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Lokales Spaziergang entlang einer Riesenblume
Dresden Lokales Spaziergang entlang einer Riesenblume
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18:05 12.04.2019
Aufbau der Ausstellung im Hygiene-Museum. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Sie könnten ohne uns Menschen leben, wir aber nicht ohne sie: Pflanzen. Sie beeinflussen nicht nur das Klima und die Wasserkreisläufe, binden CO2, versorgen uns mit Energie, bieten Lebensräume für Tiere. Sie ernähren und kleiden uns auch, können heilen, inspirieren und Balsam für die Seele sein. Doch ist uns das in unserem täglichen Leben und bei unserem Handeln tatsächlich bewusst?

Perspektivwechsel

Das Hygiene-Museum betrachtet in seiner neuen Sonderausstellung „Von Pflanzen und Menschen“, die Ostern öffnet, den Umgang des Menschen mit der Pflanzenwelt aus verschiedenen Blickwinkeln.

Kathrin Meyer, Kuratorin und Projektleiterin der neuen Sonderausstellung. Quelle: Anja Schneider

Der Perspektivwechsel soll schon in der Gestaltung der 800 Quadratmeter großen Ausstellung deutlich werden. Sie umfasst drei Bereiche, deren abstrakte Raumbilder am Ende eine riesige Blume ergeben. Als Besucher fühlt man sich fast klein wie eine Ameise, spaziert von der Wurzel, entlang des Stängels und der Blätter zu einer überdimensionalen Blüte.

Zu den Wurzeln

„Zu den Wurzeln“ heißt auch das 1. Kapitel der Ausstellung. Es widme sich den Begriffen und Methoden sowie analogen und digitalen Hilfsmitteln, um die Pflanzenwelt zu erkunden. Zudem gehe es um die Rolle, die lebende Pflanzen in unserer Vorstellungswelt und in den unterschiedlichen Kulturen spielen, erklärt Kuratorin Kathrin Meyer. Sie hat die gegenwärtig noch im Aufbau befindliche Ausstellung konzipiert.

An diesem Glücksrad, das noch mit Sebnitzer Blüten geschmückt werden soll, erfahren die Besucher in der Sprache der Blumen, ob Sie auf andere Menschen verführerisch wirken wie eine Rose oder eitel wie eine Narzisse. Quelle: Anja Schneider

Das 2. Kapitel thematisiert im weitesten Sinn „Saat und Ernte“ – also Anbau, Züchtung und Nutzung von Pflanzen und die damit einher gehenden Veränderungen in der Natur und Landschaft. Der Schwerpunkt werde jedoch auf die Landwirtschaft gelegt.

Der planetarische Garten

Kapitel 3 entführt „Ins Grüne! Leben im planetarischen Garten“. Der Landschaftsarchitekt Gilles Clément habe von der Erde als „planetarischem Garten“ gesprochen, dessen Zukunft in der sorgenden oder zerstörenden Hand der Menschen liege, erklärt Kathrin Meyer. Am Beispiel des Privatgartens, der als Bild für den gemeinschaftlichen Erdgarten stehe, sollen Aspekte der Ökologie zusammengeführt werden.

Gartentipps zum Mitnehmen

„Für die Besucher haben wir Gartentipps für das ökologische Gärtnern zum Mitnehmen vorbereitet“, so die Kuratorin der Ausstellung. Gewonnen wurden dafür neben Volker Croy und Helma Bartholomay auch der Ornithologe und Buchautor Peter Berthold, der Naturgartenplaner und Buchautor Reinhard Witt und die Journalistin, Autorin und „Öko-Guerilla-Gärtnerin“ Christiane Habermalz.

Gartenmodell aus farbigem Haar

Besucher können sich auf eine lehrreiche, kurzweilig gestaltete Ausstellung mit interessanten Exponaten wie zum Beispiel einem historischen transportablen Gewächshaus oder auch einem dreidimensionalen Gartenmodell aus dem frühen 20. Jahrhundert freuen, kündigt das Hygiene-Museum an. Besagtes Modell sei aus farbigem Haar gefertigt worden und stelle mehr als 250 Pflanzen dar.

