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Lokales So will ein Dresdner Unternehmen den Kampf um die besten Köpfe gewinnen
Dresden Lokales So will ein Dresdner Unternehmen den Kampf um die besten Köpfe gewinnen
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06:17 25.07.2019
Die Dresdner Unternehmerin Anke Wagner koordiniert das Fachkräftesicherungsprogramm „Step In“ für den Freistaat Sachsen. Quelle: Archiv
Dresden

Glas, das nach Wetterlage entscheidet, wieviel Licht und Wärme es in den Raum lässt. Ein innovatives Produkt. Tobias John stellt es mit seiner EControl-Glas GmbH & Co. KG her. Als weltweit einer von drei Produzenten. „Damit wir unseren Vorsprung halten können, benötigen wir qualifiziertes Personal“, weiß John.

In Dresden bilden eine Universität und eine Hochschule die Mitarbeiter aus, die John braucht. Das Problem: Das innovative Unternehmen hat seinen Sitz in Oberlosa im Vogtland. „Wir befinden uns im ländlichen Raum, sind mit 60 Mitarbeitern relativ klein und mit dem Tagesgeschäft ausgefüllt“, sagt John. Er kann nicht regelmäßig in Dresden um die besten und kreativsten Köpfe werben.

Eine Lücke, die Anke Wagner mit ihrem Unternehmen „Scientists into Business GmbH“ (SCiB) schließen will. „Die ersten Ideen hatten wir 2015“, sagt die ehemalige Studentin der Technischen Universität Dresden. „Wie kann es gelingen, ausländische Hochschulabsolventen an sächsische Unternehmen zu vermitteln?“, habe sie sich damals mit zwei Mitstreitern gefragt.

Mittlerweile ist SCiB ein elfköpfiges Team und dazu international aufgestellt. „Russland und Indien sind neben Deutschland vertreten“, so Wagner. Das Dresdner Unternehmen hat jetzt die Federführung für ein mit 2,3 Millionen Euro gefördertes Programm des Freistaates Sachsen übernommen, das sich nur eine Aufgabe stellt: Absolventen von sächsischen Hochschulen in Sachsen behalten.

„Step In“ heißt das Fachkräftesicherungsprogramm für Studenten und Absolventen, bei dem die Dresdner mit Partnern an den Hochschulstandorten Chemnitz und Leipzig zusammenarbeiten und gemeinsame Projekte initiieren.

„Vor vier Wochen sind zwei Busse mit 50 Informatikstudenten durch Dresden gefahren und haben bei acht IT-Unternehmen gehalten“, nennt Wagner ein Beispiel für ein niedrigschwelliges Kennenlernen. Sie habe erfahren, dass in einem der Betriebe fünf Verträge geschlossen worden seien. In einem Teilprojekt „Begleitete Freizeitaktivitäten“ soll beispielsweise eine gemeinsame Wanderung von Unternehmern, ihren Personalverantwortlichen und Studenten durch die Region Zittau organisiert werden. „Wir wollen die Vorzüge des ländlichen Raumes bündeln und an die Zielgruppe bringen“, nennt Wagner ein Thema des Programms.

„Bisher haben wir offene Stellen noch besetzen können“, erklärte John. „Aber es wird schwieriger. Deshalb begrüße ich das Projekt.“ Weil nicht nur die sächsischen Zentren interessante Orte zum Leben seien, sondern auch ländliche Regionen wie das Vogtland.

„60 Prozent der Absolventen von sächsischen Universitäten und Hochschulen bleiben in Sachsen. Wir wollen den Anteil in den nächsten Jahren auf 66 Prozent steigern“, sagte Stefan Brangs, Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium. Bis zu 320 000 Beschäftigte müsse die sächsische Wirtschaft in den nächsten elf Jahren ersetzen. Der deutschlandweite und internationale Wettbewerb um die besten Köpfe habe längst begonnen, betont Brangs.

Die sächsische Wirtschaft werde von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt, die im Gegensatz zu den großen Konzernen nicht über vielköpfige Personalabteilungen verfügen, die sich um Nachwuchs kümmern. Diesen Nachteil wolle das Ministerium mit „Step In“ etwas ausgleichen.

Roland Stenzel, Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, begrüßte „Step In“. Er sieht noch einen ganz anderen Aspekt: „Wir müssen uns überlegen, wie wir genügend junge Menschen generieren, die ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium aufnehmen. Da schwächelt es etwas.“ Man müsse an die Schulen gehen und junge Menschen dafür motivieren, sich beim Studium auch durch schwierigere Fächer zu quälen. „Mit so einem Abschluss hat man es später selbst in der Hand, auf Dinge wie den Klimawandel Einfluss zu nehmen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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