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Lokales Sozialpädiatrisches Zentrum der Uniklinik feiert Sommerfest
Dresden Lokales Sozialpädiatrisches Zentrum der Uniklinik feiert Sommerfest
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20:53 17.06.2018
Fotobox mal anders: In der Verkleide-Bude konnten sich die Kinder verwandeln und mit einer nostalgischen Kamera fotografieren lassen. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Kunterbunt und so gar nicht Krankenhaus-typisch ernst ging es am Sonnabend auf dem Gelände des Uniklinikums zu. Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) feierte seinen zehnten Geburtstag und hatte gemeinsam mit dem Sonnenstrahl e. V. ein großes Kinder-Sommerfest auf die Beine gestellt – und auf die Räder, denn etliche der jungen Besucher saßen im Rollstuhl oder schoben ihren Infusionsständer neben sich her. „Unser Fest ist für alle da“, sagte Jens Schallner, ärztlicher Leiter des SPZ. „Hier gibt es auch Angebote für Kinder mit Einschränkungen, hier kann man zusammenkommen und gemeinsam Spaß haben.“

Dieser inklusive, also einbeziehende Ansatz ist dem 15-köpfigen Team aus Ärzten, Therapeuten, Psychologen und Sozialpädagogen auch in seiner täglichen Arbeit wichtig. Ziel sei es, dass die kleinen Patienten möglichst viel am Sozialleben teilhaben können, so Schallner. Keine einfache Aufgabe: Das Zentrum betreut junge Menschen mit chronischen Krankheiten wie Epilepsie, genetischen Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Insgesamt 2400 chronisch Kranke zwischen 0 und 18 Jahren werden am SPZ behandelt – der Bedarf ist weit höher. Die Mitarbeiter kümmern sich nicht nur um Diagnose und medizinische Versorgung. „Wir beraten auch, welche Kita oder Schule für den jeweiligen Patienten geeignet ist, welche Hilfsmittel passen, vermitteln Kontakte zu Selbsthilfegruppen, betreuen die Familien psychologisch und beraten zu rechtlichen und pädagogischen Fragen“, zählt Schallner auf.

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Impressionen vom Kinder-Sommerfest des Sozialpädiatrischen Zentrums am Uniklinikum.

Diese Unterstützung weiß auch Stephanie aus der Oberlausitz zu schätzen: „Die Leute im SPZ kümmern sich um mich, nehmen sich ganz viel Zeit und beantworten meine Fragen.“ Die Neunjährige leidet an spinaler Muskelatrophie, einer immer weiter fortschreitenden Krankheit. Weil in ihrem Körper ein bestimmtes Protein nicht richtig funktioniert, gehen Nervenzellen kaputt und können Impulse nicht mehr an die Muskeln weiterleiten. Deshalb sitzt Stephanie im Rollstuhl. Seit mehr als sieben Jahren kommt sie regelmäßig mit ihren Eltern nach Dresden zur Untersuchung, Beratung und Behandlung. Die Ärzte prüfen, wie Muskeln, Gehirn und Lunge funktionieren, und verabreichen ihr Medikamente. Die neue Gentherapie, die Stephanie seit Jahresanfang erhält, zeigt schon Wirkung: Stephanie hat an Kraft und Bewegungsmöglichkeit zurückgewonnen – was sie beim Sommerfest direkt am Kickertisch demonstrierte.

Aber auch die Plüschtierklinik hatte es Stephanie angetan, weil sie so niedlich war und die Mitarbeiterinnen – angehende Kinderkrankenschwestern – liebevoll auf die kleinen Patienten eingingen. Und so ganz nebenbei lernte Stephi gleich einige der jungen Frauen kennen, die sich bei ihrem bevorstehenden Klinikum-Aufenthalt um sie kümmern werden.

„Wir sind froh, dass wir hier so ortsnah und umfassend betreut werden, dass alle Untersuchungen an einem Ort passieren und dass uns die Koordination aller medizinischen Termine abgenommen wird“, sagt Stephanies Mama Klaudia. „Für uns war es gut, dass wir damals die Diagnose so schnell bekommen haben und reagieren konnten. Das Aufklärungsgespräch war sehr hilfreich, das SPZ hat uns wirklich aufgefangen“, lobt sie. Außerdem seien die Ärzte sehr offen, man könne auch mal spontan anrufen oder eine E-Mail schreiben. „Nach so vielen Jahren vertraut man sich blind.“

ttr

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