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15:33 19.02.2020
Maxi Luise Kabella (l.) und Céline Nawrat sind die neuen Ehrenamtskoordinatorinnen in Pieschen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, haben besonders Menschen, die schon seit vielen Jahren arbeitslos sind. Soziale Kontakte sind nur schwer zu finden, die Motivation sinkt immer weiter und eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht. Die Kontakt- und Begegnungsstätte „Auftrieb“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Rehefelder Straße 16 in Pieschen ist eine Anlaufstelle für Menschen mit solchen Problemen. Seit Januar gibt es dort auch eine Ehrenamts-Koordinierungsstelle.

Aufgabe: Langzeitarbeitslose für ein Ehrenamt zu motivieren

Die Sozialpädagoginnen Céline Nawrat und Maxi Luise Kabella haben es sich zur Aufgabe gemacht, Langzeitarbeitslose für ein Ehrenamt zu motivieren. Das Projekt wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und ist zunächst für zwei Jahre angesetzt. „Wir wollen die Menschen wieder aktivieren und raus aus der Isolation holen“, sagen die Sozialpädagoginnen.

Dabei geht es vor allem darum, herauszufinden, worauf die Leute Lust haben, betont Maxi Luise Kabella. Das finden die beiden Mitarbeiterinnen im Einzelgespräch heraus und entscheiden dann, welche Richtung passend wäre. Dann wird gemeinsam nach einer passenden Stelle gesucht. Schon beim DRK selbst gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

Die größte Herausforderung ist die Motivation

„Wir vermitteln keine kostenlosen Arbeitskräfte“, betont Céline Nawrat. Ziel sei es, „für diese Menschen eine Aufgabe zu finden, die Spaß macht, Erfolgserlebnisse bringt und das Selbstwertgefühl stärkt“, sagt sie. Wenn sich aus dem Ehrenamt dann eine Arbeitsstelle ergibt, wäre das ein positiver Nebeneffekt, sei aber nicht oberstes Ziel.

Die größte Herausforderung wird die Motivation sein, vermutet Maxi Luise Kabella. Manche ihrer Besucher sind schon seit vielen Jahren arbeitslos und haben, oft auch wegen gesundheitlicher Einschränkungen, Schwierigkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Doch die positiven Beispiele in der eigenen Begegnungsstätte machen den beiden Sozialpädagoginnen Mut: „Wir haben hier im Auftrieb Ehrenamtliche, die einmal in der Woche unsere Faltblätter austragen oder Telefondienste übernehmen. Sie blühen dabei richtig auf“, berichtet Céline Nawrat.

Keine Probleme mit dem Jobcenter

Auch Ängste, dass es für Ehrenamtler Probleme mit dem Jobcenter geben könnte, können die Sozialpädagoginnen entkräften. Jeder, der mitmacht, steht dem Arbeitsmarkt weiterhin zur Verfügung. Dennoch ist es jedem erlaubt, ein Ehrenamt zu übernehmen. Die Höhe der möglichen Aufwandsentschädigung legt jede Einsatzstelle eigenständig fest. Dabei sind maximal 200 Euro pro Monat auf Arbeitslosengeld II anrechnungsfrei.

Koordinatorinnen sind wochentags anzutreffen

Nun müssen erstmal Menschen gefunden werden, die Interesse an einem Ehrenamt haben. Die Interessierten sollten zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und aus dem Dresdner Norden kommen. Die Koordinatorinnen sind montags bis freitags zwischen 9 und 13 Uhr in der Begegnungsstätte „Auftrieb“ anzutreffen. Außerdem gibt es regelmäßig stattfindende Austausch-Cafés.

Wer mehr über die Ehrenamt-Koordination erfahren möchte, kann die erste Informationsveranstaltung am 24. Februar, 10 Uhr in den Räumen der Begegnungsstätte besuchen. Eine weitere Veranstaltung ist im März geplant.

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