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Lokales So arbeitet das Dresdner Krebszentrum der Zukunft
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20:04 29.02.2020
Die Hülle des Neubaus steht seit etwa einem Jahr. Der aufwendige Innenausbau läuft derzeit, im September soll eröffnet werden. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Die Patientenstühle sind noch eingepackt, Liegen in Folie gehüllt und Infusionsständer leer aneinandergereiht. Diese medizinischen Möbel und Gerätschaften lagern derzeit in der dritten Etage im Neubau des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC). Die Etage ist in vielerlei Hinsicht besonders: Im Gegensatz zum restlichen Gebäude ist hier seit dem Rohbau nicht weitergebaut worden. Grund ist, dass der Bereich nicht Teil der Finanzierung des Neubaus ist.

Spendenfinanzierte Zusatz-Etage

Und trotzdem ist sie da, finanziert aus Spenden. Insgesamt drei Millionen Euro kostet die zusätzliche Etage, die künftig als Innovationslabor genutzt werden soll. 820 000 Euro konnten bereits gesammelt werden, sagt Professor Hanno Glimm vom Direktorium des NCT/UCC. Um die Etage weiter ausbauen zu können, fehlen jedoch noch 2,5 Millionen Euro. Künftig sollen hier Datenwissenschaftler, Technologieentwickler und Technologen der modernen Bildgebung zusammenarbeiten und die Krebsforschung vorantreiben.

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Ein Rundgang durch den Neubau des Nationalen Tumorcentrums.

Tumore individuell behandeln

Das wird auch auf den restlichen Etagen getan. Gleich neben der Tagesklinik, in der Krebspatienten behandelt werden, befindet sich der Raum für das sogenannte Tumor­board. Hier werden Tumore individuell und mit Medizinern aus verschiedenen Bereichen analysiert, um die passende Therapie zusammenzustellen. Denn die Individualität einer jeden Krebserkrankung ist eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Jahren Krebsforschung, bestätigt Glimm, der selbst als Onkologe und Hämatologe tätig ist und fährt fort: „60 Prozent der Krebspatienten heutzutage können geheilt werden. Das sind zwar noch nicht alle, aber wir kommen voran.“

Forschung und Klinik nah beieinander

Um erfolgreicher therapieren zu können, müssen die Tumore besser charakterisiert werden. Dafür wird es im Neubau des NCT/UCC in der zweiten Etage Laborbereiche geben, die Tumorproben von Patienten in Reagenzgläsern weiterzüchten, um Medikamente an ihnen testen zu können, berichtet Hanno Glimm. „Wir sprechen hier von klinischer Wissenschaft, nicht von einer Routineversorgung“, betont der Onkologe.

Vor allem klinische Studien sollen hier im Gebäude durchgeführt werden. Auch das sei ein Grund, warum Forschung und Klinik im Neubau so nah beieinander liegen, sagt Glimm. Grundsätzlich sei die Bereitschaft, an klinischen Studien teilzunehmen, hoch. Ist sie das in einzelnen Fällen nicht, liege das eher an Verständnisproblemen, sagt der Onkologe. „Patient und Wissenschaftler begegnen sich hier auf dem Flur und essen in der gleichen Cafeteria, das stärkt das Vertrauen“, sagt Glimm.

Onkologe Hanno Glimm, Patientin Mariana Preibsch (Mitte) und MDR-Moderatorin Anja Koebel werben für das Benefizkonzert „626 Takte gegen Krebs“. Quelle: Anja Schneider

Spezielle Therapie nach Forschungsergebnis

Wie individuell Krebstherapien angepasst werden müssen, zeigt der Fall von Marina Preibsch. Die 49-Jährige erhielt vor einem Jahr die Diagnose metastasierter Lungenkrebs, fortgeschrittenes Stadium. Das bedeutet, dass eine Operation nicht infrage kommt, da immer Resttumorgewebe im Körper zurückbleiben würde, erklärt Onkologe Hanno Glimm. Eine Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie schlug bei ihr nicht an.

Auch ein anderes Medikament gepaart mit einer weiteren Immuntherapie ließen den Krebs von Marina Preibsch nicht schrumpfen. Wissenschaftler am NCT/UCC untersuchten den Tumor schließlich genauer. Tatsächlich stießen sie auf den entscheidenden Faktor. „Sie fanden bei mir eine seltene Mutation, für die es hier keine Medikamente gibt“, berichtet Marina Preibsch. In den USA sieht die Situation anders aus: Dort existiert ein passendes Medikament, was in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Doch bei Marina Preibsch greift das Härtefallprogramm und sie darf das Medikament trotzdem bekommen. Seit Mittwoch nimmt sie die Tabletten.

Im April sollen die ersten Stationen im Neubau eingerichtet werden, im September ist die Eröffnung geplant. Die Patientenstühle und Liegen werden dann aus der dritten Etage verschwunden sein, der Rohbau wird vorerst aber noch bleiben.

Am 12. März findet zugunsten der dritten Etage ein Benefizkonzert mit den Kapellsolisten in der Kreuzkirche statt. Das Konzert „626 Takte gegen Krebs“ wird von MDR-Moderatorin Anja Koebel moderiert. Gespielt werden Werke von Bach, Telemann und Vivaldi. Statt Karten werden Takte für je 20 Euro (ermäßigt 10 Euro) verkauft, unter anderem im Zeitungskiosk am Uniklinikum. Takte gibt es auch am Veranstaltungstag ab 18 Uhr an der Abendkasse der Kreuzkirche.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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