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So könnte das neue Verwaltungszentrum in Dresden aussehen

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07:00 09.12.2020
So sieht der eine Entwurf für das Verwaltungszentrum aus.
So sieht der eine Entwurf für das Verwaltungszentrum aus. Quelle: Stadtverwaltung
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Dresden

Das kommt durchaus überraschend: Der Finanzausschuss hat am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung das Thema „Neues Verwaltungszentrum auf dem Ferdinandplatz“ vertagt. Die Stadtverwaltung will das Bauvorhaben vom städtischen Unternehmen „Kommunale Immobilien Dresden“ (KID) mit Krediten errichten lassen. Dafür muss die Stadt eine Bürgschaft übernehmen. Doch weil Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) den aktuellen Stand an städtischen Bürgschaften nicht auf Anhieb nennen konnte, verschoben die Ausschussmitglieder die Entscheidung, hieß es am Dienstag.

Deshalb ist der Neubau politisch nicht unumstritten

Der Neubau ist durchaus nicht mehr politisch unumstritten: Die Freien Wähler haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie das neue Rathaus ablehnen. Die Linken wiederum kritisieren die hohen Projektkosten von 139 Millionen Euro, für die die Stadt zu wenig Nutzfläche erhalten werde.

Die Stadtverwaltung hat jetzt Entwürfe für das neue Verwaltungszentrum im Internet veröffentlicht. Zwei Bieter haben „zuschlagsfähige Angebote“ eingereicht. Die Verwaltung vergibt das Projekt im sogenannten Wettbewerblichen Dialog, bei dem die Bieter erklären, welche Leistungen sie für eine fest definierte Bausumme liefern können.

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Bis dann können sich die Bürger äußern

Zwischen Januar und Oktober fanden neben zwei Jurysitzungen zahlreiche Gespräche zu vielfältigen Fragestellungen mit den Bietern statt, so die Stadtverwaltung. Zielstellung sei die gemeinsame Entwicklung von Lösungskonzepten gewesen, die den Anforderungen der Landeshauptstadt Dresden bestmöglich entsprechen.

Bis Montag, 21. Dezember, findet jetzt eine Online-Umfrage statt, mit der die Landeshauptstadt die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zum äußeren Erscheinungsbild der finalen Wettbewerbsbeiträge erfahren will. Die Ergebnisse aus dieser Online-Umfrage werden den Jurymitgliedern vor der finalen Jurysitzung am 25. Januar 2021 zur Verfügung gestellt. So fließen sie in die abschließende Entscheidung ein. Die Umfrage und weitere Informationen sind zu finden unter www.dresden.de/ferdinandplatz.

Das sagen die Nutzer in den sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken läuft bereits eine intensive Debatte zu den beiden Entwürfen. Zahlreiche Nutzer der neuen Medien kritisieren beide Pläne und sprechen von „hässlichen Klötzern“. Es gibt aber auch Lob. So schreibt ein Nutzer: „Stolze Stadt, stolzes Bauwerk“. Die Kritiker der Entwürfe sind aber in der Überzahl.

Deshalb kämpft der OB für den Neubau

So plant der zweite Bieter den Neubau im Zentrum. Quelle: Stadtverwaltung

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat am Dienstagvormittag beim „Immobilien-Dialog Dresden“ von Heuer-Dialog den Neubau verteidigt. Es gehe um die Verwaltung der Zukunft und um Digitalisierung. „Wir wollen mit weniger Personal die selben Leistungen erbringen“, erklärte Hilbert das Anliegen des Neubaus, in dem 1000 Arbeitsplätze für 1300 Beschäftigte entstehen sollen.

„Wir haben in den vergangenen Monaten die mobilen Arbeitsplätze massiv ausgebaut und schaffen gerade weitere Laptops für die Mitarbeiter an“, erklärte der OB. Die Erfahrungen in anderen europäischen Städten würden zeigen, dass eine Quote von fünf bis sechs Arbeitsplätzen für zehn Mitarbeiter sogar reiche. „Es wird in der Zukunft viel mehr im Homeoffice gearbeitet.“

Diese Bereiche sollen einziehen

Für die Öffentlichkeit werde ein großer Servicebereich zur Verfügung stehen. Gegenwärtig werde diskutiert, ob auch eine öffentliche Kantine in den Neubau einziehen soll. „Die Bürger sollen in das Verwaltungszentrum hineinflanieren können“, kündigte Hilbert an. Es werde aber auch nichtöffentliche Bereiche geben.

Nach den Plänen der Verwaltung sollen die Geschäftsbereiche Stadtentwicklung und Bau sowie Umwelt und Kommunalwirtschaft in den Neubau am Ferdinandplatz einziehen. 2025 soll das Gebäude in Betrieb gehen.

Von Thomas Baumann-Hartwig