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Lokales Spiel mit Naturelementen: Skulpturen, Malerei und Objekte im Kunsthaus Raskolnikow
Dresden Lokales Spiel mit Naturelementen: Skulpturen, Malerei und Objekte im Kunsthaus Raskolnikow
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16:17 07.10.2019
Objekte von Dorothee Haller / Malerei von Hans Ulrich Wutzler und Daric Gill Quelle: Michael Lauterjung
Dresden

Die Arbeiten der drei Künstler Daric Gill, Dorothee Haller und Ulrich H. Wutzler, die derzeit im Kunsthaus Raskolnikow ausstellen, kennzeichnen ein interessantes Spiel mit Naturelementen und Formen, die als uralte Archetypen auf das zeitgenössische Empfinden projiziert werden und im Kreislauf der Dinge in uns fortwirken.

In einer Auswahl von Werken haben die drei Künstler wesentliche Momente ihrer künstlerischen Intentionen zu einer Installation unter dem Titel „Sphere out of play“ zusammengefasst: Die Absenz der Kugel aus dem Spiel ist eine Metapher für die Klärung der Zusammenhänge zwischen den Dingen, ein geschärftes Fokussieren auf das einzelne Objekt, wobei ihr Zusammenhang dadurch erst richtig deutlich gemacht wird. Das Unwägbare in der Kunst fasziniert dann, wenn die Kugel trifft oder auch nicht, wenn ihre Wirkung, je nach Perspektive, als Bedrückung und Bedrohung oder als Beglückung empfunden wird.

„Reise durch ein unbekanntes Gebiet“

Daric Gill aus Columbus/Ohio (geb. 1982), Stipendiat des Internationalen Künstleraustauschprogramms Columbus Ohio – Freistaat Sachsen 2019, versteht seine Arbeit als „Reise durch ein unbekanntes Gebiet, um darüber zu lernen“. Er widmet sich dem Material Holz und bemalt es vorsichtig, altmeisterlich. Seine interdisziplinäre Auffassung von Kunst bezieht viele Dinge und Materialien ein, die miteinander korrespondieren. Fundstücke werden in das Kunstwerk integriert.

Ein alter, abgestorbener Ast, aus dem sich neues Grün entfaltet, liegt quer vor dem Betrachter, daneben, an der Fensterfront hängt eine Waage, deren Schalen nach Balance streben: ein Gleichnis auf das Wirken des Künstlers im Spiel mit den Elementen seiner Kunst. Gills selbstsichere Malerei auf Holz (z.B. auf dem Boden einer Violine mit einer Vogelfeder und zwei Blüten der Weißen Lichtnelke) entrückt das Instrument in eine andere Dimension der Wahrnehmung. Aus Restholz wurde Kunst: In eine antike Kirschholzplatte, die Daric Gill von einem Holzrestaurator erwarb, sind ganz sensibel dem Materialzustand und seinem Wuchs folgend farbige Blumen und Blüten graviert.

Formenspiele zwischen organischen und konstruktiven Formen

Dorothee Haller (geb. 1966 in Frankenberg) hat mit ihren Objekten und Skulpturen aus Zeitungspapier ähnlich wie Daric Gill Augentäuscher geschaffen. Die schwarz lackierten, haptisch interessanten Module sind Formenspiele zwischen organischen und konstruktiven Formen. Sie ähneln überdimensionierten Insekten oder Armaturen. Die als „Black Seeds“ bezeichneten übergroßen Samenkapseln erinnern an das Spiel mit der Kugel. Hallers Formensprache spricht im Betrachter Bekanntes an, verweist aber auch auf das Fremde in ihm. Eingeschreint in Glasgehäuse wird ihr musealer Charakter betont. Haller studierte von 1993 bis 1998 an der HfBK Dresden und wandte sich danach verstärkt der Bildhauerei und Installationen zu.

Der Maler, Installations-und Projektkünstler Hans Ulrich Wutzler (geb. 1964 in Lichtenstein/Erzgebirge) ist in der Ausstellung mit Bildern vertreten, die zwischen Gegenständlichkeit, wiedererkennbaren Formen und kompositioneller Freiheit gespannt sind. Auch hier herrschen organoide Gestaltungen, die ihn als fantasievollen Maler auszeichnen, der sein Material (eigene Fotos und Zeitungen) malerisch verwandelt. Die Fremdheit im Gewöhnlichen, in bekannten, wiedererkennbaren Strukturen, macht den Reiz von Wutzlers Arbeiten aus. Er studierte von 1989 bis 1994 an der HfBK Dresden Malerei und Grafik.

bis 11. Oktober, Kunsthaus Raskolnikow, Böhmische Straße 34, geöffnet Di-Do 10-15, Mi-Fr 15-18, Sa 11-14 Uhr, Kontakt: Tel. 0351/804 57 08

www.galerie-raskolnikow.de

Von Heinz Weißflog

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