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Lokales Lehrerstreik am Donnerstag – So läuft es in Dresden
Dresden Lokales Lehrerstreik am Donnerstag – So läuft es in Dresden
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12:41 13.02.2019
Am Donnerstag kommt es auch in Dresden zu Warnstreiks. Quelle: dpa
Dresden

Am Donnerstag muss an vielen Dresdner Schulen mit Streikaktionen von Lehrern gerechnet werden. „Wir haben alle angestellten Lehrer zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen“, erklärte Gerd Apelt, der Dresdner Kreisvorsitzende der Erziehungsgewerkschaft GEW auf DNN-Anfrage.

Sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro

Wie groß die Resonanz sein wird, kann Apelt jedoch nicht sagen. Die Lehrer könnten theoretisch auch noch am Donnerstag Früh für den Warnstreik entscheiden. Die Prognosen über die Beteiligung werden auch durch die Personalpolitik des Freistaats erschwert. Erstmals in der Nachwendegeschichte werden seit Anfang des Jahres Lehrer verbeamtet. Diese dürfen nicht streiken. „Das macht die Sache etwas kompliziert“, erklärt GEW-Kreischef Apelt, der daher nicht über das Ausmaß der Arbeitsniederlegungen spekulieren will.

Die streikenden Pädagogen werden sich für eine Kundgebung ab 11 Uhr vor dem Finanzministerium in Dresden versammeln. Dafür sind als Redner unter anderem die GEW-Landeschefin Uschi Kruse und der DGB-Landesvorsitzende Markus Schlimbach vorgesehen, sagte Apelt.

Die Gewerkschaften fordern bundesweit für den öffentlichen Dienst der Länder, also hier alle Angestellten des Freistaats, sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber hätten jedoch wie so oft auch nach zwei Verhandlungsrunden noch kein verhandelbares Angebot auf den Tisch gelegt. „Das könnten wir uns natürlich anders vorstellen, aber scheinbar muss das so sein und daher müssen wir unseren Willen mit den Warnstreiks bekunden“, erklärte Apelt.

Die Verweigerung der Arbeitgeber lasse sich nicht mit Finanznot rechtfertigen. „Die Steuereinnahmen sind bekanntlich nicht gesunken und die Kosten für die Beschäftigten steigen“, verteidigte der Gewerkschafter die Aktionen. Abschlüsse in anderen Branchen zeigten, dass die Forderungen nicht unangemessen seien. „Jeder weiß natürlich, das dass eine die Forderung ist und das andere dann das Ergebnis“, fügte Apelt hinzu. Er hofft, dass die Eltern Verständnis zeigen und die Aktion am Donnerstag reicht, um die Verhandlungen voranzubringen. Für die Betreuung der Kinder müssten die Schulleitungen sorgen.

Rückmeldung der Eltern drückt zum Teil Unverständnis aus

Das bestätigte Petra Nikolov vom Landesamt für Schule und Bildung. „Die Schule muss jedes Kind aufnehmen, es muss eine Notbetreuung organisiert sein, wir haben ja eine Fürsorgepflicht.“ Die Schulleiter sollten die Eltern darüber rechtzeitig informieren. Die Eltern können an diesem Tag allerdings auch davon absehen, ihr Kind in die Schule zu bringen. Sie sollten dann aber an der Einrichtungen Bescheid geben, damit klar ist, wo sich das Kind aufhält. „Ein Problem mit Fehlzeiten gibt es in diesem Fall nicht.“

Von den Eltern gibt es zumindest im Landesamt jedoch andere Rückmeldungen als sie sich die Gewerkschaft erhofft. „Bei uns äußern Eltern Unverständnis darüber, dass die Lehrer streiken“, erklärte Nikolov. Mütter und Väter hätten häufig von den Höhergruppierungen für Lehrer gehört und vom Handlungsprogramm des Freistaats zur Verbesserung der Situation bei den Lehrern. Zudem würden sich Eltern nicht ausreichend informiert sehen. Daher setze sich das Landesamt dafür ein, dass die Schulen möglichst frühzeitig über Streikaktionen informieren.

Das geschieht auch. So hat die 37. Grundschule bereits in einem Elterbrief über die Streiks informiert. An der Schule wird für die Notbetreuung gesorgt, planmäßiger Unterricht wird sich allerdings auf die Kollegin beschränken, die verbeamtet ist.

Vom Gymnasium Tolkewitz erhalten die Eltern spätestens am Mittwoch eine Information. Auch dort gibt es in einem jungen Team mehrere verbeamtete Lehrer. „Bei uns fällt für die fünf Klassen in der Klassenstufe 6 die letzte Stunde aus“, erklärte Schulleiterin Ulrike Böhm. Auch diese Kinder könnten natürlich an der Schule bleiben und würden betreut. Praktischerweise laufe derzeit gerade die Woche „Praxis trifft Schule“, in der Eltern für Kinder Vorträge halten. Das entspanne die Situation und die vom Streik betroffenen Kinder könnten sich auch zusätzliche Vorträge anhören.

Von Ingolf Pleil

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