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Lokales Stadt äußert sich zur Verlegung der Luftmessstation an der Bergstraße
Dresden Lokales Stadt äußert sich zur Verlegung der Luftmessstation an der Bergstraße
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10:31 24.04.2018
Mit einem Blitzer überwacht die Stadt derzeit an der Bergstraße die Geschwindigkeit. Quelle: Tino Plunert
Dresden

Am Standort der Luftmessstation an der Bergstraße kann die Stadt nichts ändern. Das machte der Leiter des Umweltamtes der Stadt, Christian Korndörfer, auf DNN-Anfrage klar.

Die Messstation war zuletzt im Zusammenhang mit drohenden Fahrverboten in die Diskussion geraten. Seit Jahren wird bei den Messungen an der Bergstraße der Grenzwert für die Luftbelastung mit Stickoxiden überschritten. Das liegt zum einen an der Verkehrsbelastung an der stadtauswärts gelegenen Steigungsstrecke.

Eine Studie des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie des Lehrstuhls für Verbrennungsmotoren der TU Dresden hatte gezeigt, dass an einer solchen Straße, die Schadstoffwerte erheblich steigen, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde überschritten wird.

Blitzlichtgewitter an der Bergstraße

Da die Stadt aus früheren Verkehrsbeobachtungen Hinweise auf häufige Geschwindigkeitsüberschreitungen hatte, hat sie einen Blitzer in unmittelbarer Nähe der Messstation aufstellen lassen. Ein wahres „Blitzlichtgewitter“ belegte die Vermutungen zum Fahrverhalten. Die Diskussion um die Messstation in Medienberichten und Leserbriefen entspann sich aber auch am Standort selbst. Schließlich steht die Station unmittelbar am Straßenrand, weniger Meter Entfernung mehr würde andere Messwerte erbringen.

Für Dresden kein unwesentlicher Aspekt: Die Stadt liegt nur relativ knapp über dem Grenzwert. In der Landeshauptstadt wurde 2016 ein Jahresmittel von 45 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft registriert. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm, Stuttgart und München bringen es auf 82 beziehungsweise 80 Mikrogramm.

Deutsche Umwelthilfe macht Druck

Städten mit überhöhten Schadstoffwerten droht die Deutsche Umwelthilfe mit Klagen. Am Ende eines solchen Rechtsstreits könnten dann Fahrverbote stehen für Diesel-Autos, denen im Verkehr die Hauptschuld für die Schadstoffbelastung zukommt. Die Stadt will Fahrverbote vermeiden.

Ihr Wohl und Wehe hängt dabei von einer relativ zufällig aufgestellten Messstation ab. W’eil niemand den Apparat auf seinem Grundstück wollte, steht er direkt am Straßenrand. „Es ist nicht alles rational erklärbar“, hatte Wolfgang Socher aus dem Umweltamt der Stadt dazu Mitte Januar bei der Vorstellung der Studie zum Zusammenhang zwischen Tempo und Schadstoffausstoß erklärt. Schön sei das nicht, fügte er noch hinzu.

Messstation beim Ausbau als Autobahnzubringer errichtet

Wie Amtsleiter Korndörfer jetzt den DNN mitteilte, wird sich daran aber nichts ändern. „Die Messstation wurde errichtet, weil es im Zusammenhang mit dem Ausbau der B 170 aufgrund von Gutachten Befürchtungen gab, dass die damals noch nicht in deutsches Recht übernommenen EU-Grenzwerte überschritten werden könnten“, erklärte der Amtschef.

Direkt im Planfeststellungsbeschluss vom 28. November 2002 sei der Standort nicht benannt. Die Station stehe aber im unmittelbaren Zusammenhang mit diesem Beschluss zum Ausbau der B 170 als Zubringer zur Autobahn 17. „Unter Ziffer 11. des Planfeststellungsbeschlusses (Schadstoffimmissionen) ist festgelegt, dass die Stadt auf Grund der Einwendungen einen Maßnahmenplan vorlegen muss, um die Einhaltung der Grenzwerte sicherzustellen.“ Dieser Plan habe seinerzeit vom damaligen Staatlichen Umweltfachamt (StUFA) und dem damaligen Regierungspräsidium bestätigt werden müssen.

Beibehaltung auf „längere Sicht“

Zu diesem Plan gehöre auch die Messeinrichtung. Im Punkt 7.1. des Maßnahmenplans heiße es: „5. Das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie betreibt an der Bergstraße 78/80 eine Messstelle für PM10, die in eine Dauermessstelle umgewandelt werden soll. Diese Messstelle wird Maßstab und Qualitätskriterium für die eingeleiteten Maßnahmen sein. Voraussetzung für die Verifizierung des Planes ist die Beibehaltung der Messstation auf längere Sicht.“ PM 10 steht für Feinstaubpartikel in einer Größe von bis zu 10 Mikrometer.

Für die Aufstellung einer Station sind laut Korndörfer die Bedingungen in der 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Anhang 3 Abschnitt C) niedergelegt. „Die Station erfüllt die Vorgaben.“ Sie sei Bestandteil des Luftmessnetzes des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Korndörfer stellte klar: „Insofern steht die Verlegung des Standortes für die Landeshauptstadt Dresden nicht zur Debatte.“

Von Ingolf Pleil

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