 einen großen Teil seines fotografischen Werkes – etwa 32 000 analoge und digitale Aufnahmen der Jahre 1973 bis 2016 – dem Stadtarchiv vermacht. „Wir haben versprochen, dass wir anlässlich der Übergabe der Fotos eine Ausstellung machen“, so Stadtarchiv-Direktor Thomas Kübler bei der Vernissage. Womit das Versprechen nun also eingelöst wurde.

Eine gute Gelegenheit für alle an Fotografie und der Entwicklung Dresdens Interessierte, einen kleinen Einblick in das Schaffen des namhaften Dresdner Fotografen zu bekommen. Die Besucher erwartet in zwei Räumen im 3. Obergeschoss des Stadtarchivs eine kurzweilige Schau. Zudem sind im Treppenhaus überlebensgroß Aufnahmen von Görlitzer Häusern vor und nach der Sanierung zu sehen.

Jörg Schöner selbst wählte für die Ausstellung die Fotos aus. Sie zeigen öffentliche Bauvorhaben des Freistaats Sachsen und der Stadt Dresden, aber auch Industrie- und Werbefotografien aus den Jahren vor 1989. Besonderer Schnappschuss: Ein Trabant mit Viertaktmotor im Dresdner Stadtzentrum – von Neugierigen umlagert.

1200 Einzelaufnahmen für ein Foto

Teil der Ausstellung ist ebenso ein Foto vom „Thron des Großmoguls Aureng-Zeb“ – einem Kunstwerk des Hofgoldschmieds Johann Melchior Dinglinger im Grünen Gewölbe. 1200 Einzelaufnahmen, die dann wieder zu einem großen Bild zusammengerechnet wurden, seien dafür nötig gewesen, erklärt Jörg Schöner. Nur so sei jedes Detail auch großformatig gestochen scharf zu erkennen.

Die Übergabe eines solch umfangreichen Bestandes wie den des Fotografen Jörg Schöner sei „kein reiner Glücksfall. Es gibt keinen automatischen Erntemechanismus von solchen Beständen“, so Stadtarchivchef Thomas Kübler. Er macht kein Hehl daraus, dass er Schöners Fotos als Schatz betrachtet. Die Sammlung sei „von höchstem Identifikationswert für die Stadt“, betonte er, und dass die Aufnahmen des Dresdners im Dresdner Stadtarchiv „am allerallerallerbesten aufgehoben sind“.

„Ich bin in der Dunkelkammer groß geworden“

Jörg Schöner kam schon als Kind mit der Fotografie in Kontakt. Sein Großvater war freischaffender Grafikdesigner, seine Mutter selbstständige Fotografenmeisterin. „Ich bin in der Dunkelkammer groß geworden“, pflegt er in diesem Zusammenhang zu sagen.

Er absolvierte eine Fotografenausbildung, machte seinen Meister. 1974 wurde er in den Verband Bildender Künstler aufgenommen und ist seit dieser Zeit freischaffend. 1995 wurde er Mitglied im Bund freischaffender Fotodesigner.

1983 hatte Jörg Schöner mit einer Dokumentation der Altstadt von Görlitz an der Hochschule für Grafik und Buchkunst extern diplomiert. Reichlich 30 Jahre später besuchte er die Orte von damals erneut. So entstand die Ausstellung „Görlitz – Auferstehung eines Denkmals“, die bisher in Görlitz selbst, aber auch in Dresden, Leipzig, Berlin und Wiesbaden zu sehen war.

Digitale Fotografie als großes Potenzial für sich erkannt

Jörg Schöner war in Dresden einer der ersten Fotografen, der das Potenzial der digitalen Fotografie erkannte und für sich nutzte. Er entwickelte ein digitales System zur Darstellung von Fassaden- und Gebäudeoberflächen in Originalgröße. „Ich kann Gebäude so fotografieren, dass man sich jedes kleinste Detail auf dem Bildschirm in Originalgröße angucken kann“, erklärt er. „Man kann mit diesen Fotos richtig technologisch arbeiten, also Maße abnehmen, Beschädigungen erkennen usw.“ Mit seiner Art Messbildfotografie, wie Jörg Schöner es selber nennt, war bzw. ist er u.a. im Historischen Grünen Gewölbe und auch bei der Restaurierung des Dresdner Zwingers gefragt.

Dass er und auch seine Frau Cornelia, die mit ihm zusammenarbeitet und seine rechte Hand ist, derart technikaffin und immer auf dem neuesten Stand sind, kommt nun auch dem Stadtarchiv zugute. Denn Schöners Fotos sind schon detailliert erschlossen und digitalisiert.

Sein umfassendes Wissen in Sachen Architekturfotografie gab und gibt Jörg Schöner an angehende Architekten weiter. Von 1996 bis 2014 hatte er einen Lehrauftrag an der Sektion Architektur der Technischen Universität Dresden, seit 2006 ist er dort Honorarprofessor.

Ausstellung „Jörg Schöner – Fotografie“, bis 31. Januar 2020 im Stadtarchiv Dresden, Elisabeth-Boer-Str. 1, Mo./Mi. 9-16 Uhr, Di./Do. 9-18 Uhr, Fr. 9-12 Uhr

Von Catrin Steinbach

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