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Lokales Sex im Ortsverein: Angeklagter erneut wegen Missbrauchs von Jugendlichen vor Gericht
Dresden Lokales Sex im Ortsverein: Angeklagter erneut wegen Missbrauchs von Jugendlichen vor Gericht
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18:10 12.03.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen und Schutzbefohlenen muss sich Michael U. derzeit vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-Jährigen vor, sich zwischen 2012 und 2013 an drei damals 14- bis 16-Jährigen vergangen zu haben. Der Angeklagte, zu der Zeit Jugendwart im DRK-Ortsverein Cossebaude, soll die Jugendlichen, wenn er mit ihnen allein war, in diversen Räumen des Vereins zunächst betatscht, an ihren Geschlechtsteilen manipuliert und sie dann – ohne Kondom – anal missbraucht haben. Einer der Jungen ging danach zum Aids-Test.

Für die Opfer war Michael U. eine Respektsperson. Sie waren junge Bengels und er ein erwachsener Mann, der Chef, der dort das Sagen hatte. Und laut Anklage nutzte der Angeklagte seine Position aus. „Ich hatte Angst, dass er mich aus dem DRK wirft, wenn ich nicht mitmache. Meine Mutter war so stolz, dass ich beim DRK war. So hielt ich still“, erklärte ein Zeuge. „Ich war eingeschüchtert. Ich hätte mich damals nicht getraut, nein zu sagen, und habe es zugelassen“, sagte ein anderer.

Angeklagter schweigt zu den Vorwürfen

Die Jungen vertrauten ihm wohl auch, weil er es nicht so genau nahm, ob einer wirklich DRK-Mitglied war. „Wir haben uns dort oft getroffen, es war sehr gesellig. Wir haben gegrillt oder ferngesehen und auch mal dort übernachtet“, erzählte eines der Opfer. Und offenbar gab es auch genügend Alkohol. Zwei Zeugen erzählten, dass sie manchmal ziemlich angetrunken waren. Da fragt man sich schon, warum ein Jugendwart das duldet.

Der 40-Jährige wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Einem Angeklagten steht es zu, zu schweigen, Zeugen nicht, die müssen aussagen. Den inzwischen jungen Männern war es sichtlich unangenehm sich am Dienstag vor Gericht zu den Vorfällen von damals zu äußern. Da taten sie sich schwer. An vieles konnten sie sich auch nicht mehr erinnern – die Taten reichen bis 2012 zurück.

Michael U. stand schon einmal vor Gericht

In dem Jahr stand Michael U. bereits schon einmal vor Gericht, weil er Jugendliche sexuell missbraucht und in einem Fall seine Stellung als Vormund ausgenutzt haben soll. Er war damals in Kindereinrichtungen tätig und ehrenamtlicher Polizist der Sicherheitswacht.

Allerdings waren die Aussagen einiger Opfer sehr widersprüchlich und nicht ganz glaubhaft. Die Verteidiger vermuteten deshalb, dass ihr Mandant das Opfer eines Komplotts geworden sei. Nur die Aussage des Mündels von Michael U. war hieb- und stichfest. Der Angeklagte, der sich auch damals nicht äußerte, wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Von Monika Löffler

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