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Lokales Staatsschauspiel erhält vor fünf Jahren gestohlenes Gemälde zurück
Dresden Lokales Staatsschauspiel erhält vor fünf Jahren gestohlenes Gemälde zurück
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18:25 21.12.2017
Oberstaatsanwalt Christian Avenarius, Staatsschauspiel-Intendant Joachim Klement und Polizeipräsident Horst Kretzschmar mit dem zurückgegebenen Bild.  Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Über die Rückkehr eines „verlorenen Ensemblemitglieds“, kann sich Joachim Klement freuen. Am Donnerstag bekam der Intendant des Staatsschauspiels das Bildnis eines Schauspielers überreicht, das ein unbekannter Dieb vor fünf Jahren aus der historischen Galerie des Schauspielhauses gestohlen hatte. Die Überbringer: Oberstaatsanwalt Christian Avenarius und Polizeipräsident Horst Kretzschmar. „Wir müssen ja oft Unerfreuliches zur Kenntnis nehmen und auch verkünden“, sagte Avenarius. Das sei dieses Mal ganz anders.

Ausgangspunkt dafür ist eine Geschichte, die an einen Krimi erinnert. Ein namhafter aber von Avenarius nicht benannter Anwalt hatte sich vor einigen Wochen bei dem Oberstaatsanwalt gemeldet. Er wolle das im September 2012 gestohlene Bild im Auftrag eines Mandanten zurückgeben. Ein Termin wurde vereinbart, Avenarius erhielt ein Paket. „Das habe ich nicht aufgemacht, sondern so, wie es war, der Polizei übergeben.“ Die habe in den letzten Wochen das im Paket enthaltene Gemälde kriminalistisch nach Spuren untersucht, „so dass wir es noch vor Weihnachten übergeben können“, wie Polizeipräsident Kretzschmar sagte.

Schauspiel-Intendant Klement hatte das etwa 59 mal 50 Zentimeter große Gemälde, das den Schauspieler Julius Christian Koch (1792-1860) zeigt, wenige Momente vor seiner Präsentation bei einem Pressetermin in Augenschein nehmen können. Eine Ecke des Barockrahmens scheine leicht beschädigt. „Ansonsten ist es in einen sehr guten Zustand.“ Für die drei Männer ein Grund, die zur Weihnachtszeit passende Festtagsmiene aufzusetzen. Dazu passt es auch, dass Intendant Klement sowohl Avenarius als auch Polizeipräsident Horst Kretzschmar als „Weihnachtsmänner“ bezeichnen durfte, ohne dass einer der beiden im Entferntesten an Beamtenbeleidigung dachte. „Ich fühle mich schon fast wie der Weihnachtsmann“, sagte Kretzschmar selbst, weil er vor zwei Wochen bereits einer Dresdnerin 5000 Euro übergeben konnte, die diese an einen Trickbetrüger verloren glaubte.

Hinter den Kulisse wird freilich harte kriminalistische Arbeit gemacht. Die gefunden Spuren werden ausgewertet. Ein Viertel- oder ein halbes Jahr könne das dauern, informiert Polizeisprecher Thomas Geithner. Oberstaatsanwalt Avenarius geht nicht davon aus, dass die Spuren zum Täter führen, selbst wenn der Vergleich mit bekannten Fingerabdrücken einen Treffer bringe. Die Beweisführung sei sehr schwierig, sagt er.

So wie die Ermittlungen im Fall bisher. Nach bisherigem Kenntnisstand war ein blonder, kurzhaariger Mann am Morgen des 25. September 2012 vermutlich gemeinsam mit einem Pulk Staatsschauspiel-Mitarbeiter ins Gebäude gelangt. Dort schnappte er sich das in einer Ecke hängende Bild und verschwand über die Theaterstraße. Er hatte dabei zwar einen Alarm ausgelöst, für den Dienst habenden Sicherheitsmann war der Kunstdieb mitsamt dem immerhin acht bis zehn Kilogramm schweren Bild jedoch zu schnell.

Zwar hatte die Videoüberwachung „gute Bilder“ des Täters geliefert, wie Kretzschmar sich erinnert, aber auch eine Öffentlichkeitsfahndung blieb vergeblich. Mehrere Beschuldigte habe es im Ermittlungsverfahren gegeben, nie habe man ihnen etwas nachweisen können, sagt Avenarius. Warum dieses von einem unbekannten Maler 1840 angefertigte Ölgemälde, das den zu Lebzeiten vor allem für seine Leistung als Komödiant bekannten Schauspieler Koch zeigt, gestohlen wurde, ist bis heute ein Rätsel. Intendant Klement stellen sich nach der Rückgabe des Bildes ganz andere Grübelaufgaben. Man werde einen geeigneten Platz für das Portrait in der Galerie finden müssen, sagte er.

Von Uwe Hofmann

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