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Lokales Speed Dating mit Dresdner Stadträten
Dresden Lokales Speed Dating mit Dresdner Stadträten
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08:17 04.11.2019
Stadträte im TJG: Quelle: Marco Prill/ tjg
Dresden

Das Dresdner Theater Junge Generation, das größte und zweitälteste Kinder- und Jugendtheater in Deutschland – wurde am 11. November 1949 eröffnet. Seitdem sind bis zum heutigen Tag an die 585 Inszenierungen entstanden. Wer erwartet hat, dass das 70-jährige Bestehen mit einer neuen, fulminanten Premiere begangen wird oder mit einem rauschenden Fest, der irrt. Das renommierte Theater feierte sich am Sonnabend mit einem Dialog auf Augenhöhe.

Rund 20 Dresdner Stadträte sind der Einladung des tjg zum Speed Dating gefolgt und haben sich gemeinsam mit anderen Verantwortlichen der Stadtgesellschaft mit 70 Noch-Nicht-Wählern getroffen – mit drei Klassen aus der Grundschule am Rosengarten, der 36. Oberschule und dem Gymnasium Bürgerwiese. Wochenlang hatten sich die Neun- bis Zwölfjährigen intensiv auf diesen Dialog vorbereitet, Stadtratsvorlagen gelesen und Probleme in ihrer direkten Umgebung und in Dresden hinterfragt. Daraus entwickelten sie ganz konkrete Wünsche.

„Warum sind Autofahrer wichtiger als wir Kinder?“

Im Speed Dating setzten sie damit die Stadtpolitiker an diesem Sonnabendnachmittag unter Druck.Eine Nummer, fünf Minuten, drei Runden, dann ist es schon wieder vorbei. Immer aber haben die Kinder ernsthafte Wünsche an die Politiker ihrer Stadt, zum Beispiel: Wir wünschen uns günstigere Straßenbahnfahrkarten für Kinder, da wir sowieso weniger Platz wegnehmen. Wir wünschen uns Orte in der Stadt, an denen Kinder Kunst machen und zeigen können. Wir wünschen uns weniger Müll in der Stadt, zum Beispiel durch mehr Mülleimer.

Felicitas Loewe, Intendantin des tjg, will diesen Wünschen ein Gewicht angedeihen lassen: „Wir wollten in dieser Zeit und in dieser Situation, in der sich Dresden befindet, den Kindern einfach eine Stimme geben. Ihre Ernsthaftigkeit spricht doch für sich.“

Anja Apel von den Linken wird von Baptiste von der Grundschule am Rosengarten zum Thema autofreie Stadt interviewt. „Warum sind Autofahrer wichtiger als wir Kinder“, fragt er. Diese Frage beschäftigt die Politikerin lange. Sie sagt: „Wir Erwachsenen gehen immer Kompromisse ein, viel zu viele. Die Kinder zeigen uns klar, dass wir deutlich schneller vorwärtskommen müssen.“

„Sie haben uns doch genau zugehört“

Dynamo-Fan Cassian träumt von preiswerteren Stadiontickets. Knapp 15 Euro ist für ihn zu viel, zehn würde er mit seinem Taschengeld gerade noch so schaffen. Das erzählt er Heike Ahnert von der CDU. Auch sie staunt über die Wünsche der Noch-Nicht-Wähler: „Diese Fülle der Themen beeindruckt mich sehr“, sagt sie und auch: „ Und dass diese Viert- bis Sechstklässler nicht nur Probleme angesprochen, sondern auch ganz konkrete Lösungsvorschläge genannt haben.“

Cassian von der 36. Oberschule ist sich nicht so sicher, ob die Politiker sich um billigere Tickets für Dynamospiele kümmern werden. „Sie waren schon nett, aber helfen können sie uns bestimmt auch nicht“, meint er. Baptiste ist da optimistischer. Er sagt: „Sie haben uns doch genau zugehört. Das ist doch erstmal ein Anfang, oder?“

Dieser Dialog ist tatsächlich auf Augenhöhe. Was für ein schönes Geschenk zum 70.!

Von Adina Rieckmann

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