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Lokales Soko identifiziert das Fluchtfahrzeug der Dresdner Juwelendiebe
Dresden Lokales Soko identifiziert das Fluchtfahrzeug der Dresdner Juwelendiebe
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15:14 26.11.2019
In dieser Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße brannte wenige Minuten nach dem Einbruch im Grünen Gewölbe das Fluchtauto der Täter. Polizisten suchten am Dienstag mit einem Spürhund nach Täterspuren. Quelle: Tino Plunert
Dresden

Einen Tag nach dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe im Dresdner Residenzschloss wissen die Ermittler immer noch nicht, was die Diebe alles aus dem Juwelenzimmer gestohlen haben. Dafür konnte die 20-köpfige Sonderkommission Epaulette um Kriminalrat Olaf Richter inzwischen bestätigen, dass es sich bei dem am Montagmorgen in einer Tiefgarage in Mickten in Brand gesteckten Audi A6 tatsächlich um das Fluchtfahrzeug handelt.

So fanden die Ermittler Spuren vom Tatort im Wrack des Fahrzeuges. Dazu gehören Dinge, die sich eindeutig dem Grünen Gewölbe zuordnen lassen und auch Einbruchswerkzeug. Damit behandelt die Polizei auch die Tiefgarage als einen Tatort und sperrte sie vorübergehend ab. Kriminalisten werden nun auch Augenzeugen und Anwohner im Umfeld befragen.

Stromkasten auch in Brand gesetzt

Zudem gehen die Ermittler nun auch davon aus, dass der Brand eines Stromverteilers unterhalb der Augustusbrücke im Zusammenhang mit dem Einbruch im Grünen Gewölbe steht. Der Stromkasten sei vorsätzlich in Brand gesteckt worden, hat ein Brandursachenermittler herausgefunden. Infolge des Brandes sei die Straßenbeleuchtung am Theaterplatz ausgefallen.

Links ist der ausgebrannte Audi A6 zu erkennen. Die Täter haben ihn in Brand gesetzt. Quelle: Roland Halkasch

Damit bestätigt sich auch der bisher nur vermutete Tathergang. Demnach haben die Diebe im Schutz der Dunkelheit das Gitter vor einem Fenster an einer zur Schinkelwache zeigenden Ecke des Residenzschlosses zerschnitten, haben das Fensterglas zerstört und sind ins Juwelenzimmer eingestiegen. Nach wenigen Minuten hatten sie mit einer Axt das Sicherheitsglas einer Vitrine zerstört und aus ihr große Teile von drei Juwelengarnituren aus dem 18. Jahrhundert von unschätzbarem Wert eingesteckt.

Aufnahmen der Überwachungskamera am Tatort

Dann sind sie aus dem Fenster zu dem bereit stehenden Audi A6 gelaufen und von dort zur Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße gefahren. Dort haben die Täter das Fahrzeug in Brand gesetzt, wohl um ihre Spuren zu verwischen. Über das weitere Vorgehen kann nur spekuliert werden. Möglich ist, dass sie in ein weiteres Fahrzeug umstiegen und über die nahe Autobahn 4 verschwanden.

Diebesgut noch nicht abschließend bekannt

„Insgesamt sprechen die Umstände für eine zielgerichtete und vorbereitete Tat“, kommentiert Soko-Chef Richter die bisherigen Erkenntnisse. Am Vormittag untersuchten Spezialisten des Landeskriminalamtes erneut den Tatort im Grünen Gewölbe. Sie wollen dort bis zum Abend aktiv sein. „Es ist unsere einzige Chance, dort Spuren der Täter zu finden“, sagte ein Polizeisprecher. „Die Ermittler gehen sehr gewissenhaft vor, wollen nichts übersehen.“ Deshalb vor allem ist auch noch nicht genau bekannt, was alles gestohlen wurde. Experten des Historischen Grünen Gewölbes können sich erst einen Überblick verschaffen, wenn die Kriminalisten ihre Arbeit beendet haben.

Mindestens diese zehn Schmuckstücke wurden gestohlen

Fotos der gestohlenen Schmuckstücke

Im Umfeld des Grünen Gewölbes haben Bereitschaftspolizisten am Dienstag Passanten und auch Gäste des benachbarten Hotels Taschenberg Palais Kempinski befragt. Verwertbare Hinweise habe das nicht erbracht. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatten die Polizei bereits am Montag vernommen. Zwei von ihnen hatten den Einbruch auf einem Bildschirm in der Sicherheitszentrale der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden verfolgt.

Ein Zeugenaufruf der Dresdner Polizei hat bisher 91 Hinweise eingebracht, die nun geprüft werden. Eine heiße Spur sei nach bisherigen Erkenntnissen noch nicht darunter, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Gleichzeitig hat die Soko Epaulette einen Link auf das Hinweisportal der Polizei aktiviert. Dort können insbesondere auch Bild- und Videohinweise zur Straftat an die Polizei weitergegeben werden. Das Portal ist unter dem Link https://sn.hinweisportal.de zu erreichen. Die Polizei sucht immer noch Zeugen, die Hinweise zu verdächtigen Personen oder anderen Vorkommnissen geben können, die im Zusammenhang mit der Tat stehen.

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