Diese Aufnahme entstand beim Aufbau der Ausstellung. Deswegen ist noch nicht alles perfekt aufgeräumt. Das Motiv zeigt ein historisches transportables Gewächshaus. Quelle: Anja Schneider

Zudem gibt es interaktive Stationen, bei denen es um die Sprache der Blumen geht, man die Geräusche im Inneren von Bäumen hören oder das Wachstum der größten Blüte der Welt durch Bewegung in Gang setzen kann. Des Weiteren seien eigens für die Schau Kurzfilme produziert worden.

„Einfach mehr mit diesem gärtnerischen Geist der Fürsorge, der Verantwortung auf die Welt schauen“

Ihr Anliegen sei, „dass die Leute nach dem Besuch dieser Ausstellung rausgehen und Pflanzen ganz anders sehen als vorher. Nämlich nicht als das, was da oberirdisch wächst und unendlich verfügbar ist, sondern als Lebewesen, die unser Überleben überhaupt erst ermöglichen“, so Kathrin Meyer. Sie würde sich wünschen, dass die Besucher hinterher „vielleicht auch so ein bisschen die eigene Stellung in der Welt hinterfragen“ und „einfach mehr mit diesem gärtnerischen Geist der Fürsorge, der Verantwortung auf die Welt schauen“.

Info: „Von Pflanzen und Menschen“, 19.4.2019-19.4.2020; geöffnet Di.-So./Feiertage: 10-18 Uh; Montag geschlossen (Ausnahme: wenn Feiertage auf einen Montag fallen)

Workshops & mehr zur Ausstellung

Im Rahmen der Ausstellung „Von Pflanzen und Menschen“ im Deutschen Hygiene-Museum Dresden und im Zusammenhang mit großen Veranstaltungen wie der Jahrestagung des Deutschen Forstvereins im Mai oder auch dem Umundu-Festival für nachhaltige Entwicklung im September gibt es ein umfangreiches Programm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Sonderfahrt mit der Science-Tram, Workshops, Science-Slam, kulturwissenschaftlicher Konferenz, Lesungen, Lesekreis und Schreibwerkstatt und vielem anderen mehr. Besonders hervorgehoben sei an dieser Stelle die...

Workshopreihe in Dresdner Gemeinschaftsgärten:

25. Mai, 15-19 Uhr: Von der Natur abgeschaut. Einführung in die Permakultur (Gemeinschaftsgarten Johannstadt, Dürerstr./Silbermannstr.)

12. Juni, 17-19 Uhr: Würzig und gesund! Kräuter- und Blütenvielfalt entdecken (Internationale Gärten, Holbeinstr./Permoserstr.)

14. Juni, 16-19 Uhr: Grüne Vielfalt! Spaziergang durch die Johannstädter Stadtgärten (Treff: Vietnamesische Gärten Dresden, neben Pfotenhauerstr. 52)

28. Juni, 19.30 Uhr: Gartenkino: Zusammen (ge)wachsen! Urbane Gärten hier und anderswo. Film „Growing Cities“ (in Englisch) (Gemeinschaftsgarten Hechtgrün, Johann-Meyer-Str. 8)

August (noch kein fester Termin): Nichts als tote Pflanzen? Einen Kompost anlegen (Museumsgarten Hygienemuseum)

24. August, 15-19 Uhr: I love Kim Chi! Gemüse fermentieren mit Gregor Scholtyssek u.a. (Gemeinschaftsgarten Johannstadt, Dürerstraße/Ecke Silbermannstraße)

12. September, 17-19 Uhr: Alles Hokkaido? Japanische Kürbisse anbauen und zubereiten (Internationale Gärten (Holbeinstr./Permoserstr.)

20. September (13-16 Uhr): Rund und bunt. Tomatenvielfalt entdecken. Mit der Tomatensortensammlerin Birgit Kempe (Gemeinschaftsgarten hechtgrün (Johann-Meyer-Str. 8).

Ausführlichere Informationen und Anmeldemöglichkeiten unter www.dhmd.de/pflanzen; Angaben ohne Gewähr

Von Catrin Steinbach

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