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Dresden Lokales So soll die Sächsische Dampfschiffahrt gerettet werden
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07:13 10.09.2019
Bernd Gross und Gisela Haupt grüßen vom Deck des Schaufelraddampfers „Meissen“. Am Mittwoch wollen sie auf der „Dresden“ den Verein „Weiße Flotte Dresden“ gründen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Hinter der Sächsischen Dampfschiffahrt liegt eine bewegte Zeit. Nach einem Horrorjahr 2018, als wegen anhaltenden Niedrigwassers die Umsätze einbrachen, stand im Sommer die Zukunft der größten und ältesten Schaufelraddampferflotte der Welt auf dem Spiel. Sie ist vorerst gesichert – dafür sorgen ein Verzicht der Anteilseigner und eine Geldspritze vom Freistaat. Und demnächst auch der Verein „Weiße Flotte Dresden“, der am Mittwochabend auf dem Personendampfer „Dresden“ gegründet wird. In ihm finden Menschen aus Dresden, der Region und darüber hinaus als „Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt“ zusammen.

Die Idee: Die Weiße Flotte muss in Dresden bleiben

Die Idee zur Vereinsgründung hatte Christian Gruhl, der frühere Wirt des Restaurants Chicorée. Er reagierte auf im Frühsommer kursierende Pläne eines Kommanditisten, einige oder alle der denkmalgeschützten Dampfer zu verkaufen, um die Verluste der Flotte auszugleichen. Ein Unding, fand Gruhl und lud Gleichgesinnte zur Gründung eines Vereins ein. Ziel: Geld sammeln und davon Schiffsanteile kaufen, die die Kommanditisten halten. Zwei Treffen mit Mitstreitern fanden in seiner Wohnung statt. Mit dabei Bernd Gross, der jetzt zur Vereinsgründung einlädt.

Die Festlegung: Kein Geld für Kommanditisten

Man habe die Idee, Geld zu sammeln und an die Kommanditisten weiterzuleiten, schnell verworfen, sagt Gross. „Nicht nur aus steuerlichen Gründen.“ Stattdessen wurde die Idee eines gemeinnützigen Vereins entworfen, der die Weiße Flotte unterstützt. Wochenlang haben die Mitglieder der Initiativgruppe dafür getrommelt, sich Unterstützung bei Flottenchefin Karin Hildebrand geholt und auch während der Flottenparade auf dem DampferDresden“ geworben. Dabei haben Menschen aus Dresden, Heidenau, Dohna und Meißen, aber auch aus Calau, Brandenburg, Hameln, Fulda und sogar aus dem Schweizer Lausanne ihren Willen bekundet, dem Verein beizutreten.

Auf dem Personendampfer „Dresden“ Quelle: Anja Schneider

Die Akteure: Sie wollen die Weiße Flotte retten

Dass die Flotte nicht nur in Dresden Freunde hat, zeigt schon die Geschichte von Bernd Gross. Der Berliner ist eigentlich mit einer anderen Weißen Flotte groß geworden, die in Köpenick unterwegs ist. Nach seiner Pensionierung ist der 69-Jährige in Dresden heimisch geworden und hat als Hobbyforscher das Thema Hungersteine für sich entdeckt. „Die waren ja im sehr trockenen Sommer 2018 überall gut zu sehen“, sagt er. Von da sei es ein kleiner Schritt zur Dampfschiffahrt gewesen, die Gross vor allem als ein lebendiges Stück Schifffahrtsgeschichte begreift. Da gebe es noch viel zu erforschen, zum Beispiel auch in Jahrzehnte alten Ausgaben der Dresdner Neuesten Nachrichten, findet er.

Ganz anders Gisela Haupt, die in einer Mitarbeiterwohnung im Wasserwerk Tolkewitz aufgewachsen ist und später nach Laubegast gezogen ist. „Ich bin mit der Dampfschiffahrt aufgewachsen“, sagt die 73-Jährige. Schon weil ihr Großvater früher dafür sorgte, dass die ganze Familie wenigstens einmal im Monat mit dem Dampfer fuhr. „Es wäre eine Schande, wenn es auf der Elbe nicht mehr tuten würde“, sagt Haupt. In den Verein bringt sie neben ihrem Herzblut für die Weiße Flotte auch 29 Jahre Erfahrung als Vorstand vom Verein Striesen Pentacon ein. Ihr Ziel ist unter anderem die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren und auch der Erfahrungsaustausch.

Der Plan: Museum, Wettbewerbe und das Weltkulturerbe

Noch ist nichts in Stein gemeißelt, aber der Verein soll sich als gemeinnützige Organisation vor allem um die ideelle Unterstützung der Weißen Flotte kümmern. So denkt Gross zum Beispiel über ein Dokumentationszentrum – man könnte auch Museum sagen – nach, das in Räume am Terrassenufer einziehen könnte, deren Tage als Landküche der Dampfschiffahrt gezählt sind. Außerdem werde über Projekte mit Schulen nachgedacht. „Wir wollen mehr Menschen auf die Schiffe holen, indem wir andere Bevölkerungsgruppen ansprechen“, sagt Gisela Haupt. Das vielleicht auch über vom Verein verbilligt oder kostenlos weitergegebene Tickets – etwa für die Gewinner eines Fotowettbewerbs. Gemeinsam mit dem Verkehrsmuseum soll sich der Verein zudem um eine Anerkennung der Sächsischen Dampfschiffahrt als ideelles Weltkulturerbe bemühen. „Da geht es um alles, was die Weiße Flotte ausmacht – Töne, Uniformen, Gerüche“, sagt Gross. Gelänge der Vorstoß, bekäme das Elbtal seinen Welterbetitel zurück.

Die Gründung: Das passiert am Mittwoch

Doch zunächst geht es auf den Dampfer. Am Mittwoch, 18 Uhr, treffen sich auf der „Dresden“ am Terrassenufer all jene, die mitmachen wollen. Gross geht von 50 bis 60 Anwesenden aus, von denen vielleicht 20 Gründungsmitglieder werden. „Wir haben so viele Willensbekundungen gesammelt, dass sich die Zahl sicher rasch verdoppeln wird“, sagt er. Wer interessiert ist, sei an dem Abend willkommen. Interessenten können sich über die Internetseite informieren und anmelden.

www.weisseflottedresden.de

Von Uwe Hofmann

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