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Lokales So putzig: Erdmännchen im Zoo Dresden haben Nachwuchs – zum 20. Mal
Dresden Lokales So putzig: Erdmännchen im Zoo Dresden haben Nachwuchs – zum 20. Mal
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19:08 19.07.2019
Vier Erdmännchenbabys erkunden im Dresdner Zoo die Außenanlage. Quelle: Tino Plunert
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Dresden

Hilde und Horst lassen nichts anbrennen, wie man so schön sagt. Und so haben die beiden Erdmännchen im Dresdner Zoo jetzt zum 20. Mal Nachwuchs bekommen.

Drei bis vier Junge sind es immer pro Wurf. Aber nicht alle kommen durch. Nicht etwa weil es an Fürsorge mangelt. Im Gegenteil. Hilde und Horst kümmern sich rührend, auch alle anderen erwachsenen Erdmännchen.

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Der Nachwuchs von Hilde und Horst verzückt die Zoobesucher.

Die Gefahr kommt von oben. Denn auf den großen Bäumen im Zoo nisten Krähen. „Und wenn die selber Junge haben, sind die kleinen Erdmännchen eine willkommene Beute“, weiß Tierpflegerin Sylvia Pohle.

Keine überlebendes Erdmännchen im Frühling

Und so hat dieses Jahr im Frühling kein einziges Erdmännchenbaby überlebt. Eines nach dem anderen wurde weggeholt. „Jetzt ist die Gefahr aber nicht mehr so groß, weil die Krähen nicht brüten“, ergänzt Tierpflegerkollege Roman Richter.

Hilde könne zwei bis drei Mal im Jahr Nachwuchs bekommen. „Wenn sie jetzt wieder ihre Jungen verlieren würde, dann kann es sein, dass sie im Herbst noch mal wirft “, so Roman Richter. Die Tragzeit bei Erdmännchen beträgt etwa elf Wochen.

Allen geht es gut

Momentan geht es allen Tieren gut. Die Mini-Erdmännchen, die am 30. Juni geboren wurden, flitzen schon in der Außenanlage herum und entzücken – wie der ganze Clan – kleine und große Zoobesucher. Gesäugt werden die Jungtiere sechs bis sieben Wochen. „Aber schon nach etwa vier Wochen beginnen sie sich für feste Nahrung zu interessieren“, weiß Sylvia Pohle.

Erdmännchen gehören zu den Raubtieren, erfahren wir. Und so bekommen sie Mäuse, Ratten, Eier, Rinderhackfleisch und Insekten wie Wanderheuschrecken, Grillen und Schaben. Letztere werden lebend vorgesetzt, damit die Erdmännchen ihren Jagdtrieb ausleben können. Zur Abwechslung und Beschäftigung gibt’s aber auch Salat, Möhre, Paprika – und wenn es heiß ist – Weintrauben und Melone.

Bleiben nicht alle im Dresdner Zoo

Doch was passiert eigentlich mit den Erdmännchenjungen, wenn sie groß sind? Bleiben alle im Dresdner Zoo? „Nein, wir haben schon viele an andere Zoos weggegeben“, so Sylvia Pohle. Viele sind aber eben auch geblieben.

Doch kommt es da nicht zur Inzucht? „Nein. Denn Kinder zeugen ausschließlich Hilde und Horst“, erklärt die Tierpflegerin. Als der Zoo am 29. April 2013 das Erdmännchengehege eröffnete, hatte Hilde unter den drei männlichen Bewerbern Horst als Partner auserkoren. Die beiden sind sich nun treu und sorgen im Clan für Nachwuchs. Alle anderen nicht. „Das hat die Natur so eingerichtet“, sagt Roman Richter.

In freier Wildbahn bestehe eine Kolonie aus etwa 30 Tieren. „Werden es zu viele, trennen sie sich.“ Ihre Töchter akzeptiert Hilde, wie die Tierpfleger erzählen. Ein fremdes Weibchen hätte in der Gruppe keine Chance.

Von Catrin Steinbach

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