Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Semperoper Dresden mit neuem Intendanten und zwölf Premieren
Dresden Lokales Semperoper Dresden mit neuem Intendanten und zwölf Premieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:39 11.03.2018
Intendant Peter Theilers mit Dirigent Christian Thielemann Quelle: Dietrich Flechtner
Anzeige
Dresden

Ein Dutzend Premieren will die Semperoper Dresden in der ersten Spielzeit ihres neuen Intendanten Peter Theiler auf die Bühne bringen. Der Schweizer kündigte am Donnerstag an, die französische Barockoper pflegen zu wollen - auch wenn barocke Opern in Dresden in der Vergangenheit kaum Begeisterungsstürme auslösten. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, blieb der 61 Jahre optimistisch. Ein solches Risiko müsse man eingehen. Er selbst habe eine Vorliebe für die französische Barockoper und gehe davon aus, dass sie den Spielplan bereichere. Den Auftakt macht im April 2019 die Oper „Platée“ von Jean Philippe Rameau (Regie: Rolando Villazón).

Theiler, derzeit noch Intendant in Nürnberg, tritt sein Amt im Sommer in Dresden an. Acht Premieren kommen hier auf der großen Bühne heraus. Vier Stücke werden in der kleinen Spielstätte „Semper Zwei“ aufgeführt. Theiler will diese Spielfläche aufwerten und dort neben zeitgenössischen Werken auch Tanz und Kinderstücke präsentieren.

Anzeige

Erste Premiere der Spielzeit ist am 29. September Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ unter der musikalischen Leitung von Alan Gilbert. Am 2. Dezember folgt „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss mit Christian Thielemann am Pult. Strauss gilt in Dresden als „Hauskomponist“, weil viele seiner Opern hier uraufgeführt wurden.

Mit der „Verkauften Braut“ von Bedřich Smetana und Giuseppe Verdis „Nabucco“ bringt die Semperoper auch Klassiker zu Gehör. Bei Verdi steht Omer Meir Wellber am Pult, der künftig in Dresden den Titel Erster Gastdirigent trägt. Zu den „Hugenotten““ von Giacomo Meyerbeer kehrt als Regisseur Peter Konwitschny nach Dresden zurück, der seit einem Theaterskandal Ende 1999 nicht wieder hier tätig war. Er hatte damals Teile der Operette „Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges angesiedelt und damit beim konservativen Dresdner Publikum für Empörung gesorgt. Die Oper entschärfte die Fassung, was zu einem juristischen Streit führte.

Das Ballett will erstmals in Dresden eine getanzte Fassung der Oper „Carmen“ von Georges Bizet bieten. Für Meyerbeers „Hugenotten“ wirbt die Semperoper mit einem ungewöhnlichen Plakatmotiv. Der Berliner Fotograf Andreas Mühe lud dazu mehr als 1000 Ultras von Fußball- Zweitligist Dynamo Dresden ins ehrwürdige Opernhaus, das so in eine gelbe Wand verwandelt wurde. Nach den Worten von Theiler habe man so zeigen wollen, dass „wir ein Dresden“ sind. Sehr viele Menschen seien das erste Mal in einem Opernhaus gewesen. Der künftige Intendant versicherte, dass die Ultras sehr diszipliniert auftraten und für keinerlei Theaterskandal sorgten.

dpa