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Lokales Sportler und Aktivist Tommie Smith erhält "Dresden-Preis"
Dresden Lokales Sportler und Aktivist Tommie Smith erhält "Dresden-Preis"
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14:44 04.12.2017
Tommie Smith (Mitte) und John Carlos (rechts) demonstrierten bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko für die Farbigenbewegung "Black Power".
Quelle: Archiv/dpa
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Dresden

Mit einer gestreckten Faust protestierte Tommie Smith bei den Olympischen Spielen 1968 gegen Rassismus und sorgte abseits des Sports für Furore. 2018 wird er für diese Geste den Dresden-Preis erhalten. Der Olympiasieger und Bürgerrechtsaktivist wird den 9. Internationalen Friedenspreis am 18. Februar in der Semperoper verliehen bekommen. Die Laudatio hält Günter Wallraff.

1968 hatte Smith den 200-Meter-Lauf in Mexiko gewonnen und nutzte den Moment auf dem Siegertreppchen, um gemeinsam mit dem Drittplatzierten John Carlos mit erhobener Faust im schwarzen Handschuh gegen Rassismus zu protestieren. Danach durfte der 24-Jährige, der zwölf Weltrekorde gebrochen hatte, nie mehr bei einem Wettkampf antreten und erhielt Morddrohungen.

Tommie Smith zu Hause in seinem Atelier in Atlanta. Quelle: Dresdner Friedenspreis

2018 jährt sich die Protestaktion zum 50. Mal. Vom Geächteten wurde Tommie Smith zum Helden und zur Legende. „Der damalige Olympiasieger Tommie Smith wurde zu einem Rollenmodell des politisch engagierten Sportlers. 50 Jahre danach gibt es noch immer Rassismus. Leider hat das Thema an Aktualität wenig eingebüßt. Und die Geste ist geblieben, was sie damals war: mutig und stark“, erklärt Günter Blobel, Mitinitiator des Dresden-Preises.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird jährlich seit 2010 in der Dresdner Semperoper verliehen. Eintrittskarten für die Preisverleihung gibt es beim Besucherdienst der Semperoper in der Schinkelwache und unter www.semperoper.de.

Von fs