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Lokales Stadt sieht kaum Chancen für Stauseebad Cossebaude
Dresden Lokales Stadt sieht kaum Chancen für Stauseebad Cossebaude
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17:54 14.02.2020
Links der Stausee in Niederwartha. Quelle: Jürgen-M Schulter
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Dresden

Die Zukunft von Dresdens größtem Freibad – bezogen auf die Schwimmfläche – steht in den Sternen. Die drohende Schließung des Stauseebads Cossebaude hat die CDU-Fraktion im Stadtrat und in dessen Folge die Landeshauptstadt Dresden zum Handeln veranlasst. Fest steht aber: Der Erhalt des Stauseebads ist vom schwedischen Energiekonzern Vattenfall abhängig. Denn ohne deren Pumpspeicherwerk sinkt der Wasserspiegel zu stark für den Badebetrieb.

Die Landeshauptstadt sei „daran interessiert, so lange wie möglich die Nutzung des Stausees im Stauseebad Cossebaude zu gewährleisten“. Das teilte das zuständige Ressort von Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) auf DNN-Anfrage mit. Während der Saison 2020 bleibe das Freibad aber garantiert erhalten. Das bestätigte auch Lars Kühl, Pressesprecher der Dresdner Bäder GmbH: „Wir haben noch einen gültigen Pachtvertrag bis zum Ende dieses Jahres. Der Betrieb des Stauseebades Cossebaude in der anstehenden Freibadsaison ist nicht gefährdet.“

Stadt war offenbar informiert

Nun muss die Stadtverwaltung mit dem Energiekonzern über eine Vertragsverlängerung verhandeln. Das sei Peter Lames zufolge bereits im Gange, aber noch nicht abgeschlossen. „Wir werden alles für den Erhalt des Bades tun, was möglich und vertretbar ist“, sagte der Bürgermeister.

Besonders zuversichtlich wirkt das nun aber nicht. „Fest steht aber auch, dass wir nicht auf Dauer ein Kraftwerk betreiben können, nur um einen See zum Schwimmen zu haben“, heißt es in der schriftlichen Antwort weiter. Statt Hoffnung setzt der Finanzbürgermeister auf mögliche Alternativen. „Sollte der See für das Bad nicht mehr zur Verfügung stehen, würden wir auf andere Weise für ein attraktives Bad sorgen. Konkrete Überlegungen für den Bau eines zusätzlichen 50-Meter-Schwimmerbeckens werden bereits angestellt.“ Letzteres legt nahe, dass die Stadt bereits seit Längerem über das Vorhaben Vattenfalls eingeweiht war.

Einblick in das Pumpspeicherwerk Niederwartha. Quelle: Martin Förster

Alte Debatte neu entfacht

Hintergrund der ungewissen Zukunft des beliebten Stauseebads ist, dass die Vattenfall Wasserkraft GmbH vorläufig das Pumpspeicherwerk in Niederwartha stilllegen will. Dass der Konzern dazu bereits einen entsprechenden Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt hat, hat Sprecher Michael Reifenberg inzwischen auf DNN-Anfrage bestätigt. Vattenfall selbst wollte sich dazu bislang nicht äußern.

Bereits im Herbst 2015 hatte der Konzern überlegt, das Pumpspeicherwerk stillzulegen. Damals einigten sich Stadt und Unternehmen auf einen „geregelten Nichtbetrieb“. Seither nutzte Vattenfall das Werk nicht mehr als Energiespeicher, wartete es aber zumindest so weit, dass der darunterliegende Stausee Cossebaude erhalten blieb.

Niemand will Geld bereitstellen

Nach der sogenannten Jahrhundertflut im Jahr 2002 war das Stauseebad für rund 2,1 Millionen Euro saniert worden, nach dem Hochwasser 2013 nahm die Stadt noch einmal fast 900 000 Euro in die Hand. Nun will aber offenbar niemand mehr in den Erhalt des Sees investieren.

Bereits vor etwa einem Jahr hatte Dresdens Umweltbürgermeisterin Eva Jähingen (Grüne) mitgeteilt, die Landeshauptstadt habe kein Interesse, das Pumpspeicherwerk zu übernehmen. Für eine Wiederinbetriebnahme seien erhebliche Investitionen nötig, die unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kaum zu rechtfertigen seien.

Auf der anderen Seite forderte damals CDU-Landtagsabgeordneter Lars Rohwer, energiepolitischer Sprecher seiner Fraktion, gegenüber DNN die Erhaltung des Werks als „technisches Denkmal, für das die Stadt Ideen entwickeln sollte“.

Der obere Stausee gehört zum Pumpspeicherwerk in Dresden-Niederwartha. Quelle: Jürgen-M. Schulter

Das Problem an der ganzen Debatte: Die Sanierungskosten. Das 1930 in Betrieb genommene Pumpspeicherwerk Niederwartha ist sanierungsbedürftig. Nur noch zwei seiner sechs Turbinen sind funktionsfähig. Die veraltete Technik ist zudem nicht in der Lage, sehr schnell von Pumpen- auf Generatorbetrieb umzuschalten. Die Kosten für eine Instandsetzung werden auf bis zu 200 Millionen Euro geschätzt – was aber rein spekulativ ist, da sich Vattenfall zu den tatsächlichen Kosten bis heute nicht geäußert hat.

Von SL

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